Eine Erfolgsgeschichte: 10 Jahre Poesiepfad im Rumbecker Mühlbachtal

Gedichte und Natur im Einklang

Seine Jubiläumsfreude wirkte ansteckend und kam aus vollem Herzen. „Dass eine verrückte Idee so gut eingeschlagen hat, freut uns sehr“, sagte Förster Wolfram Blanke. „Immer mehr Menschen schätzen den besonderen Genuss, Natur und Poesie gleichzeitig zu erleben. Zehn Jahre Poesiepfad in Rumbeck sind eine Erfolgsgeschichte.“

Davon konnten sich annähernd 100 Natur- und Lyrikfreunde beim runden Jubiläum auf dem Pfad im Mühlbachtal überzeugen.

„Der Wald hilft die Gedanken zu ordnen und zu klären“, meinte Blanke weiter. „Wer verwirrt in den Wald geht, kommt oft mit klaren Gedanken wieder heraus. Der Wald ist nicht nur ein Öko-, sondern auch ein Psychosystem.“ Seine Idee, den Poesiepfad 2005 in Kooperation mit der Literarischen Gesellschaft Arnsberg und dem Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald zu errichten, erhielt auch von Rosemarie Goldner großes Lob. „Der Wald schafft immer neue Geschichten, man muss sich nur auf sie einlassen“, meinte die Stellvertretende Bürgermeisterin.

Torsten Kapteiner, der Geschäftsführer des Arnsberger Heimatbundes, würdigte die „gelungene Symbiose von Kultur- und Freizeitangebot“. Günter Dame, der Chef des Lehr- und Versuchsforstamtes, sprach die „Kooperation von moderner Forstverwaltung und bürgerschaftlichem Engagement“ an. Zugleich meinte er: „Wir öffnen den Wald. Der Förster versteckt sich nicht mehr im Wald, er ist jetzt mitten in der Gesellschaft.“

Der Wunsch von Rosemarie Goldner, dass es „gelingen möge, in aller Hektik auch beim Jubiläumsgang loszulassen“, begleitete die Naturfreunde – und der Blick gen Himmel. Thema des Jubiläums und der Texte war das Wetter, speziell der Regen. Bei der Eröffnung 2005 hatten Regen und heftige Gewitter den Rundgang zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen.

Beim zehnjährigen Jubiläum jetzt waren dunkle Wolken die Begleiter, der Regen blieb aber aus. Die Besucher erlebten einen Nachmittag voller Freude, Besinnung und Erbauung. Jutta Juchmann las in ihrer unnachahmlichen Art die Gedichte an den Stationen vor. Jutta Weiser und Johannes Kiczka führten in die Texte ein beziehungsweise interpretierten diese. Umrahmt wurde das Jubiläum von den Klängen des Saxophon-Trios mit Rita Pogarell, Lukas Alex und Mona Bruhn.

20 Holztafeln mit jahreszeitlich wechselnden Gedichten sind auf dem zwei Kilometer langen Rundweg, einem Bestandteil der Arnsberger Waldkultur, angebracht. Beim Jubiläum wurde an sieben Stationen Halt gemacht. Präsentiert wurden Gedichte unter anderem von Heinz Erhardt, Fred Endrikat und Gotthold Ephraim Lessing. Danach feierten die Besucher das Jubiläum mit einem kleinen Fest auf der Vogelwiese im Mühlbachtal.

Für Wolfram Blanke war klar: „Meine Lebensaufgabe bleibt, Wald und Menschen zusammenzubringen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare