Multimediale Ausstellung stellt Frage: "Was wäre wenn...?"

Land NRW unterstützt Kultur-Projekte im Sauerland mit 139.000 Euro

Neben einer Straße ist in Neheim unter anderem eine Grundschule nach Graf Gottfried benannt. Foto: R. Weber

Arnsberg/Neheim. Zwei geschichtsträchtige Ereignisse jähren sich 2018 zum 650. Mal in der Stadt Arnsberg: Zum einen die Waldschenkung des Grafen Gottfried IV. an die Stadt Neheim, zum anderen die Übertragung der Grafschaft Arnsberg an das Erzbistum Köln. Mit der Frage, wie die Geschichte verlaufen wäre, wenn dies damals nicht geschehen wäre, soll sich in diesem Jahr eine besondere Ausstellung beschäftigen. Fördermittel des Landes in Höhe von 41.000 Euro wurden dafür jetzt von der Bezirksregierung Arnsberg übermittelt.

Im Jahr 1368 verkaufte Graf Gottfried IV. die damalige Grafschaft Arnsberg an den Erzbischof von Köln. Diese Entscheidung verhalf Arnsberg in der Folge zu einer ungeahnten Blüte, die bis in die Gegenwart spürbar ist – unter anderem durch den Ausbau zur bis heute bestehenden Regierungsstadt mit dem Wechsel unter die Herrschaft Preußens. „Das ist ein Thema, das schon NRW-prägend ist“, ordnet Peter Kleine, Fachbereichsleiter Kultur bei der Stadt Arnsberg ein, „das katholische Sauerland hätte sich so wahrscheinlich nicht entwickeln können. Wäre Arnsberg heute überhaupt Regierungssitz?“ 

Da der letzte Graf von Arnsberg kinderlos geblieben war, wäre die Grafschaft vermutlich in viele Teile zerlegt worden, hätte er sie nicht an den Erzbischof in Köln weitergegeben. „Es ist sehr lange her, aber doch wurden damals die Weichen gestellt. In kultureller, politischer und religiöser Hinsicht wäre unser Sauerland heute wahrscheinlich anders“, so Peter Kleine. 

98.000 Euro für "Sauerland-Herbst"

Mit diesen Fragestellungen soll sich das in enger Zusammenarbeit mit Stadtarchivar Michael Gosmann entwickelte Projekt unter dem Titel „Ferne Zeit? 650 Jahre Grafschaft Arnsberg bei Köln“ beschäftigen. Grundlage ist die damalige Urkunde über den Verkauf der Grafschaft. Da die Fördermittel jetzt bewilligt sind, kann die Planung der Ausstellung nun richtig beginnen. Fest steht bislang, dass sie in den Räumen des Klosters Wedinghausen stattfinden und die Geschichte mit verschiedenen multimedialen Mitteln zum Leben erwecken soll. 

Neben dem Projekt „Ferne Zeit?“ in Arnsberg fördert das Land NRW im Sauerland zwei weitere Projekte mit insgesamt 98.000 Euro. Der Großteil ist für den Sauerland-Herbst bestimmt. Die Konzertreihe mit renommierten Blechbläserensembles geht dieses Jahr in ihre 19. Spielzeit und hat sich zu einem Publikumsmagneten entwickelt. 

Ebenso gefördert wird der „Spirituelle Sommer 2018“ unter dem Motto Licht. Hier wurde erst in der vergangenen Woche das diesjährige Programm vorgestellt.  Das Land NRW möchte damit Vielfalt kultureller Angebote für die Bürger der Region stärken und zugleich das Sauerland als Ziel auch kulturell interessierter Touristen weiter ausbauen.

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