Das Handwerk in Südwestfalen ist optimistisch

Konjunkturumfrage der Handwerkskammer zeigt ein positives Klima

+
Markus Kluft und Meinolf Niemand stellten die Frühjahrsumfrage der Handwerkskammer Südwestfalen vor.

Arnsberg/Hochsauerland. „Der Winter im Handwerk ist praktisch ausgefallen“, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Südwestfalen, Meinolf Niemand, gleich zu Beginn der Pressekonferenz. Die Vorstellung der Konjunkturumfrage für das Frühjahr 2016 stand an. „Das Wetter draußen ist heute so, wie das Klima im Handwerk“, deutete Niemand die positive Stimmung an.

734 Betriebe hatten sich in diesem Frühjahr an der Umfrage der Handwerkskammer beteiligt und ein positives Klima mit dauerhafter Ausprägung bescheinigt. „Der Verbraucher lässt sich trotz dauernder anderslautender Diskussionen nicht abschrecken, er zeigt kein zurückhaltendes Verhalten“, erklärte Markus Kluft, der Pressereferent der Handwerkskammer. „Diese Grundstimmung wird sich auch über den Herbst hinaus tragen. Dadurch steigt natürlich auch der Personalbedarf der Unternehmen“. 

Die freien Stellen, die der Handwerkskammer gemeldet sind, sehen folgendermaßen aus: Es werden 169 Fachkräfte gesucht, 286 Hilfskräfte und 259 Auszubildende. „Beim Personalbedarf gilt“, so Markus Kluft, „je kleiner der Betrieb, des größer der Bedarf an Personal. Große Firmen können Auftragsspitzen eher abfangen.“ Unter den Teilnehmern der Umfrage waren Firmen aus der Baubranche, dem Gewerblichen Bedarf über KfZ, Gesundheit bis privater Bedarf. Schaut man die Umfragewerte genauer an, so wird die Konjunktur zu einem großen Anteil von der Nachfrage aus dem privaten Sektor getragen (etwa Friseure, Schneider, Reinigungssektor). „Im Bereich der Zulieferer gibt es gute, aber im Vergleich doch schwächere Werte. Hier lässt die Nachfrage des Kunden nach“, erklärt Niemand. Der Baubereich dagegen ist sehr gut gelaufen.12 Prozent mehr Baugenehmigungen sprechen da eine deutliche Sprache. „Es konnte auch praktisch den ganzen Winter durchgearbeitet werden“, so Niemand. „Zum Tragen kommt hier der altersgerechte Umbau, der Einbruchschutz ist im Moment ein großes Thema sowie das energetische Bauen. Die Menschen bekommen auf der Bank nichts mehr für ihr Geld, so wird lieber in eine Immobilie investiert“. 

"Es wird keine Preiserhöhungswelle geben"

Betriebe gesucht
- Es werden Betriebe für die Auszeichnung „Ausbildungsbetrieb des Jahres“ gesucht. 
- Der Preis wird in drei Kategorien verliehen, die jeweils mit 2000 Euro ausgestattet sind: 1. Leistungen und Erfolge, 2. Soziale Verantwortung & Gesellschaftliches Engagement, Ehrenpreis. 
- Bewerbungsschluss ist der 30. Juni 2016
- Weitere Information unter www.hwk-swf.de 

Wettbewerb „Design Talente Handwerk NRW“ -- Gestalterisch hochwertige Sachen schaffen im Bereich Möbel, Skulpturen, Schmuck, Kleidung, Medien, Wohnen. - Anmeldeschluss ist der 1. Juli 2016. 
- Fragen und Anmeldungen unter  Telefon 0211/3007-765, E-Mail harald.bex@whkt.de  und www.designtalente-handwerk-nrw.de

„Dadurch, dass der Winter für einige Gewerke praktisch ein verlängerter Sommer war, und noch nie eine so lange positive Phase da war, kommen wir langsam wieder in den Bereich des echten Wachstums seit dem Jahr 2000. Es entwickelt sich ein gleichmäßiges Geschäft zwischen Sommer und Winter“, ergänzt Markus Kluft. Im Kfz-Bereich hat sich die Lage positiv entwickelt. „Auch wenn man von allem absieht, was an Rückläufen bekannter Marken in die Werkstätten im Moment da ist, hat dieser Bereich doch ein gutes Polster für die Zukunft“. 
Die Auftragslage sieht im Handwerk im Allgemeinen gut aus. Sie hat sich seit letztem Jahr ebenfalls zum Positiven hin entwickelt. Bei der Preisentwicklung wird es keine Spirale nach oben geben. Es herrscht eine gute Auftragslage „Die Preise werden tendenziell steigen, aber es wird keine Preiserhöhungswelle geben. Nur jeder fünfte Betrieb will die Preise anheben“, erklärt Meinolf Niemand.  Die Investitionsentwicklung, auch eines der Umfragethemen, berge die Gefahr, dass zu wenig investiert werde. Hilfe für Flüchtlinge: Hohe Bereitschaft Es sei nötig, dass in Zeiten der Hochkonjunktur der Anteil der Betriebe steigen müsse, die in ihre Firmen investieren würden. „Es muss klar sein, dass dies zukunftssichernd ist“, erläuterte Markus Kluft. 
In der Frage der Flüchtlinge ist die Bereitschaft zu helfen und die Menschen in einen Beruf zu bringen, bei der Handwerkskammer und den einzelnen Firmen groß. „Nur die Rahmenbedingungen müssen stimmen. Sie müssen ein Aufenthaltsrecht haben, das mindestens drei Jahre Ausbildung und zwei Jahre Arbeit beinhaltet, damit es sich für die Firmen lohnt. Aber wir sind dabei, hier einiges zu tun“, macht Meinolf Niemand klar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare