In die Welt des Lichts eintauchen

Neues Schülerforschungslabor F.Lux in Neheim verbindet Ausstellung und Werkstatt

Das neue Schülerforschungslabor F.Lux in Neheim wurde mit einer kleinen Feierstunde am Donnerstag offiziell eröffnet, ab Oktober starten die ersten Kurse.
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Das neue Schülerforschungslabor F.Lux in Neheim wurde mit einer kleinen Feierstunde am Donnerstag offiziell eröffnet, ab Oktober starten die ersten Kurse.

Die Geschichte des „Lichtmachens“ von der Öllampe bis hin zur LED-Leuchte erleben oder aber selber bauen, drucken, schneiden und eigene Taschenlampen oder Lampenschirme kreieren – das neue Schülerforschungslabor F.Lux in Neheim verbindet Ausstellung und Werkstatt miteinander. Mit einer kleinen Feierstunde wurde der außerschulische Lernort am Donnerstag offiziell eröffnet, ab Oktober starten die ersten Kurse.

Neheim – „Ein Ort, zwei Konzepte“ - mit der Kombination aus interaktiver Ausstellung und Schülerlabor soll das F.Lux in Neheim zu einem Lernort werden, der das Interesse an Naturwissenschaften vergrößert oder auch „versteckte Talente“ weckt. „Viele denken ja, dass Naturwissenschaften eher Jungs begeistern. Aber MINT kann eine Faszination für Jungen und Mädchen sein“, betonte Dennis Köhler, Geschäftsführer des Lichtforums NRW, einer der Mitbegründer des neuen außerschulischen Lernorts. 

In der Ausstellung, Erlebnisraum genannt, die einem interaktiven und multimedialen Museum ähnelt, erfahren alle kleinen und großen Forscher, wie lange ein Lichtstrahl von der Sonne bis zur Erde benötigt oder wie sich das natürliche Licht zu verschiedenen Tageszeiten verändert. Auch die „kulturhistorische Bedeutung des Lichtmachens“ soll gezeigt und die Lichttechnik begreifbar gemacht werden. „Licht hat eine spannende Geschichte, vor allem auch hier in der Region. Wir haben hier viele historische Exponate, die das verdeutlichen.“ 

"Ohne Zwang und ohne Noten"

Ergänzt werden die Ausstellungsstücke und Infotafeln durch Audio- und Textdateien, die via QR-Code und AR-Marker auf dem Tablet erscheinen, wenn die nötige App installiert ist. „Die App zeigt auch Sachen, die sich nicht in der Ausstellung befinden, sondern nur im virtuellen Raum vorhanden sind, so etwa Lampen, die wir nicht als Exponate erhalten haben“, so Köhler stolz. 

Ein besonderes Highlight im F.Lux ist das „F.Lux.Mi“, das Projekt eines Masterstudentens, das mithilfe einer Kamera die Bewegung von Menschen erkennt und durch LEDs nachahmt. „Damit haben wir uns für den Lichtpreis Luxi beworben und ich glaube, wir haben gute Chancen“, so Köhler hoffnungsvoll. Im Schülerlabor darf dann nach Lust und Laune getüftelt und gebaut werden. Dafür können Schulen oder Bildungseinrichtungen Kurse buchen, die mit Fördermitteln oder F.Lux-Gutscheinen finanziert werden. Diese Gutscheine werden von Unternehmen der Branche gesponsert, so dass für die Schulen keine Kosten entstehen. 

Die Unternehmen der Lichtindustrie profitieren laut Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, besonders vom neuen außerschulischen Lernort, denn dieser unterstütze die Nachwuchsgewinnung durch „eine enge Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft“. Und auch für die Schüler selbst gibt es Vorteile gegenüber dem normalen Schulunterricht: „Ein außerschulischer Lernort findet ohne Zwang und ohne Noten statt“, so Kaiser. Schüler hätten so die Chance, unbeschwert ihre Interessen für Naturwissenschaften zu entfalten. Ein Umstand, der die Heranwachsenden sicherer bei der Berufswahl mache. 

Auch für Hans-Josef Vogel, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Arnsberg, sei die Entwicklung von mehr technischem Verständnis eines der Ziele für die Zukunft. „Wir sollten dabei auf jeden Fall keine Einmaleffekte erzeugen, sondern auch die weiteren Wege unterstützen“, mahnte er an. Das F.Lux bewertete er als „Chance für Arnsberg und die Region“. Ähnliche Worte fand auch Ralf Paul Bittner, Bürgermeister der Stadt Arnsberg, der außerschulische Lernorte sogar als „existentiell wichtig für die Stadt der Zukunft“ bezeichnete. Diese seien nicht nur schön, sondern vor allem auch lebensnotwendig und schon „seit langem in Arnsberg im Fokus“. „Die Themen der Zukunft können nur im Einklang mit außerschulischer Bildung behandelt werden“, so Bittner. 

Im Oktober starten die ersten Kurse, die junge Forscher in die Welt des Lichts eintauchen lassen. „Es muss ja auch nicht jeder ein Lichttechniker werden, aber vielleicht lernt ja der ein oder andere etwas für den Alltag“, so Dennis Köhler abschließend.

Lichtforum NRW

Das Lichtforum NRW ist eine Initiative hiesiger Licht- und Leuchtenhersteller und möchte die Menschen in der Region für „Licht“ begeistern. Das Projekt F.Lux hat das Ziel, die Faszination für Licht und Beleuchtung, die Begeisterung für MINT-relevante Berufe und Studiengänge zu wecken. Zielgruppe der Kurse ist vor allem die Primarstufe. Der Erlebnisraum ist für alle Interessierten kostenfrei zugänglich. Weitere Infos zum Lichtforum NRW gibt es unter https://www.lichtforum-nrw.de/. Infos zum F.Lux und den angebotenen Kursen gibt es unter https://flux.nrw/desktop/.

Schülerforschungslabor F.Lux in Neheim

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