„Das Bewusstsein stärken“

Stadt Arnsberg und Klinikum HSK kooperieren bei Alkoholprävention

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Die Stadt Arnsberg und das Klinikum Hochsauerland möchte in Zukunft bei der Alkoholprävention zusammenarbeiten.

Arnsberg. Die Zahlen sind alamierend: Rund 50 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 und 18 Jahren werden pro Jahr wegen einer Alkoholvergiftung stationär behandelt. Um diesem Trend entgegenzuwirken haben am vergangenen Montag der Fachbereich Schule, Jugend, Familie der Stadt Arnsberg und das Klinikum Hochsauerland eine Kooperationsvereinbarung für das Präventionsprogramm „HaLT- Hart am Limit“, das schon in vielen anderen Kommunen bundesweit angewandt wird, unterzeichnet.

„In der Jugendmedizin haben wir oft mit dem Problem zu tun, dass Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung auf unserer Station behandelt werden“, begründet Dr. med Bartolomäus Urgatz, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Klinikum Hochsauerland, seine Beweggründe ein Präventionsprogramm ins Leben zu rufen. Vor allem Unzufriedenheit habe ihn dabei angetrieben. „Wir machen die Jugendlichen für das normale Leben wieder fertig, aber wir konnten bislang nichts für ihre Zukunft tun“, blickt der Mediziner zurück. So sei es ihm ein Anliegen gewesen in die Beratung der jungen Menschen einzusteigen. Urgatz betont, dass sich vor allem die Art des gefährlichen Trinkens verändert habe. „Vor ein paar Jahren waren Alkopops populär, mittlerweile werden harte Getränke trinkbar gemacht. In kurzer Zeit wird viel Alkohol getrunken“, schildert der Arzt die Entwicklung. 

"Wir wollen mit den Eltern Wege finden"

Junge Leute, die wegen übermäßigem Alkoholkonsum auffällig werden, bekommen einen Flyer über die Beratungsmöglichkeiten. Wenn der junge Mensch Interesse daran zeigt, werden die Eltern noch diesbezüglich angesprochen und erst dann wird der Fall an das Jugendamt weitergeleitet. Das Jugendamt möchte dann sowohl dem Jugendlichen als auch den Eltern Unterstützung anbieten. „Wir versuchen ja schon in den Schulen, teilweise sogar schon ab der Kita aufzuklären, dennoch gibt es immer junge Menschen, die den Alkohol unterschätzen. Wir möchten vor allem in Zukunft nun auch mit den Eltern der jungen Menschen Wege finden“, betont Christian Eickhoff, Leiter des Fachdienstes Förderung von jungen Menschen und Familien. Für ihn sei die Zusammenarbeit mit dem Klinikum vor allem auch sinnvoll, da das Bild vom Jugendamt in der Gesellschaft oft negativ besetzt sei und so der Einstieg in das Programm über die Klinik und nicht über das Jugendamt erfolge. 

Bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung im Rathaus waren alle Beteiligten zuversichtlich, dass das Programm ein Erfolg wird. Man müsse allerdings, das zeigten die Erfahrungen aus anderen Kommunen, mit einer Einführungsphase von etwa zwei Jahren rechnen. „Der Bedarf für so ein Programm ist in Arnsberg vorhanden. Nun muss noch das Bewusstsein gestärkt werden“, betont Bürgermeister Ralf Bittner abschließend. Weitere gemeinsame Projekte schließen die Stadt Arnsberg und das Klinikum nicht aus.

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