Bürgerinformation zu Museum bringt positive Ergebnisse

Konstruktive Stimmung

Bürger diskutierten jetzt die aktuellen Entwürfe für das Museums- und Kulturforum in Arnsberg. Foto: Denise Weber

„Eine konstruktive Stimmung, in der gute Argumente ausgetauscht wurden“, so fasste die Vorsitzende des Fördervereins des Sauerland-Museums Ursula Gödde die öffentliche Informationsveranstaltung zum Um- und Neubau des Museums zum Museums- und Kulturforum Südwestfalen zusammen, zu der die Verantwortlichen in dieser Woche ins „Blaue Haus“ geladen hatten.

„Wir möchten die Meinung der Bürger hören ohne das eigentliche Grundsatzprojekt in Frage zu stellen“, sagte Landrat Karl Schneider zu Beginn des Abends. „Wir wollen nun endlich in die Bauphase eintreten, um in Steine, statt in neue Planungen zu investieren“, forderte er weiter. Museumsleiter Dr. Jürgen Schulte-Hobein resümierte die bisherigen Ideen und Gründe, die zum derzeitigen Entwurf führten und gab einen kleinen Ausblick auf die neu konzipierte Dauerausstellung im „alten“ Museumsteil des Landsberger Hofes und die Möglichkeiten des neuen, noch zu bauenden Teils des Museums mit Platz für Sonderausstellungen, Konzerte und Tagungen. „Das Grundziel ist die Revitalisierung der Altstadt, dazu möchte das Sauerland-Museum mit interessanten Wechselausstellungen beitragen“, sagte er.

Diese seien jedoch nur möglich, wenn sich das Museum auf Dauer dem Wandel der Zeit anpasse und Platz für solche umfangreichen Ausstellungen und deren Präsentation biete. „Das bisherige Gebäude ist mit der jährlichen Besucherzahl von etwa 25.000 bis 30.000 Leuten ausgereizt“, so Schulte-Hobein. Zudem ist es nicht barrierefrei und damit für viele Interessierte nur bedingt betretbar, was die Restaurierung des Landsberger Hofes, wie auch einen Neubau unabdingbar mache.

Meredith Atkinson vom beauftragten Architekturbüro Bez + Kock aus Stuttgart stellte die bisherigen Entwürfe und verworfenen Planungen, sowie deren Gründe vor und erläuterte anschließend den jetzigen Entwurf, die sogenannte „Treppen-Variante“ (der SauerlandKurier berichtete).

Auflockerung der Fassade gewünscht

Viele der während der anschließenden Diskussion vorgebrachten Bedenken konnten die Verantwortlichen gut verstehen und betonten, dass die Treppen-Variante lediglich ein Entwurf sei, auf dessen Basis nun weiterzuplanen sei. Die Forderung komplett zurück zu den anfänglichen Entwürfen des Architekten-Wettbewerbs zu gehen, musste jedoch zurückgewiesen werden, da ein solcher Wettbewerb strengen Richtlinien unterliege und eine Aufgabe des derzeitigen Bauvorhabens ein komplett neues Verfahren nach sich ziehen würde, dessen Ausgang mehr als ungewiss wäre und somit bereits bewilligte Förderungen für den Bau sogar verloren gehen könnten.

„Wir wollen ihre Anregungen und Impulse hören, daher haben wir diese Diskussion extra vor die Entscheidung des Kreistages gestellt, um ihre Ideen dort mit einfließen lassen zu können“, betonte Schneider. Und Ideen gab es reichlich. So wünschten sich viele eine Auflockerung der Außenfassade und eine Öffnung, beispielsweise durch viele Fenster, des Überganges zwischen Landsberger Hof und dem geplanten Neubau. „Nach dieser Diskussion sehen wir das Bauvorhaben positiver als vorher. Man kann es sich jetzt viel besser vorstellen und die moderne Bauweise könnte auch einen guten Kontrast zum bestehenden Stadtbild bieten“, meinten am Ende beispielsweise Dagmar und Andreas Hempelmann im Anschluss.

Am 28. April wird im Kreistag über die Umplanungsvarianten beraten und das weitere Vorgehen beschlossen, vielleicht wird dann wirklich bald in „Steine investiert“, wie der Landrat forderte.

Die Linke im Kreistag hat zwischenzeitlich in einem Antrag an Kulturausschuss und Kreistag einen Baustopp des Neubaus und eine Beschränkung auf die Sanierung des Altbaus gefordert. Ferner solle sich laut der Fraktion eine Kommission um Alternativlösungen für die Wechselausstellungen des Museums kümmern. Auch der zweite Bauplan der operativen Kreisverwaltung sei aus Sicht der Fraktion nicht mehr sinnvoll zu finanzieren. (Von Denise Weber, neheim@sauerlandkurier.de)

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