„Das ist einfach hochmodern“

Arbeiten verlaufen nach Plan: Notfall- und Intensivzentrum des Klinikums Hochsauerland nimmt Form an

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Stehen vor der Baustelle, wo bis Mitte 2023 das neue Notfall- und Intensivzentrum entstehen soll: (v.l.) Projektleiter Martin Walczyk, Dr. Norbert Peters (Ärztlicher Direktor für die Arnsberger Standorte des Klinikums) und Werner Kemper (Sprecher der Geschäftsführung).

11.000 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche, rund sieben Stockwerke, ein Hubschrauberlandeplatz und ein Zentral-OP-Trakt mit neun OP-Sälen: Das und einiges mehr wird das neue Notfall- und Intensivzentrum des Klinikums Hochsauerland am Standort Hüsten nach der Fertigstellung – geplant für Mitte 2023 – bieten.

Hüsten – Aktuell kommen die Arbeiten gut voran und liegen im vorgesehenen Kosten- und Zeitplan.

Das Notfall- und Intensivzentrum soll laut Klinikum Hochsauerland helfen, Leben zu retten und eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung in der Region zu gewährleisten. Am Ende stehen hier insgesamt 13 notfallversorgende Fachabteilungen, die aktuell über drei Krankenhausstandorte in Arnsberg verteilt sind, an einem Standort zur Verfügung (der SauerlandKurier berichtete).

„Ärztliche und pflegerische Kompetenz direkt vor Ort“

Ein Beispiel hierzu gibt Dr. Norbert Peters, Ärztlicher Direktor für die Arnsberger Standorte des Klinikums und Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe: „Sie fallen auf den Kopf: Dann müssen Sie in die Neurochirurgie. Wenn der Sturz aber aufgrund eines Schlaganfalls passiert, müssen Sie in die Neurologie, welche aktuell in Neheim ist. Wenn es aber aufgrund eines Herzinfarkts passiert ist, müssen Sie in die Kardiologie. Diese drei sind dann alle an einem Standort. Wir haben dann die ärztliche und pflegerische Kompetenz direkt vor Ort in einem Neubau. Das ist einfach hochmodern.“

Seit dem ersten Spatenstich am 17. Januar 2020 hat sich einiges getan. Ein Blick auf das Baufeld zeigt, mit welcher Geschwindigkeit das Projekt voranschreitet. Im April des vergangenen Jahres zeigte sich hier noch eine Baugrube – zwölf Monate später ist die Hälfte des Rohbauvolumens errichtet. Die Zentrale Notaufnahme, Radiologie, der OP-Bereich und Teilbereiche der neuen 50-Betten-Intensivstation sind im Rohbau fertiggestellt, informiert das Klinikum.

Weitere Parkplätze und ein Park

Einige weitere Eckdaten verdeutlichen den Umfang der bisher realisierten Arbeiten: Zur Vorbereitung des Baufeldes wurden 4.000 Lkw-Ladungen Erdaushub aus der Baugrube auf das Parkplatzgelände hinter dem Karolinen-Hospital verbracht und dort unter anderem zur Schaffung von rund 300 zusätzlichen Stellplätzen eingebaut. Weitere 200 Stellplätze sind in Vorbereitung. „Auf der Riggenweide werden wir auch nochmal einen Parkplatz mit 100 Stellplätzen bekommen – für unsere Auszubildenden“, ergänzt Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung.

Hinter dem Parkplatzgelände werde zudem ein kleiner Park entstehen – für Patienten und Mitarbeiter. Da plane das Klinikum einige Aktionen. „Wir wollen so eine breite Identifikation für die Mitarbeiter schaffen“, so Kemper weiter.

Ziel ist es laut dem Klinikum Hochsauerland nun, alle sechs bis acht Wochen eine weitere der insgesamt sieben Etagen im Rohbau fertigzustellen. Das dritte Geschoss wird am kommenden Mittwoch, 5. Mai, fertig sein, teilt Projektleiter Martin Walczyk mit. Bis Oktober soll dann der gesamte Rohbau stehen. Ab Frühsommer wird zudem mit den Fassadenarbeiten begonnen und in den Untergeschossen wird der Einbau der Elektro- und Lüftungstechnik starten.

Baukörper soll bis Ende Dezember geschlossen sein

Dazu erläutert Walczyk: „Die Teilunterkellerung ist für die Technik erforderlich. Wir haben hier eine erhöhte Deckenhöhe von fünf Metern. Die ist einfach nötig, damit wir die ganze Technik auch hier rein bekommen.“ Bis Ende Dezember soll der Baukörper vollständig geschlossen sein, um die Innenausbauten bis zur geplanten Eröffnung Mitte 2023 zu realisieren.

Mit der Inbetriebnahme des zentralen Notfall- und Intensivzentrums ist auch der Standortwechsel der MVZ-Praxen für die Neurochirurgie und Neurologie notwendig. Damit diese und andere Praxen in neue Räume ziehen können, wird das bestehende Ärztehaus um zwei Geschosse aufgestockt.

Längere zeitliche Unterbrechungen nicht zu erwarten

Wesentliche bauliche Eingriffe in den Bestandsbau und somit längere zeitliche Unterbrechungen in der jetzigen Nutzung seien nach aktuellem Stand nicht zu erwarten. Die Eingabe des Bauantrages ist für Juni 2021, die Fertigstellung rechtzeitig zur Eröffnung des Zentrums angesetzt. Die Investitionskosten belaufen sich auf 2,9 Millionen Euro, berichtet das Klinikum weiter.

Zur Erweiterung der radiologischen Diagnostik ist die Aufstellung eines Magnetresonanztomografen (MRT) vorgesehen. Die Unterbringung des MRT soll in einem eingeschossigen, circa 350 Quadratmeter großen Anbau an die jetzige Radiologie/Kardiologie erfolgen. Die Aushubarbeiten für den Anbau sind angelaufen. Die Baukosten hierfür betragen 750.000 Euro, die Anschaffungskosten für das MRT 827.050 Euro. Im September diesen Jahres werde das Gerät in Betrieb gehen.

Investitionsvolumen

  • Das Investitionsvolumen beträgt 88 Millionen Euro, davon 62,5 Millionen förderfähige Baukosten. Das Vorhaben zur Sicherung der medizinischen Versorgung wird vom Land NRW mit 28,17 Millionen Euro gefördert.

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