Ab 1. März 2020 soll die Kita auf dem Bauernhof in Ainkhausen öffnen

Pionierprojekt in NRW: Bauernhofkindergarten in Arnsberg nimmt Form an

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Es geht voran auf dem Tiggeshof: Cornelia Thiel-Kodalle und Michael John vom Jugendamt (Dritte und Zweiter v.r.), das Landwirtsehepaar Ursula und Rudolf Tigges und Tochter Marie freuen sich auf die Eröffnung des Bauernhofkindergartens.

Arnsberg/Ainkhausen - Die Mühlen mahlen zwar langsamer als gedacht. Der Bauernhofkindergarten auf dem Tiggeshof in Ainkhausen eröffnet nicht wie ursprünglich anvisiert am 1. September. Dennoch geht es voran auf der „Projekt-Baustelle“: Eltern können sich den 1. März schon einmal vormerken – dann soll der Tiggeshof für die ersten Kinder öffnen.

„Es sind viele Behörden, die mit eingebunden werden müssen“, erklärt Landwirtin und Waldpädagogin Ursula Tigges die Verzögerung. Mit ins Boot genommen werden müssen unter anderem das Kreisveterinär- und das Gesundheitsamt, Berufsgenossenschaft, Feuerwehr und Bauaufsicht. 

Und sie alle betreten Neuland: Der Bauernhofkindergarten in Ainkhausen wird der erste in NRW sein. Entsprechend aufwendiger sei es, den Pionierplan zu erstellen, ergänzte Michael John, Leiter des Arnsberger Jugendamtes. Um über den Status quo der Planungen und die nächsten Schritte zu berichten, war er zusammen mit Kollegin Cornelia Thiel-Kodalle vor Ort auf dem Bio-, Lern- und Erlebnisbauernhof. 

Gestartet werden soll hier zunächst mit einer 20-köpfigen Waldkindergarten-Gruppe für Ü3-Kinder, deren Wichtelwagen auf der Pferdewiese seinen Platz finden wird. Eine 700 Quadratmeter große, eingezäunte Wiese steht den Kindern als abgeschlossener Bereich zur Verfügung, von dort aus geht es zu den „Ausflügen“ – etwa zum Tierkindergarten, in den Wald oder zum Bachlauf. In dem zwölf mal drei Meter großen Wichtelwagen – als Rückzugsort gedacht – ist alles drin: unter anderem eine kleine Ecke zum Schlafen, Toilette, Küchenzeile, Stromheizung, Sitzgelegenheiten. Hier soll auch gegessen werden. 95 Prozent des Kitalebens soll sich jedoch draußen abspielen. 

Option für eine U3-Gruppe

Der nächste Schritt, „wenn wir einen Fuß in der Tür haben“, so Ursula Tigges, ist eine Naturkindergarten-Gruppe für Kinder ab zwei Jahren. Platz dafür bietet der alte Kuhstall, der aber noch ausgebaut werden muss. „Das ist noch Projekt-Zukunft“, so Tigges, die zusammen mit dem Träger, der Kita Natura eG, zunächst 35 Stunden pro Woche – 7.30 bis 14.30 Uhr – anbieten will. „Das Ganze ist erweiterbar.“ 

Im Zuge des Notstands an Kita-Plätzen in Arnsberg begrüße das Jugendamt die Initiative sehr. „Wir unterstützen gerne, dass sie eine Betriebserlaubnis vom Landesjugendamt bekommen“, so John. Ist diese erteilt, kann der Startschuss für die Anmeldungen fallen, die dann zentral über das Portal der Stadt Arnsberg laufen. Bei einer ersten Vorabfrage auf dem Tiggeshof hatte sich gezeigt, dass das Interesse an dem Bauenhofkindergarten groß ist. „Wir könnten drei Gruppen voll machen “, sagt Ursula Tigges, die natürlich nicht weiß, wie viele der Interessierten tatsächlich ihr Kind anmelden werden. 

Alle Familien, die sich für den Bauernhofkindergarten interessieren, sind zu einem Elterninfoabend für 10. Oktober eingeladen, um sich über den Wichtelwagen, Anmeldeverfahren und das pädagogische Konzept zu informieren.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Tiggeshofs. Der Elterninfoabend findet am Donnerstag, 10. Oktober, um 19.30 Uhr mit dem Träger, der Kita Natura eG, auf dem Tiggeshof statt. Beispiele von anderen Bauernhof-Kindergärten sind auf der Internetseite des künftigen Trägers zu finden.

Neue Kita-Plätze in Arnsberg

  • zwei Modulkitas am Berliner Platz und in Moosfelde (je 55 Kinder), der Betrieb wird Anfang Oktober beginnen, Träger ist die Stepke-Kita-gGmbH mit Sitz in Berlin, die in NRW eine Reihe von Kitas betreibt .
  • Großtagespflege in Rumbeck (neun Plätze) 
  • Gruppenerweiterung in Herdringen (20 Plätze), Start im November  
  • „Kleine Strolche“ in Alt-Arnsberg (45 Kinder), ab Oktober 

Weitere Konzepte sind noch in der Vorbereitung. Kindergartenplätze werden auch wieder Thema in der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Schule und Familie am 25. September (17.30 Uhr) sein.

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