Ministerpräsident Armin Laschet eröffnet Neubau und Macke-Ausstellung

Hoher Besuch zur doppelten Eröffnung im Sauerland-Museum am Sonntag

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Auch wenn sich die Ausstellung noch im Aufbau befindet sind Museumsleiter Dr. Jürgen Schulte-Hobein und Stellvertreterin Dr. Ulrike Schowe schon ganz begeistert von den Macke-Werken.

Arnsberg - Nach mehrjähriger Bauzeit ist es am kommenden Sonntag so weit: Der Neubau des Sauerland-Museums in Arnsberg (Museums- und Kulturforum Südwestfalen) wird eröffnet. Gleichzeitig freut sich das Museums-Team auf die Eröffnung der ersten Ausstellung, die in besonderer Weise an den sauerländer Künstler August Macke erinnert.

Dass die alleinige Sanierung des Landsberger Hofs mit einer neu konzipierten Dauerausstellung (Eröffnung im September 2018) für ein „Leuchtturmprojekt“ in Südwestfalen nicht ausreichen würde, diese Einschätzung war Politik und Verwaltung des Hochsauerlandkreises von Anfang an bewusst. 

Es musste darüber hinaus eine räumliche Erweiterung durch einen Neubau erfolgen, um künftig überregionale Wechselausstellungen mit deutlich gestiegenen Ansprüchen präsentieren und weitere zusätzliche kulturelle Veranstaltungen realisieren zu können.

Wer erinnert sich noch? Die Arbeiten für den Neubau begannen mit dem Abriss des alten Hochhauses 2014 in der Ruhrstraße.

Die räumliche Enge in der Arnsberger Altstadt ließ nicht viele Optionen zu. Die einzig sinnvolle Erweiterungsmöglichkeit konnte nur östlich des Bestandsgebäudes erfolgen. Hier stand in der Ruhrstraße ein nahezu leer stehendes und weitgehend baulich verfallenes Gebäude mit einer horizontalen Entfernung von 27 Metern und einem Höhenunterschied von 20 Metern zum Landsberger Hof. Das Architekturbüro Bez & Kok aus Stuttgart konzipierte einen Entwurf, bei dem das vorhandene Gebäude abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wurde. Dieser treppt sich inzwischen für jedermann sichtbar von Süden nach Norden in drei Etappen von der Ruhrstraße bis auf die Ebene des 1. Untergeschosses des Landsberger Hofs. Die Grundsteinlegung erfolgte im Juli 2017. Aus städtebaulichen Gründen wird der Neubau über die Altstadt und den historischen Landsberger Hof erschlossen, denn das neue Sauerland-Museum soll durch erhöhte Besucherzahlen mit zur Revitalisierung der Arnsberger Altstadt beitragen.

Vom Haupteingang des Sauerland-Museums in der Altstadt ist auch der Neubau zu erreichen.

Für die Präsentation der Wechselausstellungen stehen drei Räume unterschiedlicher Größe zur Verfügung: In der obersten Ebene ein Raum mit 50 Quadratmeter, in der mittleren Ebene einer mit 170 Quadratmetern und in der unteren Ebene einer mit 300 Quadratmetern Fläche. Benannt sind sie übrigens nach der Region, ebenfalls von klein nach groß, Arnsberg, Sauerland und Westfalen. Die beiden großen Räume verfügen über eine aufwändige Klimatisierung, die auch die Ausstellung hochwertiger Gemälde ermöglicht. 

130 Werke, teilweise aus Privatbesitz, werden gezeigt

So ist es dem Museums-Team ab sofort auch möglich, besondere Kunstwerke, wie etwa die von August Macke zu zeigen. Der berühmte deutsche Expressionist wurde 1887 in Meschede geboren. In Erinnerung an den Künstler verleiht der Hochsauerlandkreis seit 2008 den nach August Macke benannten Kunstpreis in einem Turnus von drei Jahren an zeitgenössische Künstler. Nun werden gut 130 seiner Werke gezeigt, darunter einige Werke, die seit vielen Jahren in Privatbesitz sind und noch nie gezeigt wurden. August Macke hat ein überaus faszinierendes und facettenreiches Werk geschaffen, ein „Lebenswerk“. In ihm spiegelt sich sein fortwährendes Experimentieren mit neuen Formen und Farben, seine Suche nach einer modernen Sprache der Kunst, die den veränderten Zeitbedingungen am Beginn des 20. Jahrhunderts Rechnung trägt. 

Die Ausstellung "August Macke - ganz nah" widmet sich auch dem Leben des Künstlers, wie Museumsleiter Dr. Jürgen Schulte-Hobein zeigt.

Museumsleiter Dr. Jürgen Schulte-Hobein möchte zusammen mit Kuratorin Dr. Ina Ewers-Schultz aber nicht nur die künstlerische Entwicklung Mackes zeigen: „Wir wollen den ganzen Macke zeigen. Der Name der Ausstellung 'August Macke ganz nah' sehen wir also in doppelter Hinsicht, es wird ein Wechselspiel zwischen Werk und Leben sein.“ So gehören auch Stammbaum, Geburtsurkunde und Taufbuch zu den Exponaten. In den Führungen durch die Ausstellung gibt es dann auch noch so manche Anekdote aus Mackes Leben. 

Seine Werke zu zeigen war schon lange der Wunsch des Museums-Teams, allerdings war dies im alten Sauerland-Museum aufgrund der räumlichen und klimatischen Bedingungen nicht möglich. „Nun erfüllen wir höchste Standards. Daher stand von Anfang an fest, dass wir den Neubau mit einer Macke-Ausstellung eröffnen würden“, freut sich Dr. Jürgen Schulte-Hobein, dass es nun endlich so weit ist. Zum Eröffnungs-Festakt am kommenden Sonntag, 1. September, hat sich Ministerpräsident Armin Laschet angekündigt. Danach sind dann alle Interessierten eingeladen, das neue Gebäude und die Kunstwerke zu besichtigen. „Ein Besuch des Neubaus lohnt sich allein schon aus architektonischer Sicht“, lädt der Museumsleiter ein. 

Ermäßigte Eintrittspreise

Von 14 bis 18 Uhr sind alle Interessierte am Sonntag, 1. September, zu einem Besuch eingeladen.
Zu diesem feierlichen Anlass können alle Interessierten für 5 Euro in die Sonderausstellung "August Macke – ganz nah" und in die Dauerausstellung. Für Jugendliche bis 18 Jahren kostet der Eintritt 2,50 Euro. Kinder bis 6 Jahren können kostenfrei in die Ausstellungen gehen.
Die Ausstellung "August Macke - ganz nah" ist bis zum 8. Dezember zu sehen. Zur Ausstellung ist auch ein Katalog erschienen, der für 19,90 im Museums-Shop erhältlich ist.

Mehr unter www.sauerland-museum.de

Die Geschichte von Arnsberg und Westfalen wird in der Dauerausstellung im Altbau mit modernen Stilmitteln neu präsentiert.

Die Dauerausstellung im Altbau wurde bereits vor genau einem Jahr offiziell eröffnet.

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