Neuer Spielplatz am Flüchtlingsheim am Berliner Platz eingeweiht

Spielend Kontakte knüpfen

Pastor Dietmar Röttger weihte den Spielplatz ein und freute sich über das Engagement seiner Pfarrei. Helmut Melchert (rechts daneben) überbrachte den Dank der Stadt. Foto:PS

Es ist mehr als ein Zeichen von Solidarität.

„Wir wollen das Leben der Flüchtlinge ein Stück nach draußen verlagern, sie sollen wahrgenommen und beachtet werden“, sagte Dr. Norbert Albersmeier bei der Einweihung des Spielplatzes neben dem Flüchtlingsheim am Berliner Platz in Hüsten. „Wir wollen Vorurteile abbauen und Menschen, die Schlimmes erlebt haben, helfen.“

Albersmeier ist Vorsitzender des Pfarrgemeinderates von St. Petri Hüsten und wie Alfred Hilbig vom Kirchenvorstand einer der Mentoren dieses gemeinsam mit der Stadt, den Gemeindeteams von St. Petri und Heilig Geist, der Caritas, dem Internationalen Arbeitskreis und den Firmlingen initiierten Projektes. „Es ist wichtig, dass die Kinder draußen spielen und Kontakt zu einheimischen Kindern aufnehmen können“, meinte Albig.

„Jetzt haben auch die Flüchtlingskinder die Möglichkeit, Gastgeber auf diesem herrlichen Spielplatz zu sein und gemeinsam zu spielen“, ergänzte Elisabeth Kraft, Mitglied des Pfarrgemeinderates und „mit vollem Herzen“ bei der Sache. „Es ist buchstäblich eine doppelte Gastfreundschaft.“

Die sprach auch Pfarrer Dietmar Röttger bei der Einweihung an: „Wir sind alle Kinder Gottes. Nach vielen schlimmen Dingen sollen die Menschen Freude erleben und Freunde gewinnen.“ Der Spielplatz unter anderem mit einer sechssitzigen kreisförmigen Schaukel und einer Wippe in Krokodilsform ausgestattet, bietet dafür beste Voraussetzungen. Er soll sich nicht nur an die derzeit rund 25 Kinder in der Unterkunft wenden. Auch an die Erwachsenen wurde gedacht: Fest installierte Tische mit drei Sitzgruppen sollen Menschen verbinden, aus der Unterkunft, die in der Regel zwischen 60 und 90 Bewohner hat, aber auch darüber hinaus.

Als Gastgeschenk wurden zwei weitere Sitzbänke überreicht. Bei der Einweihung herrschte Einigkeit, dass das Projekt eine tragfähige Zukunft haben soll. „Wichtig ist die Nachhaltigkeit“, meinte Ilona Wisse von der Caritaskonferenz aus Müschede. „Wir wollen auch künftig auf das Thema aufmerksam machen. Wichtig ist, die Jugend zu gewinnen.“

Persönlicher Kontakt ist wichtig

Zwölf Firmlinge haben erste Erfahrungen im Rahmen ihres Projektes „Praktisch Christ“ gesammelt, die Veranstaltung vorbereitet und waren voll bei der Sache. „Die Menschen sind sehr dankbar“, sagte Lorena König (16) aus Herdringen. „Ich wollte neue Kulturen kennenlernen und habe tolle Menschen getroffen“, meinte die 14-jährige Kristina Herschel, ebenfalls aus Herdringen. Beide wollen künftig „öfters helfen“. Darüber freuten sich Mona aus Iran, die mit ihrem zehnjährigen Sohn Manuel seit acht Monaten in Hüsten lebt und jetzt eine eigene Wohnung hat. Manuel besucht die Mühlenbergschule, spricht perfekt Deutsch und fühlt sich wie seine Mutter wohl: „Uns wird hier geholfen, danke dafür.“

Den Dank der Stadt Arnsberg, die Planung und Bauleitung inne hatte und künftig für Verkehrssicherheit und Pflege zuständig ist, überbrachte Fachbereichsleiter Helmut Melchert (Soziale Dienste): „Patenschaften und persönliche Kontakte sind wichtige Zeichen und Maßnahmen. Wir freuen uns über das Engagement der Menschen vor Ort.“ Zugleich deutete er an, dass das Hüstener Beispiel Schule macht. „Die Neheimer St. Johannes-Gemeinde erwägt ebenfalls einen Spielplatz am geplanten Flüchtlingsheim im Rumbecker Holz zu bauen.“

Hintergrund

Der Spielplatz kostete rund 24.000 Euro. 90 Prozent hat das Erzbistum Paderborn übernommen, 2400 Euro musste die Petri-Gemeinde aufbringen.

Die Idee eines Spielplatzes ging hauptsächlich von den Gemeinde-Teams (Petri und Heilig Geist) aus. Kontakte mit den Flüchtlingen gibt es seit geraumer Zeit wie ein Picknick des Caritasverbandes oder eine Weihnachtsfeier.

Regelrechte Patenschaften und Vermietungen von Wohnungen an Flüchtlinge runden die Kontakte ab. (Von Paul Senske, neheim@sauerlandkurier.de)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare