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Rückblick und Ausblick: Rodentelgenkapelle wird bald „sprechendes Denkmal“

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Von: Gaby Decker

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Rodentelgenkapelle Bruchhausen Rückblick Sanierung
Gemeinsam blickten Edwin Müller, Dieter Ischen, Karin Gehrmann, Norbert Hollmann und Dr. Bettina Heine-Hippler (v.li.) zurück auf die Restaurierung der Rodentelgenkapelle in Bruchhausen. © Gaby Decker

Die Rodentelgenkapelle ist so gut wie fertig. Von innen ein Schmuckstück, von außen eine respektable kleine Kapelle. Bis es soweit war, sind 20 Jahre vergangen. 

Bruchhausen - Einige, die damit befasst waren, trafen sich jetzt in der Kapelle, um zurück zu blicken auf die vergangene Zeit. Mit dabei waren Dr. Heine-Hippler vom LWL und Karin Gehrmann, von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Es begann 2001, als klar wurde, irgendetwas muss mit der Kapelle geschehen. In dem jetzigen Zustand kann sie nicht bleiben. Von Paderborn kam zunächst die Meldung, abreißen sei die beste Option. Damit waren die Bruchhauser aber nicht einverstanden. Sie machten Vorschläge für eine Jugendkirche oder ein Kolumbarium. Beides wurde abgelehnt. Irgendwann kamen von Paderborn 25.000 Euro für die Notsicherung der maroden Kapelle. Vom Landschaftsverband kamen noch einmal 25.000 Euro dazu. „Es kam uns der Gedanke, mit den inzwischen vorhandenen 70.000 Euro die Kapelle zu retten“, erzählt Norbert Hollmann schmunzelnd.

„Mit 70.000 Euro kann man natürlich keine Kapelle retten“

Doch dann kam Dr. Bettina Heine-Hippler vom Landschaftsverband dazu. Auch sie lacht und sagt: „Mit 70.000 Euro kann man natürlich keine Kapelle retten. Wir haben dann aber die Bedeutung der Kapelle erkannt.“ Die Empfehlung war, einen Förderverein zu gründen. „Der musste natürlich immer wieder Mittel heranbringen. Dass das Spendenaufkommen wuchs, war natürlich ein Glücksfall“, erklärt Edwin Müller. Ab 2014 ging es dann bergauf. Heine-Hippler fügt an: „In den 500 Jahren, die diese Kapelle steht, gab es immer wieder Menschen, die sie nicht aufgegeben haben, die dieses Stück Heimat retten wollten.“

rodentelgenkapelle bruchhausen
Die Rodentelgenkapelle in Bruchhauen vor der Sanierung der Fassade (für Vollbild oben rechts klicken) © Rebecca Weber

Nachdem der Innenraum bereits soweit erneuert war, war ein großer Schreck, als man bei den Außenarbeiten merkte, wie schlimm es wirklich um die Kapelle stand. Das Mauerwerk war so marode, dass das Schlimmste befürchtet werden musste. Um es zu retten, mussten 30 Tonnen Naturstein sehr vorsichtig verarbeitet werden, damit am Gemäuer nicht noch mehr Schäden entstanden. „Was aber durch diese ganze Zeit getragen hat, war die ehrenamtliche Arbeit. Hier haben viele Hände unentwegt zugepackt. Sonst wäre das alles gar nicht möglich gewesen“, sind sich Dr. Heine-Hippler und Karin Gehrmann von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz einig. In diesem Jahr wurde nun die Sanierung der Fassade abgeschlossen.

Rodentelgenkapelle Bruchhausen Außensanierung
Die Restaurierung der Rodentelgenkapelle in Bruchhausen ist nun abgeschlossen. © privat

Eine überraschende Information hatte Edwin Müller vom Förderverein noch parat: „In ganz naher Zukunft wird es einen Podcast geben mit der Rodentelgenkapelle als sprechendem Denkmal. Die Kapelle spricht selbst zu den Zuhörern und wird einiges Interessante von sich erzählen“. Bis jetzt gibt es zehn dieser „sprechenden Denkmäler“.

Fördermittel gab es zuletzt außerdem für eine geplante Dokumentation. Auch im Kalender „Denkmal des Monats“ wurde die Kapelle schon gewürdigt.

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