Felsgebilde spiegeln sich im Meer

Kristina Berning zeigt „Echo & Raukan“ im Arnsberger Lichthaus

Kuratorin Lydia Korndörfer und Cornelius Berning berichteten von der Entstehung von „Echo & Raukan“.
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Kuratorin Lydia Korndörfer und Cornelius Berning berichteten von der Entstehung von „Echo & Raukan“.

Arnsberg – Ein Stück Gotland holt die Künstlerin Kristina Berning mit ihrer Ausstellung „Echo und Raukan“ ins Lichthaus nach Arnsberg. Die sich im Wasser spiegelnden Felstürme, die sogenannten Raukar am Strand der Insel, hat Berning in ihrer Werkserie „Digging Sculptures“ verarbeitet. Stücke aus dieser Werkserie sind in der Ausstellung im Lichthaus zu sehen.

Es begann mit einer Reise nach Gotland, bei der Kristina Berning die Felsformationen „Raukar“ kennenlernte, die wie einsame Riesen den Strand hüten und sich nicht von den Wellen beeinflussen lassen. Berning beginnt ihre künstlerische Arbeit, indem sie mit bloßen Händen Tonblöcke aushöhlt. 

„Sie passt sich bei ihrer Arbeit dem Rhythmus der Wellen an und gräbt sich mit 80 Zentimetern – der Länge eines Arms – tief in die Masse ein“, erklärt Kathrin Brandt, vom Kulturbüro der Stadt Arnsberg. Die entstandenen Hohlräume gießt sie mit Gips aus. Bei den „Digging Sculptures“ (gegrabene Werke) sind die Fingerspuren noch zu sehen, die die Künstlerin hinterlassen hat und geben ihnen so ihre Lebendigkeit. 

Der einsame Riese im Lichthaus

Anders bei Raukan, der mit seinem Namen auf die Formationen Raukar verweist. Er erhebt sich mit 2,70 Metern hoch über die anderen Werke hinaus. Der einsame Riese im Lichthaus wurde mit einem 3D-Scan aus OSB-Platten gefräst. „Sie hat das Verfahren vor der Fertigstellung gestoppt“, erklärt Cornelius Berning stellvertretend für Ehefrau Kristina, die zur Vorstellung nicht selbst vor Ort sein konnte. „Die Skulptur bleibt so in einem fragmentarischen Zustand.“ Auch die Felsformationen auf Gotland werden niemals „fertig“. „Echo“ steht ihm mit weitaus kleineren Dimensionen zur Seite. 

Bezüge zu griechischer Mythologie

Der Ausstellungstitel stellt zwei der Skulpturen, „Echo“ und „Raukan“, als Protagonisten heraus und lässt mythologische Bezüge zu „Narcissus und Echo“ (Ovid) anklingen. „Die Bergnymphe Echo kann als Strafe für ihre Vergehen keine eigenen Worte mehr hervorbringen, sie kann ausschließlich die Worte wiederholen, die sie von ihrem Gegenüber hört. Dem schönen Narziss kann sie ihre Liebe nicht gestehen und wird abgewiesen. Sie wird ganz Stimme und ihr Körper wird zu Stein. Narziss wird für seinen Hochmut bestraft, indem er seinem Spiegelbild und damit dem Wahnsinn verfällt und schließlich in den Tod getrieben wird“, erzählt Kuratorin Lydia Korndörfer. 

Wie in dem Mythos wird auch im Lichthaus die Spiegelung zu einem zentralen Thema. Der Boden wurde mit Spiegelfolie bedeckt. Sie lässt erahnen, wie sich „Echo und Raukan“ im Meer spiegeln würden. Die Spiegelungen sind mit das zentrale Motiv der Ausstellung.

Die Ausstellung „Echo & Raukan“ ist bis zum 5. September im Lichthaus (Kloster Wedinghausen) zu sehen. Sie kann von außen betrachtet werden, da die Spiegelfolie nicht betreten werden darf.

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