Erwartungen weit übertroffen

Sauerland-Museum besteht Bewährungsprobe: Mehr als 30.000 Besucher bei Macke-Ausstellung

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Kurz vor Ausstellungsende besuchten auch Paderborns Erzbischof Hans-Josef Becker und Prof. Dr. Christoph Stiegemann, Direktor des Diözesanmuseums Paderborn, das Sauerland-Museum.

Arnsberg. Der letzte Tag der August-Macke-Ausstellung hat ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt. 1.070 Besucher strömten am vergangenen Sonntag ins Sauerland-Museum in Arnsberg. So groß war der Andrang, dass man den Besucherstrom zwischenzeitlich mit einem 20-minütigen Einlassstopp regulieren musste.

Etwa 33.000 Besucher sahen insgesamt die Ausstellung „August Macke – ganz nah“ – was die hohen Erwartungen sogar noch übertroffen hat. „Wir haben insgeheim auf einen Ansturm gehofft, aber nicht mit mehr als 30.000 Besuchern gerechnet“, sagte Museumsleiter Dr. Jürgen Schulte-Hobein. „Unsere Messlatte lag bei 20.000. Wir haben nicht kalkuliert, dass wir sie so weit überspringen würden.“ 30.000 sei eine Zahl, die den Vergleich beispielsweise mit dem Landesmuseum in Münster nicht scheuen müsse, so Schulte-Hobein.

Fast zwei Drittel der Besucher kamen nicht aus dem Hochsauerlandkreis – die Gäste kamen beispielsweise aus München, Stuttgart, Frankfurt, Brandenburg oder Ostfriesland. Starke Besucherströme seien auch aus dem Ruhrgebiet, dem Münsterland und dem Rheinland zu verzeichnen, berichtet auch Dr. Karl Schneider. Erfreulich sei zudem die mit über 2.500 Kindern hohe Zahl der jungen Museumsfreunde. „Das Sauerland-Museum hat seine Bewährungsprobe bestanden“, resümiert der Landrat die erste Präsentation im Museumsneubau.

Imagegewinn für Arnsberg 

Einige der Besucher seien auch aus Neugierde auf den Neubau gekommen, sagt Museumsleiter Dr. Jürgen Schulte-Hobein, der auch hierfür viel positive Rückmeldungen bekam: „Ein strahlender Lichtblick für die Stadt Arnsberg“ war unter anderem im Gästebuch zu lesen. So lobten die Besucher unter anderem den großstädtischen Charakter des Museums und seine Professionalisierung. 

Als „sehr, sehr gelungen“ seien auch die „Blickwinkel“ empfunden worden: der Blick aus den Fenstern auf die Kulturachse, zur Klosterbrücke und durch das Panoramafenster. „Tritt man aus einem der Gewölberäume über die Brücke, ist es, als komme man in eine neue, andere Welt“, schildert der Museumsleiter. „Der Kontrast zwischen dem historischen Gebäude und dem Neubau wirkte unglaublich auf die Leute.“ Die Macke-Ausstellung habe in einem angemessenen baulichen Umfeld stattgefunden, zitiert der Museumsleiter weitere Rückmeldungen. „Wir haben uns innerhalb der Museumslandschaft in NRW völlig neu platzieren können“, freut sich Schulte-Hobein über den Imagegewinn. Profitiert hätten auch die Altstadt und die nähere Umgebung, freut sich auch der Landrat. In den Cafés und Restaurants sei vor allem an den Wochenenden kaum ein Platz zu ergattern gewesen. Auch der Einzelhandel habe sich über deutlich mehr Kundschaft gefreut, so Schneider.

Auch die Dauerausstellung im Museum habe profitiert, bilanziert Schulte-Hobein. Etwa 2.000 Besucher lösten nur hierfür ein Ticket. Sehr viele buchten ein Kombiticket, ein dritter Teil der Besucher habe nur Macke sehen wollen.

Nächstes Thema: Tourismus

„Das Konzept hat gegriffen“, erklärt der Museumsleiter den großen Erfolg der Macke-Ausstellung. Ziel sei es gewesen, den „ganzen Macke“ zu präsentieren – in seiner Entwicklung, aber auch als Menschen. „Dadurch ist Emotionalität in die Ausstellung gekommen.“ Nicht nur Werk an Werk gereiht erlebte man den Expressionisten. So erfuhren die Besucher durch die biografischen Elemente auch, dass Macke „selbstbewusst, humorvoll, ein Familienmensch und ein Allrounder war“, erklärt der Museumsleiter. „Dadurch hat man die Kunst besser verstehen können.“

Aber: „Macke ist eine gewisse Einzigartigkeit gewesen, gerade auch durch den sauerländer Bezug“, warnt Dr. Schulte-Hobein vor der sehr großen Erwartungshaltung. „Nicht jede künftige Ausstellung sollte und darf man damit vergleichen.“ Gleichwohl habe man sich zum Ziel gesetzt, dass auch künftige Ausstellungen anspruchsvoll werden – von der Thematik und Gestaltung.

„Wissenschaftlich hochwertig, super gestaltet, mit tollen Exponaten“ – so der Museumsleiter – soll auch die nächste Ausstellung werden. „Das Paradies vor der Haustür – vom Revier ins Sauerland“ wird am 1. März eröffnet. Vor dem Hintergrund der Industrialisierung des Ruhrgebiets wird eine neue Sichtweise auf das Sauerland als Tourismusregion gegeben. Freuen können sich die Besucher beispielsweise auf einen Bob-Simulator, eine Gondel aus Willingen und einen Wohnwagen der 50er-Jahre mit einer Lloyd-Zugmaschine – eine Leihgabe aus dem Wohnwagenmuseum vom Bodensee. „Der Aufbau ist aufwendiger als bei der Macke-Ausstellung“, wirbt Dr. Schulte-Hobein um Geduld bis zur Ausstellungseröffnung. Denn vieles müsse noch gebaut werden für die neue Ausstellung, die „viele, viele Bauteile“ umfasse. Zum anderen müssten aber auch die Räume und das Treppenhaus erst noch gestrichen und renoviert werden – mehr als 30.000 Besucher hätten eben auch Spuren hinterlassen.

Auch die folgende Ausstellung ab Herbst wird kulturhistorisch: „Zurück in die Eiszeit – Leben im Extremen“ soll die Grundschulen bedienen. „Danach möchten wir dem Kulturausschuss eine weitere hochwertige Kunstausstellung vorschlagen“, blickt Dr. Schulte-Hobein in die Zukunft, basierend auf der Konzeption des Museums, sowohl kulturgeschichtliche als auch Kunstausstellungen zu präsentieren.

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