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Schnellstraße Neheim-Menden vor dem Aus? Rat tagt, Demo geplant

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Von: Sebastian Schulz

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Protestbanner gegen den Bau der Schnellstraße zwischen Hemer und Neheim.
Protestbanner gegen den Bau der Schnellstraße zwischen Hemer und Neheim. © Kolossa, Julius

Die Pläne für eine neue Schnellstraße zwischen Arnsberg-Neheim und Hemer spalten die Region. Nächste Woche soll es eine Demonstration geben. Und eine Entscheidung.

Arnsberg - Braucht die Region eine direktere Verbindung zwischen der A46 bei Hemer und der A46 bzw. der A445 bei Neheim? Und wenn Ja: Lässt sich dafür eine dreispurige Schnellstraße zwischen Menden und Neheim sinnvoll und naturschonend in die Natur-Landschaft integrieren? Diese Fragen sind entscheidend, wenn es um das Projekt 46sieben (eine Wortschöpfung aus A46 und der B7) geht, das derzeit zur Debatte steht.

Kurz vor einer wegweisenden Entscheidung im Arnsberger Stadtrat in der kommenden Woche haben sich viele Beteiligte positioniert. Zum Beispiel die Stadtverwaltung Arnsberg. Sie empfiehlt dem Rat, den Bau der neuen B7 abzulehnen. Zu groß sind die Bedenken mit Blick auf den Klimaschutz. Zu groß ist die Befürchtung, dass die neue Schnellstraße womöglich keine Entlastung, sondern genau das Gegenteil verursachen könnte: noch mehr (Schwerlast-)Verkehr.

Denn: Ganz ursprünglich hieß es in dem von der Bundesregierung beschlossenen und von der Autobahn GmbH und Straßen.NRW erstellten Plan, dass der Hochsauerlandkreis mit einer Autobahn an die A1 und die A45 angebunden werden sollte. Weil dafür zwischen Neheim und Menden keine Trasse gefunden wurde, geht es hier jetzt „nur noch“ um eine Schnellstraße, also eine B7n (nicht zu verwechseln mit den B7n-Plänen rund um Brilon). Diese „Abkehr“ von der Autobahn, wie es die Stadt Arnsberg nennt, zeige doch, dass die Suche nach einer geeigneten Route seit den 70er Jahren bis heute „erfolglos“ sei.

Zitat der Stadtverwaltung: „Für die hiesige Wirtschaft bleiben die Vorteile marginal.“

(Die Karte zeigt die bestehenden Verbindungen zwischen Neheim und Hemer - unter anderem den jetzigen Weg von Menden über die B7 nach Hemer, dessen Veränderung zur Diskussion steht. Copyright: Google Maps)

Der Landesbetrieb Straßen.NRW sieht das in seiner Porjektbeschreibung anders: „Die [...] Verkehrsuntersuchung zeigt, dass eine durchgängige A46/B7 das bestehende Straßennetz entlastet und Engpässe beseitigt. Die neue Trasse zieht viele Verkehre ab, die bisher durch die Ortschaften fahren. Dadurch verbessert sich die Situation für die Anwohner und die Menschen kommen schneller von A nach B.“

Ähnlich wie die Stadtverwaltung hat sich auch eine Bürgerinitiative von Bürgern und Anwohnern mit dem Namen „Stop A46/B7“ positioniert. Sie plant eine Kundgebung für kommenden Donnerstag, 8. Dezember, um 16.30 Uhr auf dem Campus der Stadtwerke Arnsberg - und damit exakt eine Stunde, bevor an gleicher Stelle der Arnsberger Stadtrat zu seiner Sitzung zusammenkommt und über das Thema 46sieben / A46/B7 entscheiden muss.

„Gemeinsam gegen ein nicht mehr zeitgemäßes, klimaschädliches Großprojekt, das unsere wertvollen Naturflächen zerstört und noch mehr Verkehr und CO2 in unsere Orte bringt“, heißt es in der Ankündigung für die Kundgebung. Die Initiatoren erhoffen sich davon, dass den Ratsmitgliedern klar wird, dass nicht nur die Verwaltung, sondern auch die Bürgerschaft das Projekt ablehnt.

Woher die neue Straße führen soll

Im Gespräch für den Bau der neuen B7 sind zwei Routen. Die eine führt auf Arnsberger Stadtgebiebt vom Flugplatz Arnsberg-Menden über Voßwinkel bis Bachum und könnte von dort aus über eine neue Brücke an die A445 im Bereich Haus Füchten anschließen. Variante zwei ginge von Retringen über Deinstrop, Kirchlinde, die Oelinghauser Heide und weiter nach Müschede und Hüsten, um von dort mittels einer erweiterten Brücke oder ähnlichem an die A46 anzuschließen. Beide Varianten werden von der Arnsberger Verwaltung abgelehnt.

Bereits vor gut einem Monat hatte die Bürgerinitiative mit ihren Vertretern Agnes Müller, Martina Müller und Angelika Weßel vor der Bezirksausschusssitzung in Neheim, in der das Thema letztlich verschoben wurde, Präsenz gezeigt. Nun hofft die Initiative, dass die Kundgebung in Arnsberg ein Erfolg wird.

Entscheiden müssen es aber am Ende die Ratsmitglieder. Die Sitzung beginnt am kommenden Donnerstag, 8. Dezember, um 17.30 Uhr. Das Thema ist in der Tagesordnung auf Punkt 7.1 gelistet. Die Sitzung ist öffentlich und kann damit von allen Interessierten von den Zuschauerreihen aus verfolgt werden.

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