Arnsberger Rathaus soll klimaneutral und offen saniert werden

Rathaussanierung: Stadtrat will am 2. Juli über 40 Millionen-Projekt abstimmen

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Die favorisierte Variante 1 sieht den Abriss des Flachtraktes (wo heute Ratssaal und Cafeteria untergebracht sind) vor.

Arnsberg/Neheim - Seit Jahren schon ist die unumstritten längst fällige Sanierung des Arnsberger Rathauses Thema. Jetzt wurden die Pläne aus dem Jahr 2015 auf den neueste Stand gebracht und dem Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt vorgestellt. Am 2. Juli muss der Rat der Stadt sein letzten Ok geben, damit die Fördermittel im Rahmen der Stadterneuerung fließen können.

Von der Verwaltung favorisiert wird die Variante 1, bei der das Rathaus aus dem Jahr 1968 klimaneutral und offen saniert werden soll. Die Kosten dafür sollen sich auf errechnete 40,4 Millionen Euro belaufen, von denen rund 18,7 Millionen Euro gefördert werden könnten. Ziel ist ein Baubeginn Anfang 2021. 

„Es geht um eine wichtige politische Beschlussfassung“, sagte Stadtplaner Thomas Vielhaber auf einem eigens einberufenen Pressetermin. Die, so Vielhaber weiter, sei auch eine Entscheidung für die Zukunft der Stadtentwicklung. So habe man das Büro BBP damit beauftragt, die zur Diskussion stehenden Möglichkeiten zu bewerten und dabei auch die Projektziele herauszuarbeiten. Neben einem Vorschlag mit Aufteilung der Stadtverwaltung in die Ortsteile Arnsberg und Neheim, der Idee, die Rathaussanierung zu stückeln und das Gesamtvorhaben um fünf Jahre zu verschieden stand auch ein kompletter Neubau des Rathauses im Raum. 

"Das Konzept weist die nötige Tiefe auf"

Die Verwaltung der Stadt Arnsberg spricht sich für den Vorschlag der Variante 1 aus, der eine Sanierung mit allen Projektbausteinen und temporärer Unterbringung von Einheiten aus der Verwaltung vorsieht. „Das Konzept weist die nötige Tiefe auf“, so Stadtplaner Vielhaber. Und was noch viel wichtiger ist: Für diese Variante könne die Stadt auf Fördermittel des Landes für den Umbau hoffen, positive Signale dazu habe man schon vernommen. Um in den Genuss dieser Mittel zu kommen, ist der Antrag für das gesamte Stadtumbaugebiet Hüsten einschließlich des Rathauses gestellt worden. „Von der Politik in Arnsberg erwartet das Land nun eine klare Aussage“, mahnte Vielhaber. 

Das Rathaus wurde 1968 erbaut.

„Das Projekt hat jetzt die richtige Reife erreicht, die Pläne dazu sind auf den Stand von 2019 gebracht worden“, sagt Bürgermeister Ralf Paul Bittner. So seien vor allem im Punkt der Berechnungen die neuen Entwicklungen aus der Baubranche und erwartete Preissteigerungen eingeflossen. Durch den Einsatz eines externen Büros habe man einer Vergleichbarkeit der verschiedenen Varianten herstellen können, mit denen auch die Entscheidung transparenter gefällt werden könne. „Ich will, dass hinterher jeder von einer guten Planung spricht“, so Bittner. Schließlich gebe es in Arnsberg schon einige gute Beispiele, wo vereinbarte Bauzeiten und Preis eingehalten worden seien. 

Damit das auch bis zum Abschluss aller Arbeiten so bleibt, soll in Kürze eine professionelle Baubegleitung als Projektsteuerung für den Zeitraum der Sanierung ausgeschrieben werden. Zudem hat sich die Stadt für die Sanierung des Rathauses auch eine Risikozulage errechnen lassen. Konkret bedeutet dies, dass aufgrund möglicherweise weiter steigender Bau- und Rohstoffkosten zu den veranschlagten 40,3 Millionen Euro noch einmal 6,8 Millionen Euro gerechnet werden könnten, die im ungünstigsten Fall nötig würden. Mit den Sanierungsarbeiten aus der Variante 1 braucht der Hochbau am Rathaus „nur“ einen Teilbetrag von 32 Millionen Euro. 

Eine nachhaltige Lösung

Die weiteren Kosten, so machte Stadtplaner Vielhaber deutlich, würden sich auf geplante Anbauten und weitere sanierungsbedingte Kosten verteilen. Wiederum konkret: Die zeitweise Unterbringung von Verwaltungsteilen mit Bürotransport usw. sei damit in die Gesamtkosten von über 40 Millionen eingerechnet. Die Variante 1, die nach Beschluss des Bauausschusses nun auch dem Rat der Stadt zur Abstimmung vorgelegt wird, stellt eine nachhaltige Lösung dar. „Wir investieren in den Bestand und nutzen die vorhandenen Materialien weiter“, sagt Thomas Vielhaber. Neben dieser Nutzung der „grauen Energien“ sei es auch nachhaltig, kein Grundstück mit einem nicht mehr genutzten Gebäude zurückzulassen, wie es bei einem Neubau der Fall wäre. 

Für Bürgermeister Bittner bietet die Sanierung auch noch weiteren Nutzen. „Das Rathaus wird zum Bürgerzentrum, Vereine suchen schon jetzt händeringend nach Räumen“, so Bittner. Die so angestrebte Sanierung stelle damit einen Mehrwert für die Bürger dar, ein wichtiger Anlass für das Land, die größtmöglichen Fördermittel für das Projekt in Arnsberg in Aussicht zu stellen.

Die Planungen rund um das Rathaus in der Variante 1 sehen vor, dass nach dem Abriss des jetzt noch genutzten Flachtracks (Ratssaal u.a.) zwei separate Bausteine entstehen: Im Rathaus-Hochbau, der komplett saniert werden soll, wird die komplette Verwaltung untergebracht. Im neuen Flachbau würde das Bürgerzentrum mit Räumen und Gastronomie entstehen. Damit, so die Planung, soll das etwas abseits gelegene Rathaus stärker in das Stadtumbaugebiet eingegliedert werden.

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