Verbraucherzentrale informiert über neues Elektroschrott-Gesetz

„Mensch und Umwelt schützen“

Dr. Peter Liese, Marlies Albus, Philip Heldt und Petra Niesbach stellten das neue Elektrogerätegesetz in der Verbraucherzentrale Neheim vor. Foto: Gaby Decker

Das Europäische Parlament hat vor zwei Wochen einen Gesetzesbeschluss gefasst, der Elektrofachgeschäften ab 400 Quadratmetern eine Rücknahme von Altgeräten vorschreibt.

Schon jetzt kann natürlich der Elektroschrott abgegeben werden, die Kommunen nehmen ihn in den städtischen Bauhöfen an, allerdings sind mancherorts die Öffnungszeiten nicht unbedingt kundenfreundlich und es ist daher schwer, die Geräte los zu werden.

„In den Elektro-Kleingeräten befinden sich viele Schadstoffe“, erklärte Dr. Peter Liese, Mitglied des Europäischen Parlaments, bei seinem Besuch in der Verbraucherzentrale in Neheim. „Mensch und Umwelt gilt es unbedingt zu schützen. Außerdem enthalten diese Geräte auch wertvolle Stoffe. Wir sollten nichts in den Müll werfen, was erst wieder mühevoll gewonnen werden muss.“ Natürlich sei es sinnvoll, die Geräte wieder dahin zu bringen, wo man sie gekauft habe. Allerdings beziehe sich das neue Gesetz, das am 1. Januar noch einmal durch den Bundesrat geht, auf Verkaufsräume ab 400 Quadratmetern. „Bei den kleineren Läden hoffen wir auf den Service der Freiwilligkeit“.

Petra Niesbach, von der Verbraucherzentrale NRW, teilte von Seiten der Verbraucher die Argumente: „Es fallen pro Kopf und Jahr 24 Kilogramm Elektroschrott in Deutschland an.“ Kein Verständnis hatte Petra Niesbach für den Ausschluss im Gesetz, die nicht mehr gebrauchten Elektrogeräte an Recycler weiter zu geben. Es sei eine Entscheidung der Bundesregierung zu diesem Gesetz und sicherlich noch einmal zu überdenken. „Eine genaue Erklärung dafür gibt es nicht, aber ich werde mich darum kümmern“, ergänzt Dr. Peter Liese.

Petra Niesbach hatte noch den Wunsch einer Produktkonzeption, die zum Beispiel beinhalten müsse, das Akkus in den Geräten austauschbar sein sollten. „Oft muss ein Gerät weg gegeben werden, wenn der Akku kaputt ist“, so Niesbach. Ihre Überzeugung ist es auch, dass man in Deutschland eine höhere Quote der Rückgabe erreichen könne, als die angestrebten 45 Prozent. Außerdem müsse eine Kompatibilität der Ladegeräte erreicht werden.

Philip Heldt, auch von der Verbraucherzentrale in NRW, weist auf den Online-Handel hin. „Auch hier müssen die Elektrogeräte zurück genommen werden, die Finanzierung hier für, ob Verbraucher oder Händler die Rückgabekosten tragen, ist im Gesetz allerdings noch nicht geregelt. Die Sorge, Laptops oder Handys mit den eigenen Daten weg zu werfen, kann Marlies Albus von der Verbraucherzentrale Neheim den Verbrauchern nehmen. „Es gibt bei uns eine Broschüre – Daten sicher löschen – danach kann man sein Gerät beruhigt zum Elektroschrott geben.“

Die Größe der Geräte, die zurück gehen, ist festgelegt. Sie dürfen eine Kantenlänge von 25 Zentimetern nicht überschreiten, sonst passen sie in die dafür vorgesehenen Tonnen nicht hinein. Marlies Albus weist noch darauf hin, dass es in Arnsberg in den Stadtbüros heute schon Tonnen gibt, die die Kleingeräte aufnehmen. „Auch der Wertstoffbringhof hat verbraucherfreundliche Öffnungszeiten. Es gibt also in Arnsberg keinen Grund, die Geräte in die häusliche Mülltonne oder gar im Wald zu entsorgen“. (Von Gaby Decker, neheim@sauerlandkurier.de)

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