Ratschläge auf Augenhöhe

Netzwerk bietet neuartige Beratung zum Teilhabegesetz an

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Peter Fuhrmanns (Vorstand Caritas Meschede), Nadine Gebauer und Angela Danne-Rasche (Teilhabeberaterinnen), Christian Stockmann (Vorstand Caritas Arnsberg-Sundern), Jakob Ostermann (Lebenshilfe NRW) und Britta Grammel (ebenfalls Lebenshilfe NRW) stellten das neue Teilhabegesetz vor.

Arnsberg. Menschen mit Behinderung aus den Eingliederungshilfen der Fürsorge heraus zu holen und damit in ein neues modernes Teilhaberecht zu führen, ist der Sinn eines Gesetzes, das 2016 verabschiedet wurde. Es ist das Stärkung- und Teilhabegesetz, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht. Auch die Caritas in Arnsberg, Meschede und Brilon ist in dieses Netzwerk eingestiegen und will den Menschen mit Behinderung neue Möglichkeiten mit der „Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung“ (EUTB) aufzeigen. Ein trägerübergreifendes Netzwerk wird unter der Devise „Eine für alle“ im Hochsauerlandkreis angeboten.

Die drei Standorte gehören zu dem Verbund EUTB Hochsauerlandkreis. Die unabhängige Teilhabeberatung wird in Bereiche gehen, in der die Menschen bisher keine Hilfe bekamen. „Wir werden für die Hilfesuchenden die Verbindung zu anderen Stellen und Organisationen wie zum Bespiel den Selbsthilfegruppen herstellen. Die AKIS ist bei uns sowieso mit im Boot“, erklärte Angela Danne-Rasche, Teilhabeberaterin für Arnsberg und Meschede. 

„Unsere Zielgruppen sind Menschen mit Behinderungen, Menschen die von einer Behinderung bedroht sind, aber auch Familien und Freunde von Menschen mit Behinderung“, ergänzte Nadine Gebauer, Teilhabeberaterin für Brilon. Das Angebot der EUTB soll vor allem niederschwellig, unabhängig und unentgeltlich sein. 

Besondere Beachtung soll die Beratungsmethode „Peer Counseling bekommen. „Es ist eine Beratung auf Augenhöhe“, berichtete Angela Danne-Rasche. „Menschen mit Behinderung werden den Rat suchenden Menschen mit Behinderung Hilfestellung geben. Sie wissen aus eigener Erfahrung, was der andere braucht und um was es ihm eigentlich geht, die Beratung bekommt so eine besondere Qualität“. 

Auch Online-Beratung möglich

Klar ist auch, dass die Beratenden ausschließlich im Interesse der Ratsuchenden handeln, sie aber keinerlei Weisungsbefugnis ihnen gegenüber haben. Natürlich müssen die Berater alle die gleichen Voraussetzungen haben. So haben sie an der EUTB-Qualifizierung teilgenommen. „Es sind auch Fortbildungen für die Berater geplant“, schilderte Nadine Gebauer. 

Die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung ist ein niederschwelliges Angebot. Dies setzt auch eine gute Erreichbarkeit voraus. So sprechen sich die Teilhabeberater untereinander ab, sodass jederzeit jemand erreichbar ist. „Außerdem haben wir eine Online-Beratung eingerichtet. Wer nicht zu uns kommen kann, den beraten wir auch gerne zu Hause oder in Räumen in seiner Nähe, wenn er nicht will, dass wir zu ihm nach Hause kommen“, erklärte Angela Danne-Rasche. 

„Wir werden unsere Flyer auch noch in einfacher Sprache drucken lassen, ebenso werden wir die Flyer in Blindenschrift herausgeben“, ergänzte Jakob Ostermann, Teilhabeberater von der Lebenshilfe NRW. „Wir beginnen am 1. Juni offiziell mit der Teilhabeberatung, aber es hat sich ganz schnell herumgesprochen, was wir hier tun und so ist es schon vorher zu einigen Anfragen gekommen“, berichtete Nadine Gebauer. 

Über die Finanzierung weiß Christian Stockmann (Vorstand Caritas Arnsberg-Sundern) zu berichten, dass die Förderung der EUTB aus Mittel des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie zu fünf Prozent aus Eigenanteilen der lokalen Projektträger kommt.

Hintergrund

  • Es gilt der Grundsatz „Eine für alle“. Das heißt, die Beratung umfasst verschiedene Teilhabebeeinträchtigungen und alle Themen des Sozialgesetzbuches. 
  • Beratungsthemen sind unter anderem: Wohnen, Arbeit, Bildung, Assistenz im Alltag, gesund bleiben oder wieder gesund werden, Beweglichkeit, Hilfsmittel, Menschenrechte und Menschenwürde, Freizeitgestaltung. 
  • Die Projektlaufzeit umfasst den Zeitraum 1. Februar 2018 bis 31. Dezember 2022. Die ersten Bundesmittel sind bis zum 31. Dezember 2020 bewilligt. 
  • Am Freitag, 22. Juni, findet um 11 Uhr eine Informations- und Austauschveranstaltung in Meschede statt. Dort stellt sich die EUTB-ergänzende Teilhabeberatung mit den Beratern und Ideen zum Netzwerk vor. Jeder Interessierte ist herzlich eingeladen. 
  • Bundesweit gibt es 400 Beratungsstellen. Erreichbarkeit der Beratungsstellen: Arnsberg: 02932/2012291, arnsberg@eutb-hsk.de; Brilon: 0151/16316071, brilon@eutb-hsk.de; Meschede: 0151/62373804, meschede@eutb-hsk.de

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