„Spot an für spannende Orte im HSK“

Praxis-Wettbewerb will Schülerinnen für technische Berufe begeistern

„Alle haben gewonnen“, da waren sich die Beteiligten am Ende des Wettbewerbs „Spot an für spannende Orte im HSK“ einig. Foto: Rebecca Weber

Arnsberg/Sundern. Mädchen in technischen Handwerksberufen sind auch heutzutage immer noch eher die Ausnahme, wenngleich sie viel Potential für diesen Bereich mitbringen. Dies nahmen jetzt das Kompetenzzentrum Frau & Beruf Hellweg-Hochsauerland, die Handwerkskammer Südwestfalen und die zdi Bildungsregion Hochsauerlandkreis zum Anlass für einen ganz besonderen Wettbewerb für Schülerinnen der Klassen 7-9 der Haupt-, Real- und Sekundarschulen in Arnsberg und Sundern.

Bohren und Schrauben, Widerstände berechnen, Kabel verbinden und eine Stromversorgung herstellen waren dabei nur einige Anforderungen. In Vierergruppen sollte passend zum Motto des Wettbewerbs – „Spot an für spannende Orte im HSK“ – eine Auswahl an Orten in der Region getroffen werden, die die Schülerinnen interessant finden. Diese sollten dann auf einer HSK-Karte aus Holz beleuchtet werden. Über die Schaltung sollte die Möglichkeit bestehen, einzelne Orte oder auch Gruppen zusammengehöriger Orte zu beleuchten. „Gar nicht so einfach“, wie die Organisatorinnen fanden. Doch die sieben Schülerinnen-Gruppen, die an einem Vormittag mit ihren Materialboxen zu Gast in heimischen Betrieben waren, meisterten ihre Aufgabe mit Bravour. Natürlich standen die Fachleute mit Rat und Tat zur Seite, doch nicht überall war Hilfestellung nötig, denn einiges wurde bereits im Schulunterricht vorbereitet. So wurden Karten eingezeichnet und angepinselt, Orte herausgesucht und die Schalter der LEDs entsprechend beschriftet. Die Jury, bestehend aus Vertretern der Veranstalter, sowie aus dem Tourismus und von der Presse, hatte am Ende die Qual der Wahl, aus den sieben individuell gestalteten HSK-Modellen, das auszuwählen, das in den Bereichen Kreativität, Technik, Dokumentation und Gesamteindruck am meisten überzeugte. 

Schülerinnen der Sekundarschule Am Eichholz gewinnen einen Tag in Fort Fun

Mit viele zum Detail gestalteten die Schülerinnen ihr Siegermodell.

Das Siegermodell kam schließlich von der Sekundarschule Am Eichholz. Die Schülerinnen Johanna Höing, Vanessa Lutze, Olivia Schüttler, Gracy Termast, die bei Gebro Herwig Haustechnik gearbeitet haben, gestalteten ihre Landkarten mit Fluss und See (auf der Karte mit blauer LED hervorgehoben), Sehenswürdigkeiten wie kleine gebastelte Fachwerkhäuser (gelbe LED) und sportliche Highlights der Region wie die Bobbahn (rote LED). Sie erhielten einen ganz besonderen Preis: Ein Tag im Fort Fun Abenteuerland mit Blick hinter die (technischen) Kulissen. Für die anderen Gruppen gab es Gutscheine von der Stadtmarketing Sundern eG und dem Verkehrsverein Arnsberg. Rainer Koßmann, bei der Handwerkskammer zuständig für Berufsbildung, appellierte bei der Preisverleihung mit Blick auf den Fachkräftemangel an die Mädchen: „Das Handwerk wartet auf Sie!“ Angesichts der Ergebnisse sehe er viel Potential. „Sie sind unsere Zukunft.“ Auch Elke Henke von der zdi Bildungsregion, deren Ziel es ist, Naturwissenschaften praktisch erlebbar zu machen, zeigte sich begeistert von den Ergebnissen. Im Hinblick auf technische Berufe wies sie darauf hin: „Ich kann nur sagen etwas gefällt mir, oder gefällt mir nicht, wenn ich es auch kenne.“ Dr. Elke Drepper-Cramer vom Kompetenzzentrum Frauen & Beruf äußerte sich in die gleiche Richtung: „Ich hoffe, dass sich die eine oder andere überlegt, ob etwas Technisches doch für sie in Fragen kommt.“ Aktuell standen jedoch Erzieherin, Fotografin und Tierärztin ganz oben der Wunschliste der meisten Schülerinnen, Pilotin und Chemielaborantin fiel nur einmal. Wenngleich durchweg gute Noten in Mathematik den Teilnehmerinnen beste Chancen auf dem Ausbildungsmarkt eröffnen würden. Davon wussten auch die teilnehmenden Handwerksbetriebe, die zugleich über gute Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten informierten, zu berichten: Demnach gehörten Mädchen in technischen Berufen immer zu den Besten.

Die Jury, bestehend aus Vertretern der Veranstalter, sowie aus dem Tourismus und von der Presse, hatte am Ende die Qual der Wahl.

Die Teilnehmer 

BETRIEBE Köppe Elektrotechnik, Sundern, L & R Kältetechnik, Hachen, Elektro Mahler, Hellefeld, Gebro Herwig Haustechnik, Arnsberg, Elektro Jörg Schmidt, Arnsberg, E + K Elektro und Kältetechnik Kleinehr, Hüsten 

SCHULEN Realschule Sundern (2 Gruppen), Gemeinschaftshauptschule Sundern (2 Gruppen), Sekundarschule Arnsberg (2 Gruppen), Grimmeschule Neheim

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare