Offenes Ohr für Gefühle und Sorgen

Sorgentelefon in Holzen: Jugendwarte starten Angebot für Kinder und Jugendliche

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An Kinder und Jugendliche richtet sich das neue Angebot des „Sorgentelefons“ in Holzen.

Gerade in dieser schwierigen Zeit etwas für die Kinder im Ort tun, das wollen Paulina Risse und Mathis Schlinkmann aus Holzen, die schon länger als Jugendwarte in Holzen tätig sind. Sie wollen die Kinder und Jugendlichen im Dorf zu einer Gemeinschaft zusammenführen, aber leider fielen die geplanten Aktivitäten der Pandemie zum Opfer. Schließlich entwickelten die beiden Jugendwarte in langen Gesprächen die Idee eines „Sorgentelefons“.

Holzen - Kein regelmäßiger Unterricht in der Schule, keine Freunde mehr treffen, keine Möglichkeit mehr an den Aktivitäten eines Vereins teilzunehmen – es ist seit über einem Jahr ein ganz anderes Leben. Der Fußball auf dem Platz, das Schwimmtraining, was auch immer die Kinder am Nachmittag beschäftigte und ihnen Kraft gab, es fällt weg.

Bei den einen steigt der Frust, bei den anderen kommt es zu seelischen Verstimmungen. Sehr deutlich spüren das die Kinder und Jugendlichen und sie leiden darunter. Es kommt dazu, dass sie sich einsam fühlen, antriebslos sind und Stimmungsschwankungen unterliegen. Das Sorgentelefon soll eine Anlaufstelle sein, an der sich die Teilnehmer in einem Videochat treffen können.

Mathis Schlinkmann, der als gelernter Fachinformatiker auch den technischen Part übernimmt, erklärt: „Es geht uns darum, als junge Berater den Jugendlichen und Kindern ein Unterstützungsangebot zu machen. Wir bieten eine offene Sprechstunde über Zoom an, wo man sich in einem Chat gemeinsam treffen und über Sorgen und Nöte sprechen kann. Dieser Chat ist ein gesicherter Raum, in den niemand unaufgefordert eintreten kann.“

Die Idee des „Sorgentelefons“ für Holzen haben Paulina Risse und Mathis Schlinkmann entwickelt.

Dass die beiden Initiatoren in Holzen aufgewachsen sind und dort leben und selbst noch jung sind – Paulina Risse 22 Jahre und Mathis Schlinkmann 27 Jahre – macht es für diejenigen, die am Chat teilnehmen wollen und das Gespräch suchen, vielleicht auch noch ein Stück einfacher. Vielleicht einfacher, als mit den Eltern zu reden, die möglicherweise auch ganz andere Probleme haben und bei aller Liebe und bei allem Verständnis doch nicht immer richtig hinhören können. Paulina Risse, die ihr Psychologiestudium mit dem Bachelor abgeschlossen hat, erläutert: „Wir werden aber auch Einzelgespräche anbieten, in denen wir uns auf diese Person individuell einstellen können und aus dem gemeinsamen Gespräch hoffentlich einen guten Weg aufzeigen können.“

Die beiden Jugendwarte hoffen, dass dieses Angebot gut angenommen wird. „Wenn die Kinder und Jugendlichen sich im Chatroom versammelt haben, fällt es ihnen möglicherweise doch leichter, ins Gespräch zu kommen, zu berichten wie sie sich fühlen, was sie bewegt und wie sie mit der momentanen Situation zurecht kommen. Uns ist es auch sehr wichtig, den Kontakt im Dorf zu halten und zu fördern“, fügt Paulina Risse hinzu.

Das Sorgentelefon startet am kommenden Mittwoch, 6. Mai, ab 19 Uhr und lädt alle 14 Tage zu Gespräch und Austausch ein. Die Einwahldaten werden über den örtlichen Bieber-Boten und Instagram bekannt gegeben.

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