Lust am Lesen erfahren

"Literaturtage" des Verbandes deutscher Schrifsteller finden in Arnsberg statt

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Hans-Josef Vogel, Dietmar Damwerth, Volker W. Degener und Peter Kleine (v. l.) sind gespannt auf die Literaturtage.

Arnsberg. „Bücher lesen, dadurch Zusammenhänge erkennen und Widerstand gegen die Vereinfachung der Welt leisten“ – mit diesen Worten warb Bürgermeister Hans-Josef Vogel für die Literaturtage des Verbandes der deutschen Schriftsteller, die in diesem Jahr in Arnsberg stattfinden werden. 76 Autoren haben sich angemeldet und 60 Lesungen finden statt, davon werden die meisten in Schulen gehalten.

Ein Buch zu öffnen, die Seiten zu blättern und das Papier zu riechen, ist für viele immer noch etwas Besonderes. Oft sind aus Kindertagen die Bücher mit in die Erwachsenenwelt hinübergerettet worden, werden den eigenen Kindern weitergegeben. Auch sie sollen ja die Lust am Lesen erfahren und möglichst zeitlebens nicht mehr verlieren. Für viele begeisterte Leser grenzt es heute noch an ein Sakrileg, Bücher wegzuwerfen. 

Nun wird in der Stadt etwas Besonderes geboten: Die Literaturtage des deutschen Schriftstellerverbandes finden in Arnsberg statt und sollen vor allem Kinder auf das Lesen aufmerksam machen und den Erwachsenen Bücher und Geschichten vorstellen, die sie wahrscheinlich noch nicht kennen. „Diese Literaturtage gibt es seit über 70 Jahren“, erläuterte Volker W. Wegener, Schriftsteller und Vorsitzender des Verbandes. In der jetzigen Form gibt es sie seit 1969, als sich die Schriftsteller gewerkschaftlich organisierten. 

„Autoren und Lehrer besprechen in diesen Tagen die letzten Details der Lesungen“, erklärte Peter Kleine vom Kulturbüro. „Es geht dabei um Kreativität, Öffnung des Horizonts und darum, einmal andere Positionen einzunehmen.“ „Es ist uns ein Anliegen, in die Schulen zu gehen. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht. Es sollen allerdings maximal zwei Klassen an einer Lesung teilnehmen, wir wollen ja den direkten Kontakt zu den Schülern. Im Anschluss wird dann noch diskutiert. Die Autoren, die in die Schulen gehen, haben schon Erfahrung mit Schülern und können gut mit Kindern und Jugendlichen, aber auch mit eigenwilligen Situationen umgehen“, erläuterte Volker W. Degener weiter. Für die Veranstaltung ist jeweils eine Doppelstunde vorgesehen. Der Termin hierfür ist am Freitag, 31. März, ab 9 Uhr. 

Lesungen an besonderen Orten 

„Wir wollen auch an die Menschen herankommen, die nicht so Bücher-affin sind. Das gelingt möglicherweise mit den besonderen Orten, die wir ausgewählt haben“, berichtete Dietmar Damwerth, Schriftsteller und Geschäftsführer des Verbandes. So ist die erste Lesung in der alten Bibliothek im Kloster Wedinghausen. Dort heißt es: „Von Mauern, Mythen und Menschen“. Anhand der Arnsberger Geschichte sollen sich die fünf Autoren inspiriert fühlen, die alte Geschichte weiterzuführen oder ganz neu zu berichten. Diese Lesung ist am Donnerstag, 30. März, um 20 Uhr. 

Drei Tandemlesungen gibt es am Freitag, 31. März, um 18 Uhr, jeweils in der Alten Synagoge, im Feuerwehrmuseum und in der Werkstattgalerie Der Bogen. In der Alten Synagoge gibt es das Programm „Heimatabend“ – eine etwas andere literarische Landvermessung. Launige und humorvolle Gespräche sowie Heimatgedichte der anderen Art sind hier von Matthias Engels und Thorsten Trelenberg angekündigt. Die zweite Tandemlesung im Feuerwehrmuseum in Arnsberg wird von Christiane Höhmann und Jürgen Kehrer gestaltet. In der Werkstattgalerie Der Bogen lesen Margit Kruse und Mechthild Bormann. 

Um 20 Uhr heißt es dann in der Kulturschmiede: „Wo bleibt die Liebe“? Fünf Schriftsteller berichten über ihre Suche nach der Liebe – über Glückserfahrungen, Enttäuschungen, Kummer sowie Sehnsucht und Hoffnung. Es sind Geschichten zu einem ewigen, immer wieder reizvollen und unsterblichen Thema. 

Aktuelle Programminformationen gibt es unter www.vs.nrw.de. Der Verband deutscher Schriftsteller (VS) NRW ist die professionelle Berufsvertretung der Schriftsteller in NRW. Er verfolgt allgemein das Ziel, die kulturpolitischen, rechtlichen und sozialen Interessen seiner Mitglieder zu fördern und zu vertreten sowie die internationalen Beziehungen der Schriftsteller zu pflegen.

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