Giebelhaus im September im Mittelpunkt des Denkmalkalenders

Restaurierung des „Haus Honningh“ in Arnsberg schreitet voran

Über Restaurierung des Haus Honningh tauschen sich Inhaber Dr. Meinolf Schultebraucks (r.) und Ralf Herbrich von der unteren Denkmalbehörde regelmäßig aus.

Arnsberg. Wenn Gebäude Geschichten erzählen könnten, hätte das Haus Honningh in der Arnsberger Altstadt mit Sicherheit einiges zu berichten. Das denkmalgeschützte Patrizierhaus wurde nach dem großen Stadtbrand 1600 für den Landschreiber des Herzogtums Westfalen, Rudolf, Honningh, in mehreren Bauphasen wieder aufgebaut. Sowohl städtebaulich als auch symbolisch diente es als Bindeglied zwischen Schloss und Stadt. Um den Stellenwert des Denkmals zu betonen, steht es im September 2018 im Mittelpunkt des Kalenders der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne in NRW.

Während das Schloss im Siebenjährigen Krieg zerstört wurde, überstand das „Haus Honningh“ die Zeit unbeschadet. Vermutlich sollen sogar die Gebeine der Heiligen Drei Könige von 1794 bis 1803 dort ein „sicheres Versteck“ gefunden haben. Später wurde es auch als Wohnhaus und zuletzt bis 2011 von der Künstlergruppe „Sepia“ genutzt. 

Im Jahr 2013 erwarb Dr. Meinolf Schultebraucks das historische Gebäude, mit dem Ziel es denkmalgerecht zu sanieren. So wurden in den vergangenen Jahren unter anderem nachträglich eingebaute Wände wieder herausgenommen und die ursprünglichen Raumhöhen wieder hergestellt. Darüber hinaus wurde im Innenbereich Lehmputz angebracht. 

"Wir entdecken immer wieder Neues"

Mit großem Eigenengagement treibt der gelernte Maurermeister Schultebraucks, in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege und Fachfirmen, die Sanierung voran. So viel habe er anfangs eigentlich gar nicht machen sollen, aber im Laufe der vergangenen fünf Jahre kam immer mehr zum Vorschein: „Es ist richtig spannend, wir entdecken hier immer wieder Neues, zum Beispiel auch ein altes Herdfeuer, umgeben von Spicksteinboden.“ 

Die neu eingesetzten, größeren Holzfenster verändern die Optik des Giebelhauses an der Schloßstraße (für Vollbild klicken).

So viel wie möglich möchte er von der historischen Substanz erhalten. Daher ist es gleichzeitig wichtig, dass sich das, was erneuert werden muss, bauphysikalisch und auch optisch entsprechend eingefügt. Ralf Herbrich von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Arnsberg kennt hier einen guten Weg: „Wir versuchen Materialien und Dinge bei Restaurierungen zu vermitteln und auszutauschen. Im Haus Honningh wird zum Beispiel einiges aus dem Amthaus in Hüsten weiterverwendet.“ 

Derzeit steht die Fassade im Mittelpunkt. Bereits eingesetzt sind die, mit alten Beschlägen ausgestatteten Holzfenster, die deutlich größer sind als diejenigen, die zwischenzeitlich dort eingebaut waren, und neue Sandsteingewände. „Das verändert die Optik des Hauses und damit das Stadtbild massiv zum Positiven“, hebt Ralf Herbrich hervor. „Das alte Patrizierhaus bekommt nun seine Würde zurück. Lange Zeit hatte es für mich ein Schattendasein, doch nun entsteht mit mit Weichs’schen Hof ein Ensemble, das einen würdigen Auftakt zum Schlossberg bildet.“ 

Führungen am Tag des offenen Denkmals 

Über die Arbeiten an der Fassade berichtet Dr. Schultebraucks: „Hier wurde irgendwann Zementputz angebracht, der jetzt mühevoll abgestemmt wird. Dadurch sind aktuell unterschiedliche Schichten des Mauerwerks zu sehen, angefangen bei den Natursteinen bis hin zu Ziegelsteinen. Am Ende soll Kalkputz aufgetragen werden, damit das Gebäude wieder atmen kann.“ 

Auf die Frage, wie lange die Restaurierung des „Haus Honningh“ noch andauern werde, gibt es derzeit keine Antwort. Aber Ralf Herbrich erklärt: „Diese Baustelle lebt davon, dass hier gemacht wird, was andere nicht machen würden: die ursprüngliche Struktur und Konstruktion des Hauses verstehen und entsprechend restaurieren.“ Wer sich selbst ein genaueres Bild machen möchte, hat dazu bei Führungen am Tag des offenen Denkmals am 9. September von 14 bis 17 Uhr die Gelegenheit. 

Gefördert wird das Projekt unter anderem von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

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