Sondersitzung des Arnsberger Stadtrates

Rat stimmt für Bildungscampus im Arnsberger Eichholz - aber auch Förderschule ist noch ein Thema

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Im Arnsberger Eichholz soll auf dem ehemaligen Gelände des Hallenbades ein Bildungscampus entstehen.

Arnsberg – An der Ruhr im Zentrum von Arnsberg wird kein Hotel gebaut – darin waren sich die Ratsmitglieder am Dienstagabend schnell einig. Ob aber auf der Fläche zwischen Sekundarschule und Gebrüder-Abt-Platz ein reiner Bildungscampus entsteht, für den bereits Fördermittel bewilligt wurden, oder doch ein Neubau für die Caritasschule Mariannhill, wurde länger diskutiert.

Nachdem Planungsdezernent Thomas Vielhaber noch einmal die Historie des Projektes aufgelistet (Aufnahme des Bereichs in das Integrierte Handlungskonzept 2015, Bewilligung von Fördermittel 2016, Abriss des Hallenbades 2017) und die drei zur Diskussion stehenden Beschlussmöglichkeiten vorgestellt hatte, nannte er der Variante „Campus Eichholz“ als Favorit der Verwaltung. Es sei die aus städtebaulicher Sicht beste Alternative, positiv bewertete er auch, dass das Grundstück an der Ruhr im Besitz der Stadt bleiben würde. 

Nach einer 15-minütigen Beratungszeit der Fraktionen ergriff Thomas Wälter (Grüne) als erster das Wort: Seine Fraktion sähe prinzipiell gute Chancen, dort einen Bildungsstandort zu entwickeln. Um aber über eine Verlagerung der Mariannhillschule dorthin abzustimmen gebe es kein beschlussfähiges Konzept. Daher werde die Fraktion die Variante „Campus“ mit einer Ergänzung unterstützen: Die Fläche werde bei der künftigen Suche nach einem neuen integrierten Standort für die Schule berücksichtigt. „Wir wollen uns nicht auf eine reine Freifläche festlegen“, so Wälter. 

Im Jahr 2017 wurde das Hallenbad in Arnsberg abgerissen.

Für die CDU-Fraktion machte Jochem Hunecke deutlich, dass man nicht leichtfertig das Risiko eingehen solle, dass die Stadt die Fördermittel in dieser Größe (Anm.: rund 307.000 Euro wurden bereits für den Abriss des Hallenbades eingesetzt) zurückzahlen müsse. Daher werde die CDU für die Variante "Campus" stimmen, ebenfalls mit einer Änderung: Eine Bebauung der Fläche werde nicht grundsätzlich ausgeschlossen. So solle der Bau der Schule als Option offen bleiben, wenn geprüft sei, ob dies „förderunschädlich“ sei. 

"Eine Förderschule gehört mitten in die Stadt"

Horst Kloppsteck (FDP) machte deutlich, dass das Thema Hotel an der Ruhr für seine Fraktion erledigt sei und sie die Variante „Campus“ in der Ursprungsversion befürwortet. Auch die SPD sieht keine Chance für ein Hotel an diesem Standort. Den Sozialdemokraten war es ebenfalls wichtig, die Möglichkeit zu schaffen, die Mariannhillschule dort unterbringen zu können, weshalb sie den Zusatz der Grünen unterstützten. Deutlich für den Bau der Mariannhillschule an der Ruhr positionierten sich die Linke sowie der Fraktionslose Gerd Stüttgen. „Eine Förderschule gehört mitten in die Stadt. Grün- und Freiflächen gibt es mit dem Naturerlebnisraum und dem Wasserspielplatz bereits in der Nähe, so dass sie hier entbehrlich wären“, untermauerte Stüttgen. Die AfD sah hingegen ebenfalls ein Risiko in zurückzuzahlenden Fördermitteln und sprach sich für die Campusplanung mit den genannten Änderungen aus. 

Freiflächenplanung wird vorangetrieben

Mit den von CDU und Grünen genannten Änderungen wurde die Variante „Campus“ schließlich mehrheitlich – die Linke und Gerd Stüttgen enthielten sich – beschlossen. Die Stadt werde nun die Freiflächenplanung vorantreiben, so dass Fördermittel noch in diesem Jahr abgerufen werden könnten, so Bürgermeister Ralf Paul Bittner. Parallel dazu würden weitere Gespräche mit der Caritas geführt. 

Über ein Hotel an besagter Stelle wurde im Rat kaum diskutiert. Zwar hoffen unter anderem CDU und Grüne, dass sich in diesem Bereich im Stadtteil etwas tut, eine Weiterentwicklung des Themas sehe man aber eher in der Altstadt, so Thomas Wälter.

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