"In der Region angekommen"

Leader-Verein zieht Bilanz und blickt auf Fördermöglichkeiten für Projekte in der Bürgerregion am Sorpesee

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Vorstand und Regionalmanagement des Vereins „Leader sein“ heißen das neue LAG-Mitglied Jürgen ter Braak (Dritter von links) willkommen: Dr. Birgitta Plass, Sven Schneider, Lars Morgenbrod, Tevres Hammer, Klaus Peter Sasse, Barbara Wachauf, Manfred Rotermund (v.li.).

Arnsberg/Sundern/Neheim. Mehr als 30 Projekte hat Leader in der „Bürgerregion am Sorpesee“ allein bis Ende 2018 auf den Weg gebracht. Welche weiteren Vorhaben der Verein „Leader sein“ in der nächsten Zeit umsetzen möchte, haben die Mitglieder in dieser Woche in der Agnes-Wenke-Schule in Neheim besprochen. Der Ort für die Mitgliederversammlung wurde nicht zufällig ausgewählt, denn auch in den Räumlichkeiten der Neheimer Sekundarschule befindet sich ein Leader-gefördertes Projekt. Noch vor den Sommerferien soll hier eine Cafeteria mit Wintergarten eröffnet werden, die vor allem auch außerhalb der Schulzeiten für die Nachbarschaft geöffnet sein soll.

„Die Seniorenwohnanlage Altes Wasserwerk ist nicht weit entfernt und die Bewohner haben sich schon jetzt vorab für regelmäßige Besuche bei uns angemeldet“, wie Schulleiter Andreas Schauerte mitteilte. Da Handwerker zurzeit nur schwer zu bekommen seien, erledigen Lehrer und Schüler in Eigenarbeit anfallende Aufgaben wie beispielsweise das Anbringen von Holzleisten an der Wand oder die Verlegung des Fußbodens. Das Projekt wird nicht nur von Leader gefördert, sondern auch von der Caritas und der Ikea-Stiftung, die 70.000 Euro dafür gespendet hat. 

Klaus Peter Sasse, Vorsitzender des Vereins „Leader sein“, sieht dieses Vorhaben wie auch andere Projekte als Beispiel dafür, „dass Leader inzwischen in der Region angekommen ist“. Dies zeige sich auch daran, dass bis einschließlich Sommer 2019 dann insgesamt 47 förderfähige Projekte ins Leben gerufen worden seien. „Es gab nur wenige Projekte“, so Sasse, „von deren Umsetzung wir letztlich absehen mussten und sie nicht fördern konnten. Das ist sehr schade, aber das müssen wir so akzeptieren.“ 

Sven Schneider unterstützt das Regionalmanagement

Dennoch gibt es auch viele Projekte, die realisiert werden können. So findet auch diesen Sommer wieder das Jugendprojekt „Power Up! Deine Hood ist deine Base“ am Sorpesee statt. Sowohl im August als auch im Oktober gestalten die Jugendlichen zwischen 18 und 22 Jahren eigene Projekte. „Ziel ist es junge Menschen an die Region zu binden und ihnen zu zeigen, was sie vor Ort umsetzen können“, erklärt Sven Schneider, der den Verein für die Zeit des Mutterschaftsurlaubes von Regionalmanagerin Annika Kabbert unterstützt. Eine weitere personelle Änderung ergibt sich dadurch, dass Jürgen ter Braak aus Sundern als Nachfolgemitglied für Udo Hoffmann aus Altenhellefeld in die Lokale Aktionsgruppe (LAG) nachrückt. 

Viele weitere Angebote zu Unternehmungen in der Region sind seit Herbst letzten Jahres auf der Entdeckerkarte „Grünblaue Sorpe“ abgebildet, die es im Format DIN A1 zu erwerben gibt. Regionalmanager Lars Morgenbrod verdeutlichte, dass die Erarbeitung dieser Karte ein Arbeitsprozess ist und im Endeffekt alle Leader-Projekte darauf abgebildet werden sollen. „Bei der Erstellung der Karte konnten wir aber auch einige Defizite, vor allem im Bereich der Infrastruktur und der öffentlichen Verkehrsmittelanbindung aufdecken, die jetzt hoffentlich in Angriff genommen werden“, wie er mitteilte. 

Projekte mit innovativem Charakter 

80 Prozent der Leader-Fördermittel in Höhe von insgesamt 3,1 Millionen Euro sind bereits gebunden. Und auch für die restlichen Mittel sind schon Projekte angemeldet, so dass die Verantwortlichen davon ausgehen, ab Mitte des Jahres alle Fördermittel bereits verplant zu haben. Die Projekte können noch bis Ende 2022 umgesetzt werden. „Wie genau sich das Umweltministerium die Förderung der Leader-Vereine nach Ablauf dieser Zeit vorstellt, ist noch unklar“, teilte Sabine Möglich-Bangemann von der Bezirksregierung Arnsberg mit. Klar sei jedoch, dass es auch weiterhin eine Förderung geben soll. 

"Leader sein und Leader bleiben"

Neuregelungen sehen außerdem vor, dass ab sofort auch Kleinstprojekte bis 5.000 Euro pro Projekt gefördert werden können. Auch Dachprojekte, also ein Zusammenschluss verschiedener gleichartiger Projekte, sind förderungsfähig. Wichtig sei nur, dass es sich um Vorhaben handele, bei denen der innovative Charakter oder die Stärkung der ländlichen Regionen im Vordergrund stehe. Zusätzlich könnten auch noch Projekte der Lokalen Aktionsgruppen Unterstützung von der Bezirksregierung erhalten. Bereits am Dienstag, 21. Mai, findet die nächste Besprechung der LAG für weitere Vorhaben statt. Klaus Peter Sasse ermuntert alle, die Ideen für neue Projekte haben, sich weiterhin zu melden. „Es gibt immer neue Möglichkeiten und neue Entwicklungen, so dass noch eine Chance bestehen könnte“, so Sasse, der zudem auf eine Weiterförderung von Leader seitens des Ministeriums nach dieser Förderperiode hofft. „Leader sein und Leader bleiben“ sei das Ziel, wie Möglich-Bangemann es treffend formulierte.

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