Mit der Geschichte beschäftigen

„Opfer der Möhnewiesen“: Denkmal nahe der Ruhr offiziell eingeweiht

Opfer der Möhnewiesen Denkmal offiziell eingeweiht
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Waren bei der Übergabe des Denkmals an die Öffentlichkeit dabei: Andreas Bremke (Bürgerstiftung), Reiner Ahlborn (Geschichtswerkstatt), Wilm Hendric Cronenberg (Bürgerstiftung), Astrid Breuer (Künstlerin) und Bürgermeister Ralf Paul Bittner.

Ein besonderes Denkmal ist unter der Autobahnbrücke Im Ohl entstanden. Großformatige, an den Pfeilern der Autobahnbrücke angebrachte Bilder erinnern an 17 Zwangsarbeiterinnen, die bei der Möhnekatastrophe ihr Leben lassen mussten. Am Donnerstagabend wurde das Denkmal „Opfer der Möhnewiesen“ der Öffentlichkeit übergeben.

Neheim – Die Künstlerin Astrid Breuer hatte dieses Projekt vor fünf Jahren mit Schülern des St.-Ursula-Gymnasium begonnen.

Fotos von Zwangsarbeiterinnen aus einem Buch hatten sie nicht mehr losgelassen. 17 Schüler befassten sich unter ihrer Anleitung mit den Fotos und machten sich unter anderem Gedanken über das Leben, das noch vor ihnen gelegen hätte. Jeder Schüler hatte eine andere Art, diese künstlerische Arbeit anzugehen.

Geschichtsträchtiger Ort

„Es ist hier ein geschichtsträchtiger Ort“, erklärte Astrid Breuer. „Hier an der Stelle wo Möhne und Ruhr zusammenfließen, sind viele Menschen bei der Möhnekatastrophe umgekommen. Ein unvorstellbares Drama hat sich hier abgespielt.“

Die Bürgerstiftung Arnsberg begleitet das Projekt von Beginn an. Der Vorsitzende der Bürgerstiftung, Wilm Hendric Cronenberg sprach von der unglaublichen Dynamik, die dieses Projekt genommen habe. „Es hat sich entwickelt. Von der Idee Astrid Breuers, über die Arbeit der Schüler bis hin zu diesem Denkmal. Hier werden Kunst und Geschichte miteinander verzahnt. Noch weiter geht es mit dem Projekt als virtuelle Ausstellung, die in die Schulen kommt und dort ihre Geschichte erzählt.“

Um die 10.000 Sklavenarbeiter

Reiner Ahlborn, ehemaliger Leiter der Geschichtswerkstatt „Zwangsarbeit 1939-1945 in Arnsberg“ , machte in seiner Rede klar, dass es wohl um die 10.000 Sklavenarbeiter hier gegeben habe. Eines der größten Lager war das Lager „Möhnewiesen“. Über 1100 von ihnen haben nicht überlebt, die meisten von ihnen sind bei der Möhnekatastrophe ertrunken. Ein Wunsch der Geschichtswerkstatt ist heute in Erfüllung gegangen – ein Denkmal für die ums Leben gekommenen Zwangsarbeiterinnen.“

Bürgermeister Ralf Paul Bittner erinnerte sich an die Anfänge des Projektes. „Astrid Breuer hat mit Leidenschaft und Vehemenz dieses Projekt vorangetrieben. Es war an der Zeit, auch diesen Teil der Geschichte aufzuarbeiten.“ Bürgermeister Bittner zeigte sich beeindruckt, dass die Künstlerin eine künstlerische Formensprache gefunden habe, die auffordert, sich mit der Geschichte zu beschäftigen.

„Dieses Denkmal ist eine Bereicherung“

Astrid Breuer wies noch auf den QR-Code hin, der an den Pfeilern angebracht ist. „Dieses Denkmal ist eine Bereicherung für den Ruhrradweg und auch für die Stadtführung“, ist sich die Künstlerin sicher.

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