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Drogenfund mit Millionenwert im Sauerland: So war die Dealer-Bande organisiert

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Von: Claudia Metten

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Diese Drogen und weiteren Gegenstände stellte die Polizei bei mehreren Wohnungsdurchsuchungen in Sundern sicher. Die Dealer stehen nun vor Gericht.
Diese Drogen und weiteren Gegenstände stellte die Polizei bei mehreren Wohnungsdurchsuchungen in Sundern sicher. Die Dealer stehen nun vor Gericht. © Polizei HSK

In einem der wohl größten Drogenprozesse der Region wurde am Montag die Anklageschrift vor dem Landgericht Arnsberg verlesen. Es geht dabei um bandenmäßiges Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Der Polizei war im Februar 2020 einer der größten Schläge gegen die Drogen-Szene im Hochsauerlandkreis gelungen.

Arnsberg/Sundern - Den sechs Angeklagten - fünf davon stammen aus Sundern - wird jetzt vorgeworfen, sich zusammengeschlossen zu haben, um Betäubungsmittel in nicht geringer Menge anzukaufen und gewinnbringend zu veräußern, um so ihren Lebensunterhalt auf Dauer zu sichern. Absprachegemäß sollen die Angeklagten dabei arbeitsteilig tätig geworden sein.

Während der 31-jährige und der 27-jährige Beschuldigte bestimmt haben sollen, wo die Geschäfte abgewickelt werden sollen, wird den anderen vorgeworfen, für Handelsfahrten und Kontaktaufnahme zu Großkunden sowie Bunkertätigkeiten verantwortlich gewesen zu sein.

Prozess um Drogenfund in Sundern: Lange Haftstrafen möglich

Insgesamt, heißt es, sind bei den mutmaßlichen Straftätern, von denen drei in Untersuchungshaft sitzen, 13 Kilogramm Haschisch und Marihuana sowie 15 Kanister mit Grundstoffen für Drogen gefunden worden. Nach Berechnungen der Staatsanwaltschaft hätten die Amphetaminzubereitung sowie das Öl und die Kokainzubereitung ausgereicht, um 110 Kilogramm Drogen zu kochen. Der Verkaufswert auf der Straße soll bei einer Million Euro liegen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Dealern jetzt vor, ein organisiertes Drogennetzwerk betrieben zu haben.

Ein Gespräch zwischen Staatsanwaltschaft, Kammer und Verteidigung hat am ersten Verhandlungstag stattgefunden, wobei die Kammer bei einem Geständnis der Taten folgendes Angebot unterbreitet hat: sechs bis siebeneinhalb Jahre für die drei Haupttäter, drei bis dreieinhalb Jahre als auch eineinhalb bis zwei Jahre auf Bewährung für die übrigen Angeklagten.

Bereits Anfang August wurde in einem ersten Prozess ein 33-jähriger Drogenhändler zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren verurteilt. Er soll für die Angeklagten gedealt haben, gilt aber nicht als Mitglied der Bande.

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