Großes Lob für Einzelhandelsangebot 

Spitzenwerte für Neheim: Innenstadt gehört zu den drei Top-Performern in NRW

Nur strahlende Gesichter gab es bei der Ergebnispräsentation „Vitale Innenstädte“ in Neheim: Stadtplaner Thomas Vielhaber, Thomas Frye (IHK), Bürgermeister Ralf Paul Bittner, Stadtmarketingmanagerin Tatjana Schefers, IHK-Hauptgeschäftsführerin Dr. Ilona Lange, Bernd Lepski (Wirtschaftförderung) und die Vertreter von Aktives Neheim Konrad Buchheister, Marco Hoffmann, Theo Krick und Herbert Scheidt (v.l.). Foto: Rebecca Weber

Neheim. Mit Bestnoten hat die Neheimer Innenstadt jetzt in der Untersuchung „Vitale Innenstädte“ abgeschnitten. Die Neheimer City gehört mit den Ergebnissen nicht nur zu den bestbewerteten Innenstädten in NRW, in Bezug auf das Einzelhandelsangebot ist Neheim bundesweit auf Platz eins der Städte zwischen 50.000 und 100.000 Einwohnern. Die guten Noten sorgten heute bei der offiziellen Präsentation für stolze und zufriedene Gesichter bei Bürgermeister, Werbegemeinschaft und IHK.

IHK-Hauptgeschäftsführerin Dr. Ilona Lange taufte sich selbst kurzerhand mit ihrem Ausruf „Neheim ist spitze“ in Erinnerung an den bekannten TV-Moderator der 70er und 80er Jahre in Ilona Rosenthal um und brachte so ihre große Freude zum Ausdruck. Schließlich spiele der Handel für die IHK eine wichtige Rolle und die Attraktivität der Innenstädte sei auch relevant, um potentielle Fach- und Führungskräfte für die Region zu interessieren. 

Thomas Frye von der IHK gab dann einen detaillierten Einblick in die Ergebnisse: Den Gesamteindruck in Bezug auf die Attraktivität der Innenstadt bewerten die Passanten mit der Note 1,9 (2016: 2,0). Verbessert haben sich die Noten im Vergleich zu 2016 insbesondere in den Feldern Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Ladenöffnungszeiten sowie Gastronomie- und Freizeitangebot. Etwas schlechter bewertet wurden die Parkmöglichkeiten. „Hier muss man fragen, woran das liegt“, riet Frye, relativierte aber direkt, dass die subjektive Wahrnehmung der Kunden nicht immer etwas mit einer objektiven Veränderungen in diesem Bereich zu tun habe. 

Deutschlandweiter Spitzenwert

Auch nach dem allgemeinen Ambiente befragt, gibt es gute Noten für Neheim: Wege und Grünflächen, Sehenswürdigkeiten und Sauberkeit der Innenstadt werden besser bewertet als noch vor zwei Jahren. Der Gesamteindruck bekommt die Note 1,9 (2016: 2,2). Eine besonders gute Benotung (1,6) erhalten die Neheimer Events und Veranstaltungen. Dies zeige, dass die verkaufsoffenen Sonntage auch künftig wichtig für die Innenstädte sind, so Frye. 

"Neheim Live" 2018 - Freitag

Die absolute Top-Bewertung jedoch gibt es in Bezug auf das Einzelhandelsangebot (1,8 und gleichzeitig deutschlandweiter Spitzenwert in der Ortsgrößenklasse). Lediglich der Bereich „Unterhaltungselektronik/Telekommunikation“ wird mit 3,6 bewertet. „Dieser Bereich ist wichtig für die Kunden. In Neheim gibt es ja auch einen großen Fachmarkt, der allerdings nicht in der Innenstadt liegt“, ordnete Thomas Frye ein. Auch Lebensmittel sind für die Kunden wichtig (Note 3,1). „Hier wird sich mit der Marktpassage ja etwas tun, aber man sollte das Thema im Auge behalten“, so Frye weiter. Die Umfrage solle ja eben Stärken und Schwächen aufzeigen, um Handlungsempfehlungen ableiten zu können. 

Das gastronomische Angebot war bereits vor zwei Jahren der Schwachpunkt in Neheim. Dieser wurde jetzt genauer betrachtet – und hat sich von der Note 3,6 auf 2,8 verbessert. Als gut werden Cafés und Eisdielen bewertet, jedoch fehlen den Befragten ein Gasthaus mit Biergarten oder moderne Gastronomiekonzepte in der Innenstadt. 

Rund 60 Prozent der Neheimer Kunden kommen auch aus der weiteren Umgebung zum bummeln nach Neheim.

Neben der Bewertung des Angebots wurden die Teilnehmer auch nach Wohnort und Einkaufsgewohnheiten befragt.  Dabei zeigte sich, dass rund 40 Prozent der Kunden in der Stadt Arnsberg wohnen und 60 Prozent von außerhalb – das Einzugsgebiet der Befragten liegt zwischen Dortmund, Bad Sassendorf und Medebach – nach Neheim kommen. Dieses Ergebnis hat sich im Vergleich zu 2016 noch einmal verstärkt und liegt genau entgegengesetzt zum Ortsgrößendurchschnitt. „Das ist schon bemerkenswert“, hob Thomas Frye hervor und erläuterte: „Diese Kunden besuchen die Stadt zwar nicht so häufig, dafür bleiben sie aber länger und suchen mehr Geschäfte auf.“ Rund 40 Prozent der Befragten gehen aber auch täglich in die Innenstadt, in erster Linie zum Einkaufen (73 Prozent). 

Multi-Channeling wichtig für Einzelhändler

Ebenfalls abgefragt wurde die Online-Affinität der Kunden. Für mehr als 40 Prozent ist es wichtig, dass sie sich online über das Angebot von Innenstadt und Geschäften informieren können sowie ob Waren in den Geschäften vorrätig sind. In diesem Zusammenhang erläuterte Thomas Frye, dass deutlich mehr Kunden Informationen im Internet sammeln, bevor sie im Geschäft einkaufen, als dass sie die Beratung im Geschäft nutzen, bevor sie online etwas bestellen. Hier sei das Multi-Channeling für die Einzelhändler wichtig (mit diesem Thema beschäftigt sich seit einigen Jahren übrigens auch das Einzelhandelslabor Südwestfalen, welches in wenigen Wochen seine Abschlussergebnisse präsentieren wird). 

Herbert Scheidt, Vorsitzender Aktives Neheim, freute sich riesig über die guten Bewertungen und sah darin auch das Engagement der Werbegemeinschaft bestätigt. „Wir haben hier die geballte Kraft von Einzelhändlern, Eigentümern und Förderern und so bekommt man auch etwas auf die Beine. Für das große Engagement möchte ich mich bedanken.“ Mit Stadtfesten mache Aktives Neheim immer wieder auf die Einkaufsstadt aufmerksam: „Und wir wollen, dass jedes Stadtfest zu einer Marke wird. Teilweise ist uns das auch bereits gelungen.“ Sehr geholfen habe auch der vor einigen Jahren entwickelte Werbeslogan „Shoppingcenter unter freiem Himmel.“ Doch der Vorsitzende griff auch die Kritikpunkte auf: „Was die Lebensmittel betrifft, so wird es eine etwas steinige Zeit bis zur Wiederöffnung der Marktpassage, aber es gibt auch noch den Wochenmarkt.“ Beim Thema Gastronomie sei es mitunter schwierig, angesichts hoher Mieten und fehlender Parkmöglichkeiten in den zentralen Lagen, Interessenten zu finden. 

Frühlingsfest in Neheim

Begeistert von den Umfrageergebnissen zeigte sich auch Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner: „Wir haben starke Dörfer in der Stadt, aber wir wollen auch die Entwicklung in den Kernzentren vorantreiben. Wir wollen urbane Räume mit hoher Aufenthaltsqualität schaffen“, so Bürgermeister Ralf Paul Bittner. Er dankte sämtlichen Beteiligten für die intensive und erfolgreiche Arbeit. Da dürfe man schon mal ein Gläschen Sekt drauf trinken, so Bittner. Gleichzeitig rief er dazu auf, die Ergebnisse im Detail anzusehen. „Wo müssen wir an Stellschrauben drehen oder Maßnahmen ergreifen und was können wir tun, um die guten Ergebnisse auch zu halten?“ Hier sieht der Bürgermeister auch das gesamtstädtische Marketing als Katalysator. 

Stadtmarketingmanagerin Tatjana Schefers war ebenfalls voll des Lobes: „Das ist eine tolle Auszeichnung für die handelnden Akteure und eine Belohnung für die konstante Arbeit.“ Der Erfolg strahle auch auf die Gesamtstadt aus und helfe, diese überregional weiter nach vorne zu bringen. 

Daran dass die Erfolge „nicht vom Himmel gefallen“ seien, sondern ihnen langfristige strategische Planungen und Weichenstellungen vorausgingen, erinnerte Planungsdezernent Thomas Vielhaber. So habe die Sanierung der Neheimer Innenstadt Mitte der 2000er Jahre eine Welle an Investitionen nach sich gezogen. Die Stadtplanung beschäftige sich auch derzeit mit den „harten Faktoren“, wie etwa der Entwicklung eines dynamischen Parkleitsystems. Darüber hinaus werde der Umbau des Busbahnhofs vorbereitet.

Hintergrund 

  • Die Passantenbefragung wird seit 2014 bereits zum dritten Mal vom IfH Köln in Kooperation mit IHKs und lokalen Partnern durchgeführt. 
  • An einem Donnerstag und einem Samstag im September wurden deutschlandweit im vergangenen Jahr Passanten zeitgleich befragt. 
  • Zu den über 110 Teilnehmerstädten gehörten aus dem Bezirk der IHK Arnsberg dieses Mal die Citys von Lippstadt und Arnsberg-Neheim (jeweils zum dritten Mal dabei), Meschede (Teilnahme bereits 2014) sowie Bad Sassendorf und Sundern (erstmals dabei). 
  • Die Teilnehmerstädte sind dabei in fünf verschiedene Größen eingeteilt. Arnsberg-Neheim zählt zur Kategorie der Städte mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern. 
  • Gemeinsam mit Düsseldorf und Hilden gehört Neheim zu den drei Top-Performern in NRW.

    Lesen Sie hier, wie Neheim vor zwei Jahren bei der Untersuchung abgeschnitten hat.

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