Verkehrssituation noch offen

Stadt und Klinikum informieren Bürger über Erweiterungsbau des Karolinen-Hospitals

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Viele Hüstener hatten sich auf den Weg in die Schützenhalle gemacht.

Hüsten. Zu einer zweiten Informationsveranstaltung zum Erweiterungsbau des Karolinen-Hospitals hatten die Stadt und das Klinikum Hochsauerland (Karolinen-Hospital) nun nach Hüsten in die Schützenhalle eingeladen.

Schwerpunktmäßig für die Zuschauer war der durch diese Erweiterung zusätzlich entstehende Verkehr. Nach einer Einführung in das Thema von Baudezernent Thomas Vielhaber stellte Dipl. Ing. Bernd Strey von der „stadtraum Architektengruppe“ in Münster zunächst einige der Hauptkriterien zum Entwurf des Bebauungsplans vor. 

Dieser beinhaltet die Einrichtung einer interdisziplinären Notaufnahme, eine umfassende Intensivabteilung, neun neue Operationssäle und weitere notwendige Abteilungen. An den neuen sechsgeschossigen Bau wird der Haupteingang gelegt. Die zweite Liegend-Anfahrt wird hier ebenfalls ihren Platz bekommen. Die Anlieferungen für das Klinikum werden an den Standort der ehemaligen Kindertagesstätte geleitet. Ein Hubschrauberlandeplatz gliedert sich an den Neubau.

Lärmschutzwand von 75 Metern

„Die Lärmschutzwand, hat eine Länge von 75 Metern und eine Höhe von zwei Metern. Laut Planungsrecht müssen Lärm und Verkehr in die Planung mit einbezogen werden“, so Bernd Strey. Die Parkplätze am Klinikum werden auf 452 aufgestockt. Dr. Brigitte Plass nahm noch einmal die Bedenken auf, die im vergangenen Jahr von Bürgern angesprochen worden waren. Dazu gehörte eine erneute Verkehrszählung und die Einbeziehung von verkehrslenkenden Maßnahmen. Dipl. Geogr. Claudia Bonmann erläuterte das überarbeitete Verkehrsgutachten. „Es wurde eine aktuelle Zählung vom 30. August 2018 sowie eine automatische Zählung über einen Zeitraum von einer Woche zur Überprüfung der Zähldaten von 2014 getätigt. Für das Jahr 2022 wird die Prognose aufgestellt, dass es ein Verkehrsaufkommen von 4753 Fahrzeugen pro Tag geben wird. Bei der Zählung 2018 waren es 2752“.

Dr. Plass erklärte Möglichkeiten zur Verkehrsregulierung. Die Anbindung an die Arnsberger Straße erfordere einen Ausbau des Kreuzungsbereichs und würde eine Beeinträchtigung des Orts- und Landschaftsbildes darstellen. Würde die Riggenweide in den Blick genommen, wäre besonders das Landschaftsbild des Alten Friedhofs und des Ortskerns stark beeinträchtigt. Eine Verkehrslösung über den Alten Friedhof/Petriweg würde eine Entlastung der Möthe/Alt Hüsten gewährleisten, aber nicht für die Stolte Ley. Im Ganzen gesehen gab es für diesen Vorschlag eine negative Beurteilung. 

Thema sorgt für Diskussionen

Die Beeinträchtigung des Alten Friedhofes wäre auch hier erheblich, eine Tierschau wäre nicht mehr möglich und verschiedene Anbindungen, wie an das Hüstener Zentrum wären nicht mehr gegeben. Zudem wäre ein Abriss des Petrushauses notwendig, da eine Engstelle an der Kirche entstehen würde. Ließe man alles so wie es ist und würde dies mit einer Einbahnstraßenregelung verbinden, wäre das mit einem zusätzlichen Verkehrsaufkommen verbunden. Für das Orts- und Landschaftsbild hätte dies keine Auswirkungen.

Im Anschluss kamen viele Fragen aus dem Publikum. „Wir müssen auch die Zukunft im Blick haben. Wenn man immer weiter Verkehrswege baut, wird niemand auf sein Rad steigen. Es muss die Verkehrssituation der Zukunft berücksichtigt werden“, so ein Einwurf. Weiter wurde auch kritisch angemerkt, dass man die Eingriffe im Bereich der Ruhr noch nicht richtig im Blick habe. Für einige Zuhörer war auch die Grenze der Belastbarkeit erreicht. In nächster Zeit können noch Fragen an die Stadt in schriftlicher oder mündlicher Form gestellt werden.

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