Bestands- und Bedarfsanalyse im Ausschuss für Schule, Kultur und Sport vorgestellt

Masterplan Sport und Bewegung soll in Arnsberg als Leitlinie für die nächsten zehn Jahre dienen

Joggen am frühen Morgen bei Sonnenaufgang – auch das ist eine Möglichkeit, an der Ausdauer-Challenge des Rinkeroder Sportvereins teilzunehmen.
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Um die Themen und Sport und Bewegung - sowohl im öffentlichen Raum als auch in Schule und Verein - geht es im aktuell vorgestellten Masterplan Sport und Bewegung Arnsberg.

Wie entwickeln sich die Themenfelder Sport und Bewegung in der Stadt Arnsberg? Wo und wie können die örtlichen Sportstätten weiterentwickelt werden? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, brachte die Stadt Arnsberg vor gut drei Jahren den „Masterplan Sport und Bewegung“ auf den Weg. In dieser Woche stellte nun das beauftragte Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) die Ergebnisse der umfangreichen Bestands- und Bedarfsanalyse im Ausschuss für Schule, Kultur und Sport vor.

Arnsberg – In den vergangenen beiden Jahren befragte das Institut nicht nur zahlreiche Bürger nach ihren sportlichen Gewohnheiten und Wünschen rund um das Thema Sport und Bewegung in der Stadt Arnsberg, sondern erfasste auch die Bedarfe von Kitas, Schulen und Sportvereinen. Daraus wurden schließlich konkrete Handlungsfelder und Zielsetzungen entwickelt, die in einer aktuellen Ratsvorlage zusammengefasst sind:

  • 1. Sport- und Bewegungsangebote: Das Sport und Bewegungsangebot für spezielle Zielgruppen soll im Bereich Breiten- und Freizeitsport ergänzt und ausgebaut werden. Die Öffentlichkeitsarbeit soll verbessert werden.
  • 2. Vereinsentwicklung und Ehrenamt: Ehrenamtlich Engagierte sollen stärker unterstützt und entlastet werden. Die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Sportvereinen untereinander und mit Bildungseinrichtungen sollen intensiviert werden.
  • 3. Sport und Bewegung im öffentlichen Raum: Die Rad- und Laufweggestaltung soll weiter optimiert werden, Schulhöfe sollen bewegungsfreundlich gestaltet werden. Die Bewegungsmöglichkeiten auf offen zugänglichen Freizeitspielfeldern sollen mittels zentraler und dezentraler Strukturen bedarfsgerecht ausgebaut werden.
  • 4. Sportaußenanlagen für den Schul- und Vereinssport: Die Sportplätze sollen besser gepflegt und Instandgehalten werden und teilweise für den Freizeitsport ergänzt werden.
  • 5. Hallen und Räume: Durch eine effiziente und effektive Hallenbelegung sollen die vorhandenen Kapazitäten möglichst optimal ausgenutzt werden. Der bauliche Zustand der vorhandenen Hallen soll optimiert und die vorhandenen Kapazitäten bedarfsspezifisch ergänzt werden.
  • 6. Sondersportanlagen (Tennisplätze und Bäder): Die Zahl der Tennisfreiplätze soll reduziert und freizeitsportliche Nutzungen ermöglicht werden. Die vorhandenen Kapazitäten in Bädern in Arnsberg sollen ausgebaut und dezentral erhalten bleiben.

Um diese Ziele zu erreichen wurden im weiteren Verlauf 35 Handlungsempfehlungen für Verwaltung, Vereine, Schulen und andere erarbeitet, die nach Wichtigkeit und zeitlicher Dringlichkeit priorisiert wurden. Diese sollen als Leitlinie der Entwicklung von Sport und Bewegung in Arnsberg in den kommenden zehn Jahren dienen.

Handlungsempfehlungen mit hoher Priorität

Die Präsentation des Instituts ikps sei im Ausschuss auf positive Resonanz gestoßen, berichtet Ausschussvorsitzender Peter Blume im Gespräch mit dem SauerlandKurier. Eine wichtige Erkenntnis der Bestandsaufnahme sei, dass Wasserflächen auf keinen Fall weiter reduziert werden dürften, und mindestens der Status Quo erhalten werden müsse. Dass Kinder Schwimmen lernen können, habe hohe Priorität. In der Vorlage heißt es hierzu von der Verwaltung: In Bezug auf die Ermittlung der Sanierungskosten der Lehrschwimmbecken und Erstellung einer Bäderkonzeption sei der Auftrag zur Erstellung einer Bäderkonzeption erteilt. Wann die Umsetzung der Konzeption erfolgen könne, hänge voraussichtlich von der Möglichkeit ab, Fördermittel zu gewinnen.

Eine weitere Erkenntnis: Der nicht vereinsgebundene Sport falle künftig stärker ins Gewicht, berichtet Peter Blume weiter. Als Handlungsempfehlungen nennt die Planungsgruppe hier beispielsweise das Einrichten weiterer niederschwelliger und barrierefreier Bewegungsangebote. In Bezug auf Kunstrasenplätze sei die Stadt hingegen sehr gut aufgestellt. Hier müsse man in Zukunft den demografischen Wandel im Blick behalten, so der Ausschussvorsitzende.

Planstelle für den Bereich „Hallen und Räume“

Darüber hinaus werde sich das Sportbüro künftig intensiver in die Verteilung von Hallenzeiten einbringen, um hier eine multifunktionale Nutzung etwa auch durch Kitas sicherzustellen, erläutert Peter Blume eine weitere Empfehlung von hoher Priorität. Vonseiten der Verwaltung sei bereits im Februar 2021 eine für den Bereich „Hallen und Räume“ ausgewiesene Planstelle im Fachdienst Sportbüro wiederbesetzt, heißt es hierzu in der Vorlage. Gleichzeitig befinde sich die Beschaffung eines Raum- und Ressourcenmanagementprogramms in der Auswahlphase.

Um die Zusammenarbeit und den regelmäßigen Austausch der Arnsberger Sportvereine zu förden und ein entsprechendes Netzwerk aufzubauen, wird vorgeschlagen, dass der Stadtsportverband zu einem Netzwerktreffen einlädt. Als nächster Schritt solle dann eine öffentliche Plattform für Bewegung und Sport entwickelt werden, so eine weitere Handlungsempfehlung.

Thema im Rat am 6. Mai

Ursprünglich war es geplant, die Ergebnisse des Masterplans in einer breiten öffentlichen Veranstaltung vorzustellen und mit der Sitzung des Rates der Stadt Arnsberg zu verbinden, schildert die Stadtverwaltung. Aufgrund der Corona-Pandemie ist eine solche Veranstaltung jedoch seit März 2020 nicht möglich gewesen.

Zwischenzeitlich konnten jedoch Anregungen beteiligter Vereine, Einrichtungen und Verwaltungsstellen in den Beschlussvorschlag eingearbeitet werden, über den final der Rat in seiner Sitzung am Donnerstag, 6. Mai, entscheiden wird.

Infos im Internet: Die komplette Vorlage mit weiteren Informationen zum Masterplan Sport und Bewegung gibt es im Ratsinformationssystem unter www.arnsberg.de

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