„Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“

Tag des offenen Denkmals in Arnsberg ist dieses Jahr digital

Architektonische Unterschiede sind unter anderem im Klassizismusviertel mit dem Kloster Wedinghausen zu erkennen.
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Architektonische Unterschiede sind unter anderem im Klassizismusviertel mit dem Kloster Wedinghausen zu erkennen.

Arnsberg – Seit vielen Jahren stehen in Arnsberg im September die historischen Gebäude beim Tag des offenen Denkmals besonders im Fokus. Trotz der Corona-Pandemie sollen auch in diesem Jahr einige Baudenkmale zum Thema „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken.“ präsentiert werden.

Hierfür hat die Untere Denkmalbehörde (UDB) in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen einige bedeutende Baudenkmale und Ensembles in digitalen Präsentationen zusammengestellt.

Diese Form der Präsentation ist auch ein Dank und Erinnern an die Menschen, die sich mit ihrem Engagement als Eigentümer, Architekten, Handwerker, Fachleute und Förderer für den Erhalt unseres historischen Erbes einsetzen, macht Ralf Herbrich von der Unteren Denkmalbehörder der Stadt Arnsberg deutlich. „Die besonderen Formen von Architektur und Kunst sind auch digital deutlich ablesbar. Sie verraten heute noch die jeweiligen Strömungen sowie Einflüsse in ihrer Zeit. Aber es werden auch soziale und kulturelle Verhältnisse deutlich, denn jedes heutige Denkmal gilt auch als offenes ‘Geschichtslesebuch’ seiner Bauzeit, seiner Erbauer und seiner Historie“, so Herbrich. 

Kein Gebäude steht für sich, sondern ist oftmals in seiner Gestalt und Geschichte im Kontext zu verstehen. Die Strömungen der jeweiligen Zeit sind nicht nur am Stil und Material ablesbar, sondern auch an der Ausführung durch die Handwerker, Architekten und Künstler. So können Interessierte zum Beispiel eine restaurierte Station des Kreuzwegs erleben und nebenbei die Aussicht auf die Altstadt von Arnsberg genießen. 

Virtueller Rundgang und digitale Fotostrecke

Auch die unterschiedlichen Platzstrukturen in der Arnsberger Altstadt sind von der ersten Stadterweiterung (Alter Markt) bis zum Klassizismus (Neumarkt) erlebbar. Hier werden die unterschiedlichen architektonischen Strömungen besonders deutlich. Diese zeigen auch auf, wie im Bauen neu gedacht wurde. Auch den ehemaligen Burgmannshof „Fresekenhof“ in Neheim gibt es beim virtuellen Rundgang zu sehen. „Hier können Sie sogar eintreten und durch die einzelnen Geschosse mit ihren besonderen Räumen wandeln“, lädt Ralf Herbrich. Eine digitale Fotostrecke macht die Hofkapelle Bienstein in Niedereimer erlebbar. 

„Die Präsentationen sollen Sie auch ermutigen, diese Orte irgendwann einmal wieder zu Besichtigen. Denn auch das Virtuelle kann das Original nicht ersetzen.“ Die UDB ist trotzdem davon überzeugt, dass die digitale Auseinandersetzung mit der historisch gewachsenen Stadt, eine Möglichkeit ist, sich mit der Erhaltung von Architektur, Handwerk und Kunst zu beschäftigen. „Es ist eine besondere Form des Erinnerns und ermöglicht uns heute, ganz ohne Gefahr für alle Beteiligten, den Tag zu genießen. Die virtuelle Darstellung kann unabhängig vom Ort betrachtet werden und zeigt trotz der räumlichen Distanz das besondere für den Ort auf. Nebenbei können Sie auch eine überregionale virtuelle Reise durch unsere vielfältige Denkmallandschaft erleben“, lädt Ralf Herbrich ein. 

Die digitalen Präsentationen sind über die Homepage der Deutschen Stiftung Denkmalschutz abrufbar:https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/veranstaltungen/

Hintergrund 

Seit dem Jahr 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Aktionstag in Deutschland. Es ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days, die der Europarat 1991 ins Leben rief. In Deutschland fand der erste bundesweite Tag des offenen Denkmals im Jahre 1993 statt. Auch im Stadtgebiet von Arnsberg erfolgte hierzu der erste Aktionstag in den 1990er Jahren.

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