„Eine demokratische Konstante“

Sigmar Gabriel hält Festrede zum 100. Geburtstag der SPD Arnsberg

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Der Arnsberger Ortsvereinsvorsitzende Uwe Bettsteller übergab zusammen mit Sigmar Gabriel im Beisein von Bürgermeister Bittner und Birgit Sippel (v.li.) das Parteibuch an Neumitglied Anna Lena Brandt.

Arnsberg. Zur großen Geburtstagsfeier für die heimischen SPD-Ortsvereine Arnsberg und Niedereimer-Breitenbruch war am vergangenen Wochenende Sigmar Gabriel gekommen. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der SPD Arnsberg sowie der 70-Jahrfeier für den Ortsverein Niedereimer-Breitenbruch hob der ehemalige Bundesaußenminister und Vizekanzler sozialdemokratische Prinzipien in den Mittelpunkt.

In seinem Festvortrag rief Sigmar Gabriel für die mehr als 50 anwesenden Mitglieder die lange Geschichte der SPD ins Gedächtnis. So habe die SPD seit ihrer Gründung 1890 den gleichen Namen behalten und sich in der Geschichte nichts zu Schulden kommen lassen, was eine Namensänderung nötig gemacht hätte. „Wir können stolz sein auf diese Kontinuität“, so Gabriel. Von der Partei seien Freiheit und Demokratie als beständige Werte stets hochgehalten worden. Zudem habe die SPD als Partei mit ihren Mitgliedern schon früh Demokratie gelebt und verteidigt. „Die SPD“, so sagte Gabriel von den Gästen, „ist seit 150 Jahren eine demokratische Konstante!“ Und diese Tradition wolle man sich auch von den Radikalen in der AfD nicht kaputt machen lassen. Mit Blick auf die zu ehrenden Mitglieder erklärte Gabriel, dass das in der SPD immer etwas Besonderes sei, vor allem weil stets besondere Menschen dahinter steckten. Der Ehrengast der Feier betonte, dass Geschichten rund um den Kampf für Demokratie nur bei der SPD zu finden seien. Und es seien zudem auch vor allem die kleinen Leute aus der Gesellschaft gewesen, die Großes für die Demokratie geleistet hätten. Gerade in heutigen Zeiten müsse jedoch die Politik verstärkt die Rahmenbedingungen für ein selbst bestimmtes Leben der Menschen schaffen. Es entspreche der Idee der Sozialdemokratie, dass jeder aus seinem Leben etwas machen könne. 

Zu Europa und Frieden bekennen 

Sigmar Gabriel forderte von seiner Partei aber auch, dass sie ihr Profil schärfen müsse. „Wir können nicht jeder gesellschaftlichen Gruppe eine Antwort geben“, so Gabriel unter dem Applaus der Anwesenden. Gerade bei strittigen Fragen gelte es für die SPD, eine klare Position zu beziehen. „Wenn die SPD sprachlos ist, reden andere“, mahnte Gabriel. Den Anwesenden beider Ortsvereine rief Gabriel zu, sich als Partei zu Europa und Frieden zu bekennen. „Ein besseres Land kommt nicht von allein“, so Gabriel in Arnsberg. Vor dem Festvortrag von Sigmar Gabriel hatte bereits der Arnsberger Bürgermeister Ralf Paul Bittner den Vertretern der beiden Ortsvereine seinen Glückwunsch ausgesprochen. Bittner betonte, dass Demokratie auf eine feste Basis setzen müsse und nur ein konstruktiver Austausch Fortschritte bringe, was übrigens auch für den Rat der Stadt gelte. Der Bürgermeister bekräftigte noch einmal seinen Anspruch, bei der Politik in Arnsberg nicht die Schwächeren zu vergessen, und er erklärte, dass ihm die Einrichtung des Humanitären Beirates in Arnsberg ein persönliches Anliegen gewesen sei. Ansonsten könne die SPD auch vor Ort davon profitieren, wenn sie in guter Tradition an die Kultur des Diskutierens und des Streiten anknüpfe. 

Im Rahmen der Festveranstaltung zu 100 Jahren SPD Arnsberg und 70 Jahren SPD Niedereimer wurden auch die langjährigen Mitglieder der Partei geehrt.

Mit auf eine Reise in die Zeit des Gründungsjahres des SPD-Ortsvereins Arnsberg 1918/19 nahm der Historiker Jens Hahnwald seine Zuhörer. In seinem Vortrag schlug einer einen Bogen zur geschichtlichen Entwicklung der SPD in Arnsberg vor dem Hintergrund der landesweiten Entwicklungen, die schon im Kaiserreich begonnen hätten. Namentlich erinnerte Hahnwald dabei unter anderem an die ersten Mitglieder der SPD in Arnsberg, die die Geschichte und Entwicklung des Ortsvereins prägten. 

Langjährige Mitglieder geehrt

Die Ehrung der langjährigen Mitglieder oblag zum Schluss der Feststunde der Europaabgeordneten Birgit Sippel. An der Spitze der geehrten beider Ortsvereine stand Erika Wulf, die seit 65 Jahren Parteimitglied ist. Seit 50 Jahren halten Klaus Dieter Hennecke und Alfred Köhler der SPD die Treue, 45 Jahre ist Dieter Blefgen dabei. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Prof. Dr. Rüdiger Neumann, Hilde Westermann, Hedwig Franke und Burkard Franke geehrt. Auch Marianne Bläsing (35 Jahre), Alfons Körner (30 Jahre) und Claudia Brozio (25 Jahre) durften sich über Abzeichen und Urkunde freuen.

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