Forschung und Wissentransfer, um klimastabilen Wald aufzubauen

NRW-Umweltministerin eröffnet neues Zentrum für Wald und Holzwirtschaft in Arnsberg

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Zur Eröffnung des neuen Zentrums für Wald und Holzwirtschaft in Arnsberg übergab Umweltministerin Ursula Heinen-Esser das offizielle Namensschild an Dr. Betram Leder (2.v.li.) und Andreas Wiebe, Leiter des Landesbetriebs Wald und Holz (3.v.li). Mit dabei waren Bürgermeister Ralf Paul Bittner (4.v.li.) und Regierungspräsident Hans-Josef Vogel (2.v.re.) sowie die Vertreter der sechs Aufgabenbereiche.

Arnsberg - NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser hat am Mittwoch ein neues Zentrum für Wald und Holzwirtschaft in Arnsberg eröffnet. Als Teil des Landesbetriebs Wald und Holz NRW soll es sowohl die angewandte Forschung, als auch den Wissentransfer rund um den Wald fördern.

Das neue Zentrum für Wald und Holzwirtschaft versteht sich als Plattform zum Austausch von praxisrelevantem Wissen rund um Wald und Holzwirtschaft. Es gliedert sich in sechs Fachteams, in denen über 100 Mitarbeiter die drängenden Fragen des Waldes angehen. 

Sie erforschen zum Beispiel Baumarten für den Waldbau im Klimawandel, gewinnen Saatgut für neue Wälder, triben den Co2-Speicher Holzbau voran und engagieren sich in der berufspraktischen Ausbildung für Waldarbeit. Die Ergebnisse werden der Forstwirtschaft zur Verfügung gestellt. 

„Forschung tut Not in diesen Tagen“, nahm die Ministerin Bezug auf die extremen Hitzeperioden, Stürme und die Schädlingskalamitäten in der jüngsten Vergangenheit. „Die Forstwirte befinden sich seit zwei Jahren fast durchgehend im Ausnahmezustand.“ Und sie habe die Sorge, dass das noch nicht das Ende der Entwicklung sei. Laut Waldzustandsbericht 2019 sei nur jeder fünfte Baum in NRW gesund. 

Der Wald sei der erste Betroffene des Klimawandels, aber auch der Lösungsbringer gegen den Klimawandel. Der Erhalt und die nachhaltige Bewirtschaftung Wälder seien aktiver Klimaschutz und zentrales Element der Daseinsvorsorge. Im neuen Zentrum werde das Fachwissen nun in guten Hierarchien gebündelt, das System werde dadurch schlagkräftiger, so Heinen-Esser. „Von hier erhalten wir einen umfassenden Blick auf den Wald.“ In dieser Hinsicht sei das Zentrum in Deutschland ganz ohne Beispiel. 

Knotenpunkt forst- und holzwirtschaftlicher Kompetenz

Dr. Bertram Leder, Leiter des Zentrums für Wald und Holzwirtschaft, stellte den Fachgästen und den Waldpaktvertretern, die Kompetenzen, Themen und Ziele vor. „Das Zentrum versteht sich als Knotenpunkt forst- und holzwirtschaftlicher Kompetenz.“ Denn um die Wälder zu erhalten, widerstandsfähig zu machen und an den Klimawandel anzupassen brauche es kluge Köpfe, die nun noch besser zusammenarbeiten sollen. Dabei gelte der Grundsatz: „Aus der Praxis für die Praxis.“ 

Hitze, Trockenheit, Stürme und der Borkenkäfer haben dem Wald in den vergangenen zwei Jahre schwer zugesetzt.

Der Regierungsbezirk Arnsberg besteht zu 41 Prozent aus Wald, die Ansiedlung des Zentrums in Arnsberg sei folgerichtig, gratulierte Regierungspräsident Hans-Josef Vogel nicht nur zur Eröffnung, sondern auch zur Wahl des Standortes. Der Wald sei von unschätzbarem Wert, der noch größer werde, meinte er mit Blick auf den Wald als Naherholung, Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Co2-Speicher und Klimaschützer. Zudem regte Regierungspräsident Vogel an, dass das Thema Holz auch in nachhaltiger Stadtentwicklung eine größere Rolle spielen sollte. 

„Es ist ein großer Tag für Wald und Holz, für unsere Stadt und das Land, aber auch für Natur und Umwelt“, sagte Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner. „Wir begegnen den Herausforderungen mit Expertise und Einsatz. Wir sehen uns – neben Brilon – auch als Waldstadt und sind uns auch der Verantwortung bewusst, die Dinge in gutem Zustand zu hinterlassen“, verwies er unter anderem auf die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Arnsberg.

Hintergrund 

Die Gründung des Waldzentrums ist auch Bestandteil des Waldpaktes „Klimaschutz für den Wald – unser Wald für den Klimaschutz“, den die Landesregierung im Dezember gemeinsam mit Verbänden aus Forst- und Holzwirtschaft, Naturschutz und Berufsvertretung unterzeichnete.

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