„Wir können die Krise nur gemeinsam lösen“

300 Schüler demonstrieren in Neheim 

Rund 300 Schüler beteiligten sich gestern an der Demo für Klimaschutz in Neheim. Foto: Frank Albrecht

Neheim. „Wir müssen was verändern!“ – Laut und bunt war am Freitagmorgen die Demonstration von Schülern für den Klimaschutz. Mit rund 300 Teilnehmern zogen sie als Teil der weltweiten Bewegung „Fridays for Future“ vom Markplatz in Neheim aus über die Apothekerstraße. Beteiligt waren Schüler aus den Städten Arnsberg, Sundern und Olsberg. Zum Abschluss der Demonstration sprach Rebecca Cronenberg bei einer Kundgebung auf dem Neheimer Marktplatz zu den Schülern.

Sie rief zu einem umweltbewussten Verhalten auf. So gelte es stets, die besseren Alternativen abzuwägen und Zug statt Flugzeug, Aluflasche statt Plastikflasche und Fahrrad statt Auto zu nutzen. Sie ermunterte die Schüler, auch ihre Eltern von den Themen der Bewegung „Fridays for Future“ zu überzeugen. „Wir können die Krise nur gemeinsam lösen“, so Cronenberg.

„Es muss sich etwas ändern, wer soll dafür streiten, wenn nicht wir“, sagte Luisa aus der QI des Gymnasiums Laurentianum. Unterstützung bekam sie auch von Stufenkollegin Kathleen: „Hier zählt die Masse derer, die protestieren“, so die Schülerin. Die Entscheidung über die Zukunft dürfte nicht nur bei den Erwachsenen liegen.

Auf Plakaten wurden die Beweggründe für die Teilnahme am Protestzug allen klar und deutlich gemacht. Foto: Frank Albrecht

Auf den vielen Plakaten forderten die Schüler unter anderem einen Ausstieg aus der Kohle und mehr Engagement gegen die Erderwärmung. „Derzeit werden unsere Lebensgrundlagen vernichtet“, kritisierte Organisator Anton Eickel vom St.-Ursula-Gymnasium. Es werde Zeit, dass auch in Neheim ein Zeichen für den Klimaschutz gesetzt werde. Zudem wolle man zeigen, dass die Schüler von heute nicht unpolitisch sind. Man könne sich zudem der Unterstützung von 14.000 Wissenschaftlern versichern, die die Schülerproteste unterstützen.

Begleitet wurde die „Fridays-for-Future“-Bewegung von einem starken Polizeiaufgebot. Mitglieder der AfD hatten sich an einer Stelle des Marktplatzes zu einer stillen Mahnwache versammelt, um gegen das Schulschwänzen zu protestieren. Einige Schüler suchten im Beisein der Polizei die Möglichkeit zum Gespräch und diskutierten vor Ort.

Gespaltene Meinung: Kritik und Lob

Denn ob Schüler während der Unterrichtszeit demonstrieren dürfen, ist jedoch umstritten. Während NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer auf die Einhaltung der Schulpflicht pocht, zollte der Arnsberger Regierungspräsident Hans-Josef Vogel dem Engagement der Schüler seinen Respekt.

Auch die Aufmerksamkeit der heimischen Politiker haben sich die Schüler gesichert. „Der Wille der jungen Menschen, etwas Nachhaltiges für unsere Gesellschaft zu bewirken, ist toll und sollte unbedingt gefördert werden. Daher ist mir ein Treffen mit den Initiatoren ein wichtiges Anliegen“, sagte Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner. „Ich nehme die Ideen, Gedanken und Sorgen der Schüler ernst und möchte ihnen hiermit meine Wertschätzung für ihr Engagement ausdrücken. Ich möchte außerdem auch gerne wissen, was sie bewegt, welche Gedanken und Sorgen sie mit dem Thema ,Fridays for Future’ im Konkreten und Klimaschutz im Allgemeinen verbinden. Bestimmt gibt es Möglichkeiten, wie die Stadt Arnsberg die Schüler unterstützen kann. Und nicht zuletzt: Die Stadt macht sich im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie und mit den darin festgehaltenen Klimaschutzzielen sehr für das Thema Nachhaltigkeit in all seinen Dimensionen stark.“ Die Maßnahmen und Ziele möchte Bittner den Schülern gerne vorstellen und sie mit ihnen diskutieren. „Und wir möchten mit ihnen besprechen, wie sie sich hier selbst einbringen können.“

Ob der Bürgermeister die Schulpflicht oder das Engagement für Klimaschutz höher bewertet? „Dies ist eine der interessanten Fragen, die wir mit den Schülerinnen und Schülern gerne persönlich erörtern würden“, so Bittner.

Auch Dr. Peter Liese (MdE) sucht den Kontakt zu den Demonstranten und lädt die Schüler zu einer Diskussion unter dem Motto „Klimaschutz braucht Europa“ für Freitag, 29. März, um 16 Uhr ins St.-Ursula-Gymnasium ein. Interessierte sind willkommen.

"Fridays for Future": Schüler streiken in Neheim fürs Klima

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare