Ausstellung über Jugendliche mit Migrationshintergrund

Für Respekt und Toleranz

Das Zurechtfinden in einer neuen Heimat bringt nicht nur für Erwachsene große Herausforderungen mit sich, sondern auch und besonders für Kinder und Jugendliche. Diese können sich ihre neue Heimat häufig nicht aussuchen.

Angefangen von der Sprachbarriere bis hin zu Behördengängen ist vieles neu und sehr schwierig in einem neuen Land. Die Ausstellung „anders? – cool!“ beschäftigt sich genau mit diesem Thema. Am morgigen Montag, 13. Januar, wird sie um 18 Uhr im Kulturzentrum am Berliner Platz eröffnet.

Die multimediale Wanderausstellung der Jugendmigrationsdienste (JMD) war schon in vielen Teilen Deutschlands zu sehen und kommt nun auf Initiative des Internationalen Bundes (IB, siehe Infokasten) auch nach Arnsberg. „Die Wanderausstellung ist anders, sie ist cool und spiegelt die Sorgen, Freuden und Hoffnungen Jugendlicher mit Migrationshintergrund wider“, heißt es im Begleitheft. Alexandra Nitschke vom JMD in Arnsberg ergänzt: „Die Lebenssituationen derjenigen, die neu in das Land kommen, werden thematisiert. Dazu gehören die ersten Schritte, Sprachprobleme oder auch Behördengänge sowie die Themen Schulen und Beruf.“

Um die Situation der Migranten deutlich zu machen, werden auch Filmsequenzen gezeigt und Audio-Szenen genutzt. „Zum Beispiel können die Besucher Kopfhörer aufsetzen und Stimmengewirr in verschiedenen Sprachen hören, um nachvollziehen zu können, wie es ist, wenn man nichts versteht“, beschreibt Nitschke weiter.

Das Ziel, welches IB und JMD mit der Ausstellung verfolgen formuliert Alexandra Nitschke so: „Wir möchten einen positiven Blick auf das Thema Integration werfen. Gerade in den letzten Monaten wurde auch viel Negatives über das Thema berichtet.“ Natürlich gebe es viele Vorurteile, aber in den Einzelkontakten habe sich nach ihrer Erfahrung häufig gezeigt, dass die Unterschiede doch gar nicht so groß seien. Schließlich gehe es um Respekt und Toleranz.

Gerichtet ist die Ausstellung vor allem an Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund, aber auch an Lehrer, Politiker und alle interessierten Bürger. Dem Jugendmigrationsdienst und dem IB ist es ein ein großes Anliegen, mit den Ausstellungsbesuchern ins Gespräch zu kommen. Ab dem 15. Januar ist zu den Öffnungszeiten zwischen 9 und 15 Uhr immer eine Ansprechperson vor Ort.

Einige Schulklassen haben den Besuch der Ausstellung bereits angekündigt. Wer eine Gruppe zum Besuch anmelden möchte, kann dies unter % 02932/89911611 machen. Zu sehen ist „anders? – cool?“ bis zum 24. Januar.

Der IB

Die Aufgaben des Internationale Bundes lassen sich zusammenfassen in Betreuen, Bilden und Brücken bauen.

Der Schwerpunkt des IB in Arnsberg (mit Sitz an der Bahnhofsstraße 128a in Hüsten) liegt auf berufsbezogener Deutschförderung und Integrationskursen.

Der JMD

Der Jugendmigrationsdienst arbeitet im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Er unterstützt Jugendliche mit Migrationshintergrund im Alter von 12 bis 27 Jahren bei ihrer Integration.

Dazu gehören unter anderem sozialpädagogische Begleitung, Vermittlung an andere Dienste, Gruppenangebote sowie Beratungsangebote für Eltern. (Von Rebecca Rath, r.rath@sauerlandkurier.de)

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