Der Weg zur bewegten Stadt

Masterplan Sport: Arnsberg lädt zur Bürgerbeteiligung ein

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Wie groß die Vielfalt an Sport- und Bewegungsangeboten im Stadtgebiet Arnsberg ist, soll der Masterplan Sport zeigen.

Arnsberg. „Es gibt so viel Engagement und Herzblut in den Sportvereinen, das ist eine ganz tolle Sache und eine Bereicherung für die Gesellschaft.“ Das betonte Bürgermeister Ralf Paul Bittner in dieser Woche bei der Vorstellung des „Masterplan Sport“, der nun die öffentliche Phase inklusive Bürgerbeteiligung startet.

„Masterplan Sport ist natürlich ein großes Wort, da müssen Inhalte her“, machte Peter Kleine, Fachbereichsleitung Kultur und Sport bei der Stadt Arnsberg, deutlich. „Es geht nicht allein um die Entwicklung von Sportstätten, sondern auch darum, wie sich die Themenfelder Sport und Bewegung in unserer Stadt entwickeln und was wir tun können, damit sie sich optimal entwickeln.“ Planungsdezernent Thomas Vielhaber wies auf zwei verschiedene Blickwinkel hin: „Wir haben einmal die Sicht der Sportler und die Sicht der Stadt.“ In vielen Kommunen würden Sport und Bewegung zum Stadtbild gehören: „Wir wollen das Leitbild einer bewegten Stadt. Die Anzahl der Sportstätten einzudämmen ist nicht das Thema. Es geht darum den Blick zu öffnen und wie wir uns zukunftsfähig aufstellen können“, so Vielhaber. 

Dafür hat die Stadtverwaltung jetzt das Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) aus Stuttgart mit ins Boot geholt. Deren Ziel ist es, zusammen mit der Stadtverwaltung, den Vereinen und Bürgern Leitziele und Maßnahmen für eine sport- und bewegungsfreundliche Stadt zu entwickeln. „Dabei werden Stadt- und Naturräume ebenso einbezogen wie Sportplätze und Schulhöfe“, erläutert Dr. Julia Thurn, die den Masterplan in Arnsberg koordiniert. „Unsere Herangehensweise gliedert sich in zwei Säulen – zum einen das Angebot, also zum Beispiel welche Möglichkeiten gibt es für unterschiedliche Zielgruppen vor Ort, und zum anderen Organisationsentwicklung, zum Beispiel wie reagiert man darauf, dass das ehrenamtliche Engagement zurückgeht oder wo können Wege besser beschildert werden. Dies alles sind Themen, der Sportentwicklungsplanung, die in einem kooperativen Prozess zusammengebracht werden sollen, um Leitziele zu erarbeiten.“ 

Sensibilisieren und motivieren 

Gemeinsam freuen sich die Beteiligten nun auf die Auftaktveranstaltung, die am Donnerstag, 14. März, im Kulturzentrum Berliner Platz in Neheim stattfindet. Diese soll einmal dazu dienen, die Bevölkerung über Zeitplan und verschiedene Bausteine zu informieren, aber auch zu sensibilisieren und zur eigenen Beteiligung zu motivieren. Wichtig ist Dr. Julia Thurn, dass sie zwar Input und Inspiration aus sportwissenschaftlicher Sicht geben und Ziele und Maßnahmen anleiten werde, die Antworten und Ideen aber aus der Gruppe, also von den Akteuren vor Ort kommen sollen. Aktuell erfolge bereits eine Bestandsaufnahme. Für die Bedarfsplanung werden dann Vereine, Schulen und Bevölkerung befragt, wobei Bedarfe sowohl subjektiv als auch objektiv erfasst werden. 

Von den Vereinen habe es bisher positive und negative Resonanz auf den Masterplan Sport gegeben, wie Bürgermeister Bittner berichtete. Daher war es ihm wichtig zu betonen, dass aktuell laufende oder geplante Projekte jetzt nicht gestoppt, sondern in das Projekt mit einbezogen würden. „Es ist eine Chance“, betonte der Bürgermeister. „Denn das Entscheidende ist doch, dass wir uns hier wohlfühlen.“ Die Ausstattung der Vereine und die Sicherheit der Flutlichtmasten – um nur ein Beispiel zu nennen – seien natürlich wichtig, aber es gehe darüber hinaus darum, als Standort attraktiv zu sein, auch nach außen für Neubürger. Thomas Vielhaber ergänzte: „Wir haben eine solche Dichte an Sportanlagen, verbunden durch das blau-grüne Band, aber das haben wir noch nie so herausgestellt“, zeigte er sich aus Sicht der Stadtentwicklung gespannt auf die Ergebnisse.

Hintergrund 

Der Masterplan Sport geht zurück auf einen Antrag der SPD Fraktion. In zwei Ausschusssitzungen wurde das Vorhaben thematisiert. Der Vergabeverfahren startete im Sommer; Ende 2018 erhielt das Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) den Auftrag. Die Auftaktveranstaltung findet am 14. März statt. Der Abschluss des Prozesses wird für das erste Quartal 2020 anvisiert. Die künftigen möglichen Maßnahmen aus dem Masterplan Sport werden dann wieder Teil der politischen Beratung sein.

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