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So reagieren die Pfarreien in Arnsberg und Sundern auf Energiesparkonzept des Erzbistums

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Von: Rebecca Weber

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Dom Neheim Kirche Heizung
Auch im Neheimer Dom, der größten Kirche im Umkreis, müssen sich die Gottesdienstbesucher auf kühlere Temperaturen einstellen. © Rebecca Weber

Warm anziehen müssen sich Gottesdienst- und Kirchenbesucher wohl in den kommenden Monaten. Denn laut einer Empfehlung des Erzbistums Paderborn soll im Winter auf das Beheizen der Kirchenräume verzichtet werden. Der Kurier hat sich umgehört, was dies konkret für das Gemeindeleben vor Ort bedeutet und welche lokalen Alternativen es geben könnte.

Arnsberg/Sundern - Die Empfehlung des Erzbistums umfasst mehrere Punkte: Demnach soll „idealerweise vollständig auf das Beheizen der Kirchenräume“ sowie auf das Aufheizen zu Gottesdiensten verzichtet werden. Temperiert werden soll der Kirchenraum aber, sofern die relative Luftfeuchtigkeit durchgehend 70 Prozent übersteigt. Weiter sind die Kirchengemeinden aufgerufen, alternative Standorte oder die Konzentration auf wenige beheizte Kirchen („Wärme-Inseln“) zu prüfen.

Pfarrei St. Johannes Baptist Neheim und Voßwinkel:

Zwar habe man mit Handlungsempfehlungen für den bevorstehenden Winter gerechnet, von den stringenten Maßnahmen sei man aber doch überrascht, so Pfarrer Stephan Jung, Pfarrei St. Johannes Baptist Neheim und Voßwinkel. Jedoch bleibe in keiner Kirche die Heizung komplett aus, auch wenn nicht mehr so stark geheizt werde wie in der Vergangenheit: „Schon unter dem Aspekt Corona, haben wir im vergangenen Winter nicht auf Temperatur geheizt, sondern auf Luftfeuchtigkeit, die sollte / hat immer zwischen 50 und 60 Prozent liegen müssen.“ Grundsätzlich hebt Pfarrer Jung hervor: „Kirchen sind immer ein Ort der Wärme und Wohlempfinden für den Geist und Seele, nur bezüglich der Temperatur werden wir uns sicherlich umstellen müssen.“

Welche Alternativen gegebenenfalls in Frage kommen, werde zusammen mit einem Handlungskonzept vom Neheimer Pastoralteam, Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand erarbeitet. „Die Maßnahmen für den Winter 2022/23 werden sicherlich einer ständigen Reflexion unterliegen“, kündigt Stephan Jung an.

Propsteipfarrei Arnsberg:

In der Propsteipfarrei Arnsberg ist das Vorgehen in der Energiekrise mit dem Titel „Nähe schafft Wärme – wir rücken zusammen“ überschrieben. Man möchte die Krise als Chance verstehen, mit den jeweiligen Gemeindeteams weitere Akzente setzen. Die Kirchen bleiben geöffnet und die regulären Gottesdienste finden weiterhin statt. Gottesdienstbesucher werden aber gebeten, sich angepasst zu kleiden. Ergänzend würden in allen Kirchen Kontingente von Decken zur Verfügung gestellt. „Mit Blick auf viele ältere Kirchenbesucherinnen und Kirchenbesucher ist vorgesehen, die Liebfrauenkirche moderat zu beheizen, so dass hier ein Gottesdienstbesuch in wärmerer Umgebung stattfinden kann. An Wochentagen werden Gottesdienste gegebenenfalls in den Gemeinderäumen angeboten werden“, so die Gesamtpfarrei. Der Stromverbrauch für die Beleuchtung der Kirchen und der Gemeindehäuser soll in Arnsberg durch den Einsatz von LED-Leuchtmitteln und eine „angemessene Beleuchtungszeit“ minimiert werden. Außenbeleuchtungen sollen insoweit betrieben werden, als es notwendig ist, um die Sicherheit der Besucher zu gewährleisten.

Pfarrei St. Petri Hüsten:

In den Kirchen Oelinghauser Heide und Holzen werden die Heizungen komplett ausgeschaltet, so der Beschluss der Pfarrei St. Petri Hüsten, die anderen Kirchen werden temperiert, aber nicht mehr zu Messfeiern aufgeheizt. Zudem wird auch hier auf Außenbeleuchtung verzichtet, sofern sie nicht der Sicherheit dient. „So können auch wir aktiv unseren Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten“, so die Pfarrei. 

Pastoraler Raum Sundern:

Wie in Sundern mit den Empfehlungen aus Paderborn verfahren wird, berät der Kirchenvorstand am 11. Oktober. „Da auch die Kirchen von der Erhöhung der Energiekosten betroffen sind, müssen wir reagieren, aber wir müssen weiterhin eine einladende Kirche sein und den Menschen Möglichkeiten bieten, sich gerne zu versammeln“, betont Pfarrer Stefan Siebert. „Glaube lebt aus der real erfahrbaren Gemeinschaft. Der Volksmund sagt: ‘Not macht erfinderisch’, und warum nicht eine eigene Decke mitbringen und bestimmt wird es möglich sein, im Anschluss an den Gottesdienst warme Getränke zu reichen.“ Da in einigen Gemeinden seit einigen Jahren Werktagsgottesdienste in Pfarrheimen gefeiert würden, könnte er sich eine solche Regelung auch für alle Kirchen im Pastoralen Raum Sundern vorstellen.

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