„systemrhizoma“ vor Premiere in Arnsberg

Künstlergruppe will Fragen zur Hexenverfolgung tänzerisch inszenieren

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Arnsberg – Wenn sich am Donnerstag, 24. September, der Vorhang des Sauerland-Theaters für das Theaterprojekt „Schwelen“ hebt, dann liegen den schauspielerischen Darbietungen ausgiebige Recherchen in Arnsberg zugrunde.

Vier Wochen ist es jetzt her, dass die Gruppe „systemrhizoma“ ihre Idee am Flüsterhäuschen, wo auch der Hexentanzplatz in Arnsberg gewesen sein soll, vorgestellte. In dieser Zeit beschäftigten sich die neun Künstler mit der Stadt und sämtlichen Mythen rund um Hexen, ihr Wirken und ihre Verfolgung.

„In einem Monat ist schon viel passiert“, beschreibt Thimo Kortmann, der einen Teil der künstlerischen Leitung übernommen hat. Besonders geprägt habe die weitere Entwicklung des Theaterstückes die Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Arnsberg. Von dort aus haben die Schauspieler Einblick genommen in die Hexengeschichten aus Arnsberg. Fragen, die in die Entwicklung des Stückes einfließen, seien aufgeworfen worden, so Kortmann. Und genau das sei auch die Absicht des Theaterprojektes: Aus den Fragen heraus soll auf das Thema des Stückes in verschiedenen Perspektiven geblickt werden. „Wer schreibt wem das Hexen-Sein zu?“, sei dabei nur einer der Fragen. 

Der Anspruch der Künstlergruppe „systemrhizoma“ ist hoch: Nach der intensiven Beschäftigung mit dem Thema Hexen vor Ort, sollen zwar Konflikte aufgezeigt, aber keinen Antworten darauf gegeben werden. „Wir wollen eher noch mehr Verwirrung schaffen“, lacht Kortmann. Diese aufzuklären, lädt die Gruppe nach den insgesamt fünf Aufführungen im Sauerlandtheater zu einem Publikumsgespräch ein. 

Holz spielt besondere Rolle

„Holz ist das Material, und es soll uns helfen, Motive für das Stück auf der Suche nach einer Antwort zur Frage ‘Was ist eine Hexe?’ zu finden“, skizziert Schauspieler René Reith. Das Material Holz, das beim Stück „Schwelen“ eine besondere Rolle spielt, habe zum Schauspiel auf der Bühne schon eine gewisse Eigendynamik entwickelt. Holz in verschiedenen Aggregatzuständen könne später die ganze Kulisse des Stücks selber in Bewegung bringen. 

„Unsere Recherchephase zum Thema ist abgeschlossen“, sagt Alba Scharnhorst. Jetzt gehe es darum, das vorhandene Material auch tänzerisch und spielerisch umzusetzen. Die Choreografie des Stückes sei an die gemachten Erfahrungen angepasst. Zur Musik von zwei Sounddesignern aus Berlin und in den Kleidern einer Hamburger Kostümbildnerin sind nun die Proben im Sauerlandtheater längst angelaufen. 

Filmemacher Christian Mono hat inzwischen im Theater auch einen Trailer gedreht, der den Arnsbergern das ungewöhnliche Stück und seine Inhalte näher bringen soll. Einen Eindruck vom Projekt „Schwelen“ gibt es jetzt im ehemaligen Kaufhaus „Bußmeyer“ auf dem Steinweg in Arnsberg zu sehen.

Tickets und Termine 

Aufführungstermine des Projektes „Schwelen“ sind am Donnerstag, 24. September, sowie am 25., 26., 27. und 28. September, jeweils ab 19.30 Uhr im Sauerland-Theater. Karten gibt es unter reservix.de sowie beim Verkehrsverein Arnsberg, dem Reisebüro Meyer in Hüsten oder dem ScoreShop in Neheim zum Preis von 23,20 Euro.

Das Theaterprojekt wird aus dem Programm „Heimwärts“ des Kultursekretariats Gütersloh gefördert.

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