Wegen großer Glasfassade in Flussnähe

Rathaussanierung: BUND fordert Maßnahmen zum Vogelschutz

"Flüsse sind die Autobahnen des Vogelschutzes", sagen Herbert Bartetzko und Birgit Jakubzik, BUND.
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"Flüsse sind die Autobahnen des Vogelschutzes", sagen Herbert Bartetzko und Birgit Jakubzik, BUND.

Arnsberg/Neheim – Die heimischen Naturschützer sorgen sich um das Wohl der Vögel im Hinblick auf die geplante Rathaussanierung. „Eine solche Glasfassade direkt an der Ruhr ist eine Falle für Vögel. Die Spiegelung zeigt Büsche und Bäume und die Vögel prallen gegen die Glasscheiben“, kritisiert Herbert Bartetzko, Vorstand und Sprecher BUND-HSK, das von Vogelschutz bei der bisherigen Planung noch nicht die Rede gewesen sei.

Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 18 Millionen Vögel durch den sogenannten „Vogelschlag an Glas“, so der BUND. Dies sei eins der größten Vogelschutzprobleme, das allein durch den Menschen verursacht würde.

„Flüsse sind die Autobahnen des Vogelschutzes“, verbildlicht Herbert Bartetzko und weist gleichzeitig auf eine Reihe besonderer Vogelarten hin, die ihren Lebensraum in unmittelbarer Nähe des Flusses haben. 

„Zum Beispiel Stelzendrosseln, oder der sehr seltene Gänsesäger, der letztes Jahr erstmals in Arnsberg an der renaturierten Ruhr entdeckt wurde.“ Deutlich macht Bartetzko, dass man nicht gegen den Rathausumbau an sich sei, der Vogelschutz aber gewährleistet sein müsse. Hierfür hat er auch einen konkreten Vorschlag: „Es gibt konstruktiven Glasschutz mit feinen Linien, die für Vögel als Widerstand sichtbar und für menschliche Augen unbedeutend sind.“ Die erste Anfrage zur Berücksichtigung der Thematik „Vogelschlag an Glas“ in der Bauleitplanung habe der BUND Arnsberg bereits im Jahr 2017 eingereicht. „Wir sagen: Wenn die Planungen erstmal Form angenommen haben, dann wird es schwierig, diese noch zu beeinflussen“, so Herbert Bartetzko und Birgit Jakubzik, Vorstand und Sprecherin BUND-Arnsberg. 

Wie die Stadt Arnsberg auf KURIER-Nachfrage mitteilt, sei man sich der Gefahr für Vögel durch ein verglastes Gebäude in Flussnähe seit Beginn der Planungen bewusst. Daher seien „selbstverständlich Maßnahmen geplant“, um die Fassade „vogelsicher“ zu machen: „Konkret wird ein Raster auf die Glasfassade aufgebracht werden, das den typischen Spiegeleffekt von Glas durchbricht und dadurch den Tieren optisch aufzeigt, dass hier ein Hindernis besteht, das umflogen werden muss. Hierbei gibt es verschiedene konkrete Möglichkeiten, die in nächster Zeit vertiefend untersucht und dann auch im Detail vorgestellt werden“, so Pressesprecherin Stephanie Schnura. 

Wichtig dabei sei: „Die Transparenz von innen nach außen ist weiterhin gegeben, sprich, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden das Raster von innen kaum wahrnehmen, weshalb die Qualität der Arbeitsplätze nicht beeinträchtigt wird, dennoch entfaltet das Raster bezüglich des Vogelschutzes eine große Wirksamkeit.“

Volksinitiative Artenvielfalt NRW

Damit nicht nur mehr für den Vogel- sondern insgesamt für den Artenschutz getan wird, läuft übrigens seit Ende der Sommerferien die „Volksinitiative Artenvielfalt NRW“. Sie wurde durch die NRW-Landesverbände des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW (LNU) und des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) ins Leben gerufen, um eine landesweite Kampagne zum Erhalt der Artenvielfalt in NRW durchzuführen. 

Ziel der Initiative ist es, konkrete Handlungsvorschläge zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in den NRW-Landtag einzubringen und das Land so zu mehr Natur- und Artenschutz zu bewegen. Zu den Forderungen zählen unter anderem: naturnahe und wilde Wälder zulassen; lebendige Gewässer und Auen sichern; den Artenschutz in der Stadt fördern. Mehr Informationen unter www.artenvielfalt-nrw.de

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