Aktuelle Ausstellung von Anne Duk Hee Jordan

Schöpfung und Kreislauf der Natur sind Themen im Kunstverein Arnsberg

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Anne Duk Hee Jordan (li.) und Ursula Ströbele freuen sich über die Kräuter, die von den Gästen des Kunstvereins verköstigt werden sollen.

Arnsberg - „Ziggy goes wild“ heißt die Ausstellung von Anne Duk Hee Jordan, die ab heute im Kunstverein Arnsberg zu sehen ist. Es ist eine Ausstellung, die in gewisser Weise das Thema Klimawandel aufnimmt. Die Künstlerin will klar machen, dass es für die Menschen gut und sinnvoll wäre, sich mal etwas zurück zu nehmen, sich nicht an erster Stelle der Schöpfung zu sehen, sondern sich darüber klar zu werden, dass auch sie selbst in den Kreislauf der Natur gehören.

Die Kuratorin des Kunstvereins, Ursula Ströbele, zeigte sich sehr angetan davon, dass die Künstlerin nach ihren beiden Ausstellungen in Berlin und Riga mit der dritten Ziggy-Ausstellung nach Arnsberg kommt. 

„Ziggy ist einer fiktiven Figur aus dem Werk David Bowies (Ziggy Stardust, 1972) entlehnt und verkörpert einen bisexuellen und promiskuitiven (Mars-?) Menschen, der mit apokalyptischen Gedanken über das Ende der Welt sinniert“, erklärt Ursula Ströbele. Die Ausstellung in Arnsberg zeigt Zeichnungen, Filme, skulpturale kinetische Objekte, wie eine Seegurke und einen überdimensionalen Seestern. Unter anderem geht es der Künstlerin darum, wie sich die Meeresbewohner im Klimawandel verändern werden. Anne Duk Hee Jordan ist eine erfahrene Taucherin. So kann sie unter Wasser vier Minuten die Luft anhalten und dabei etwa 35 Meter zu tauchen. Duk Hee – was „Königin des Wassers“ heißt – hat schon mit 13 Jahren ihren Tauchschein gemacht. Heute filmt sie selbst auch unter Wasser. Die Filme sind zusammengestellt aus eigenem sowie auch aus Recherchematerial. Zu allem, was ihre Kunst ausmacht, hat sie sich einen wissenschaftlichen Zugang erarbeitet. „Ich sehe das, was ich schaffe immer in einem Zusammenhang, nicht wie ein Maler, der von einem Bild zum nächsten geht.“ 

Ein weiterer Aspekt ihrer Kunst ist der Kreislauf der Natur, die Rückführung in die Natur. Vieles stellt sie mit einem Augenzwinkern dar. Betritt man die Ausstellung, führt der Weg über Stroh, rechts und links kommt der Gast der Natur mit Nase und Augen sehr nahe. Zwei Haufen mit Pferdedung zeigen sehr deutlich den Kreislauf der Dinge. In einem anderen Raum führt ein langer Tisch auf dem Kräuter wachsen, die Fülle der natürlichen Nahrung vor. Es ist das Kernstück der Ausstellung und  gleichzeitig so etwas wie das kalte Buffet für die Vernissage am Freitag. Nach der Ausstellung werden Dung, Stroh und übrig gebliebene Kräuter in einen Garten zurückgebracht, es wird kompostiert und verhilft neu Gesätem wieder zu wachsen und gedeihen. „Wir werden nur eine Chance haben, wir müssen unruhig bleiben“, erklärt Jordan. „Wir müssen alte Hierarchien und Wertvorstellungen hinterfragen. Technikeuphorie, aber auch apokalyptische Endzeitstimmung sind nicht die Lösung.“

Die Ausstellung „Ziggy goes wild“ ist bis zum 16. November im Kunstverein zu sehen.

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