„Das ist das Ergebnis jahrzehntelanger Städteplanung“

„Neheim liegt mit an der Spitze“: Innenstadt punktet bei Befragung „Vitale Innenstädte“ 

Vitale Innenstädte Befragung Neheim punktet Vorstellung
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Strahlende Gesichter gab es bei der Ergebnispräsentation der Befragung „Vitale Innenstädte“ in Neheim: (v.l.) Bürgermeister Ralf Paul Bittner, Heinrich Veh (Aktives Neheim), Stadtmarketingmanagerin Tatjana Schefers, Konrad Buchheister (Aktives Neheim), Bernd Lepski (Wirtschaftförderung) und Thomas Frye (IHK).

Neheim ist weiterhin eine der Top-Einkaufsstädte – das zeigen die Ergebnisse der Passantenbefragung „Vitale Innenstädte“. Die City gehört nicht nur zu den bestbewerteten Innenstädten der Größenklasse von 50.000 bis 100.000 Einwohnern in ganz Deutschland, sondern punktet bundesweit vor allem mit ihrem guten Einzelhandelsangebot.

Neheim –  „Neheim liegt mit Wolfenbüttel und Aschaffenburg aus der Größenklasse von 50.000 bis 100.000 Einwohnern an der Spitze“, erläutert Thomas Frye, Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik, Innovation und Umwelt der IHK Arnsberg.

Er gibt einen detaillierten Einblick in die Ergebnisse: Den Gesamteindruck in Bezug auf die Attraktivität der Innenstadt bewerten die Passanten mit der Note 2,0 (2018: ebenfalls 2,0).Verbessert haben sich die Noten im Vergleich zu 2018 in den Bereichen Dienstleistungs- und Gastronomieangebot.

Gesamteindruck der Innenstadt in Bezug auf das Allgemeine Ambiente

Auch nach dem allgemeinen Ambiente gefragt, gibt es gute Noten für Neheim: Gebäude, Sehenswürdigkeiten und Lebendigkeit wurden besser bewertet als im Jahr 2018. Den Gesamteindruck haben die 219 Passanten, die im vergangenen September an einem Donnerstag und Samstag befragt wurden, wie zuletzt mit 1,9 bewertet. Das Einzelhandelsangebot zeigt sich mit 1,8 in der Bewertung sogar leicht verbessert – 2018 beurteilten die Besucher dieses Angebot noch mit der Note 1,9.

Das hier attestierte Verbesserungspotential ist insofern erfolgreich aktiviert worden.

Thomas Frye

Kunden und Besucher schätzen zudem die gute Erreichbarkeit, die attraktiven Veranstaltungen und die Lebendigkeit der Hauptstraße. Auch Sicherheit und Sauberkeit bewerten sie mit „gut“. Und es gibt einen weiteren Grund zur Freude: Das gastronomische Angebot hat sich in den Augen der Besucher weiter verbessert, teilt der Geschäftsbereichsleiter der IHK Arnsberg mit. Es sei sogar „kontinuierlich auf dem Weg der Verbesserung“. Seit 2016 stieg die Benotung von 3,6 über 2,8 auf 2,4 an. „Das hier attestierte Verbesserungspotential ist insofern erfolgreich aktiviert worden“, erklärt Frye weiter.

Wohnort und Einkaufsgewohnheiten

Neben der Bewertung des Angebots wurden die Teilnehmer auch nach Wohnort und Einkaufsgewohnheiten befragt. Dabei zeigte sich, dass rund 35 Prozent der Kunden in der Stadt Arnsberg-Neheim wohnen. Der Anteil auswärtiger Kunden ist von 60 auf 65 Prozent gestiegen. Das sind Besucher aus Teilen der benachbarten Kreise und bis auf Marsberg aus dem gesamten HSK. Nicht überraschend ist dabei, dass der Pkw mit Abstand (unverändert 61 Prozent) das wichtigste Verkehrsmittel bleibt. Das Fahrrad hingegen nutzen nur 5,8 Prozent. „Da ist noch Luft nach oben“, findet Frye. „Man sollte den Radverkehr verbessern, den Pkw-Verkehr jedoch nicht verschlechtern“, präzisiert er.

Ganz gegen den Trend bleibt Shopping in unveränderter Höhe der Haupt-Besuchsanlass in der Neheimer City. 73,6 Prozent der befragten Passanten gaben an, vorwiegend zum Einkauf in der Innenstadt zu sein. „Neheims Stärken im Einzelhandelsangebot kommen damit passend zur Geltung“, betont Frye. Der andernorts zu beobachtende Motivwandel hin zu Gastronomie oder Erlebnis sei in Neheim noch relativ wenig zu spüren, wie auch die Umfrageergebnisse belegen. 9,8 Prozent gaben an, aufgrund von Restaurants, Cafés oder Bars in der Innenstadt zu sein, lediglich 1,0 Prozent waren wegen Freizeit- und Kulturangeboten vor Ort.

Passanten blieben ihrer Stadt treu

Auch während der Corona-Krise blieben die Passanten ihrer Stadt treu. Rund 54 Prozent der Befragten kaufen sogar bewusst mehr in der Innenstadt ein, um die lokalen Anbieter zu stärken. Die Studie zeigt jedoch zudem, dass bereits zwei Drittel der Innenstadtbesucher auch online shoppen – und jeder Fünfte die Innenstädte deshalb seltener aufsucht. Daher gilt es in Zukunft eine Vernetzung zwischen Digitalisierungsangeboten und Shoppingerlebnis vor Ort anzubieten.

Über die guten Noten von Neheim freut sich Bürgermeister Ralf Paul Bittner: „Das ist das Ergebnis jahrzehntelanger Städteplanung. Das ist aber nur der Rahmen. Dieser Rahmen muss eben noch mit Leben gefüllt werden. Und das ist es, was das Aktive Neheim und viele Unternehmer machen. Genau das macht Neheim so stark, weil das seit vielen Jahren so gut läuft.“ Für Heinrich Veh vom Aktiven Neheim liegt das Erfolgsgeheimnis ebenso in der Kooperation. „Es ist wichtig, dass wir alle etwas für Neheim machen wollen und nicht immer unmittelbar auf den eigenen Umsatz schauen. Dann kommt am Ende für alle was in die Kasse.“

Hintergrund 

Die Passantenbefragung wird seit 2014 bereits zum vierten Mal vom IfH Köln in Kooperation mit IHKs und lokalen Partnern durchgeführt. Zu den 106 Teilnehmerstädten gehört aus dem Bezirk der der IHK Arnsberg dieses Mal die Citys von Arnsberg-Neheim, Meschede, Soest, Bad Sassendorf und erstmals auch Brilon. Die Teilnehmerstädte sind dabei in fünf verschiedene Größen eingeteilt. Arnsberg-Neheim zählt zur Kategorie der Städte mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern. 

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