„Ein Appell an die Vernunft“

Landesweite Kampagne „Lenk dich nicht app!“ gestartet

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Landrat Dr. Karl Schneider, Klaus Bunse, Sarah Sudhoff, Gregor Mertens und Hauke Möller waren bei der Vorstellung der Kampagne dabei und präsentierten den mit einer Zeichnung des Cartoonisten Oli Hilbring versehenen Bus.

Arnsberg/Hochsauerland. Es ist gefährlich und es ist verboten, kostet Geld und außerdem einen Punkt in Flensburg. Trotzdem ist das Telefonieren und Nachrichten verschicken am Steuer des Autos eine sich immer mehr verbreitende Unsitte. Eine landesweite Kampagne soll nun dafür sorgen, dass sich das Verhalten ändert und sich die Autofahrer bewusster werden, in welche Gefahr sie sich und andere begeben.

Die landesweite Kampagne „Lenk dich nicht app! Kein Handy am Steuer“ wird in Arnsberg durch die RLG unterstützt. Mit einem neu beklebten Bus sollen die Verkehrsteilnehmer auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden. 

Bei der Vorstellung des neu beklebten Fahrzeugs war Landrat Dr. Schneider anwesend. „Die Verkehrsteilnehmer müssen die Botschaft sehen. Und wo funktioniert das besser, als auf der Rückseite eines Busses, den die meisten Verkehrsteilnehmer irgendwann zu sehen bekommen. Es ist eine gute Plattform für die Botschaft, wie leichtsinnig es ist, während der Fahrt das Handy zu benutzen. Wir wissen, dass heute jeder zehnte Unfall auf diesen Leichtsinn zurückzuführen ist“, machte Landrat Schneider klar. Die Polizei setzt auf Prävention und hofft, mit dieser Kampagne auch die jungen Leute zu erreichen, da zwei Drittel der Fahrgäste in den Bussen der RLG Jugendliche sind. 

"Autofahrer müssen einsichtiger werden"

Polizeidirektor Klaus Bunse bestätigte, dass dieses Problem vermehrt auftritt. „Nur drei Sekunden auf ein Handy blicken bedeutend 40 Meter Blindflug. Außerdem wird die Reaktionszeit länger und eine Hand ist sozusagen belegt. Ein sicheres Autofahren ist so nicht möglich“. 

Durch Untersuchungen ist erwiesen, dass Telefonieren am Steuer die gleiche Gefahr in sich birgt wie eine Fahrt mit 0,8 Promille Alkohol im Blut. Wird eine Kurznachricht geschrieben entspricht dies einer Alkoholfahrt von 1,1 Promille. „Die Autofahrer müssen einsichtiger werden. Es betrifft allerdings ebenso die Radfahrer wie auch die Motorradfahrer. Diese Kampagne ist ein Appell an die Vernunft. Fruchtet dies nicht, so muss das Bußgeld erhöht werden. Im Moment liegt es bei 60 Euro, mit Verwaltungskosten liegen wir bei 84,50 Euro, dazu kommt ein Punkt in Flensburg. Das ist ärgerliches Geld, das man anders ausgeben könnte“, appelliert der der Erste Polizeihauptkommissar und Leiter der Direktion Verkehr Gregor Mertens an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer.

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