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Tödlicher Pilzerreger: Etliche Amphibien sterben derzeit in Wäldern im HSK 

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Die Salamanderpest bedroht heimische Amphibien wie beispielsweise den Feuersalamander.
Der Feuersalamander, der bekannt ist für seinen markanten schwarz-gelben Körper, wird aktuell von einer tödlichen Pilzerkrankung bedroht.  © Boris Roessler /DPA

Es sieht nicht gut aus für den Feuersalamander. Diese bis zu 20 Zentimeter lang werdende Amphibie, die mit ihren gelben Flecken oder Streifen auf ihrem sonst schwarz glänzenden Körper auffällt, wird von einer tödlich verlaufenden Pilzerkrankung heimgesucht.

Hochsauerland - „Dieser Erreger ist schon seit fünf Jahren bekannt – jetzt hat er also auch unsere Region erreicht“, sagt dazu Herbert Bartetzko, Vorstand und Sprecher Bund-HSK Mitglied im Naturschutzbeirat des HSK, auf Kurier-Nachfrage.

Und die Pressestelle der Bezirksregierung teilte mit: „Von der Eifel her breitet sich der in Europa neuartige Pilzerreger „Batrachochytrium salamandrivorans“ (Bsal) immer weiter in Richtung Osten aus. Nach Funden in Bochum, Herne und Dortmund wurde er jetzt im Arnsberger Wald nachgewiesen.“ In Oeventrop und Freienohl wurde viele tote Feuersalamander gefunden, deren Untersuchung den Krankheitsbefall bestätigten: „Die betroffenen Tiere leiden qualvoll an der Hautpilzinfektion und sterben nach kurzer Krankheitsdauer.“

„Pilz frisst die lebenswichtigen Organe auf“

Bartetzko, der sich seit vielen Jahren mit Amphibien als Hobby beschäftigt, weiß: „Dieser Pilz frisst die lebenswichtigen Organe auf.“ Damit ist der Feuersalamander, der giftig ist, und daher keine Fressfeinde hat, in seiner Population bedroht. „Hoffen wir, dass nicht alle Tiere sterben. Die, die überleben, sind die resistenten Exemplare, die dann wieder neue Generationen in die Welt setzen.“

Etwa 20 Jahre können sie in der freien Natur werden, über 50 Jahre in Terrarien- oder Zoohaltung. Ihr natürlicher Lebensraum sind ruhige Gewässer. „Sie bevorzugen nasse Ecken mit Laubwald und Quellen – dieser Salamander ist ein Indikator für gesundes Quellwasser.“ Dass nun der Salamander-Bestand auf dem Spiel steht, ist für ihn den Umweltfachmann ein Zeichen dafür, dass die Globalisierung nun auch bei uns angekommen sei. „Die starke Wander- und Mountainbike-Bewegung bringt diesen Pilz mit.“

Dies bestätigte Sebastian Demmel, Revierförster Stadtwald Arnsberg: „Die intensive Freizeitnutzung fördert die Pilzverbreitung.“ Denn diese erfolgt insbesondere durch die Verschleppung von Kontaminationen an Schuhwerk, Laub und Erdmaterial.

Um die weitere Ausbreitung der Krankheit einzudämmen, appelliert die Bezirksregierung Arnsberg an alle Besucher des Arnsberger Waldes, Hygienemaßnahmen zu beachten (siehe Kasten).

Hygiene-Appell an Waldbesucher

Keine Amphibien (Feuersalamander und Molche) berühren – auch nicht mit Schuhen.

Nicht die Land- und Wasserlebensräume von Amphibien betreten.

Nur auf den vorgegebenen Wanderwegen bleiben

Hunde nur an der Leine führen.

Bäche, Uferbereiche, Teiche, Tümpel und wassergefüllte Wagenspuren im Wald sollten nicht betreten werden.

Beim Verlassen des Gebietes:

Schuhe gründlich reinigen. Dabei ausreichend Abstand zu Gewässern halten.

Anschließend die Schuhe desinfizieren mit 70-prozentigem Alkohol (drei Teile Wasser auf sieben Teile Brennspiritus). Hierzu eine handelsübliche Sprühflasche benutzen. Das Desinfektionsmittel muss mindestens zwei Minuten lang einwirken.

Nicht mit denselben Schuhen ohne Behandlung andere Gebiete oder Landschaften betreten.

Von Julius Kolossa

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