Leichenschau polarisiert 

Umstrittene Ausstellung "Echte Körper" wird am Wochenende in Arnsberg gezeigt

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Die Ausstellung gewährt auch einen Blick in das Innerste des Menschen.

Arnsberg. In der Festhalle an der Promenade in Arnsberg läuft noch bis Sonntagabend die Ausstellung „Echte Körper“. Gezeigt werden tote Körper, die für anatomische Zwecke eigens präpariert worden sind. Die Wanderausstellung war schon in verschiedenen Städten Deutschlands zu sehen, die Exponate stammen aus den USA. Das Ausstellungskonzept von „Echte Körper“ ist jedoch nicht ganz unumstritten. So wurde die Ausstellung an einigen Plätzen bereits verboten, aktuell prüft auch die Stadt Meschede, ob die Ausstellung für Ende März genehmigt werden kann. Das Ordnungsamt der Stadt Arnsberg hat hingegen nach Prüfung vor Ort gestern eine Genehmigung erteilt.

Seit vier Jahren ist die Ausstellung bereits unterwegs und präsentiert ihre rund 200 verschiedenen Exponate. Themenschwerpunkte sind alle Regionen des menschlichen Körpers. „Echte Körper“ zeigt in Gänze präparierte Menschen, aber auch Teile des menschlichen Körpers. So sind neben dem Skelett des Menschen, sein Gehirn und Nervensystem, Verdauungstrakt, Atemwege und Lunge zu sehen. Auch den Sinnes- und Geschlechtsorganen, dem Bewegungsapparat sowie den Nieren und Harnwegen schenkt die Ausstellung Aufmerksamkeit. 

„Wir wollen Schüler, Studenten und Azubis ansprechen, die sich für Medizin interessieren oder in einer entsprechenden Ausbildung sind“, erklärte Mitinhaber Robert Sperling bei der Vorstellung. Idee und Konzept der Ausstellung stammen vom Vater, die Söhne haben die Schau übernommen und weiter geführt. Ganz deutlich möchte sich „Echte Körper“ nach eigenen Aussagen von anderen Ausstellungen mit bereits verstorbenen Menschen und deren aufbereiteten Körpern in lebensnahen Posen abgrenzen. So hätten es sich die Macher dieser Ausstellung zur Aufgabe gemacht, eher anatomisches Wissen zu vermitteln und interessierten Besuchern zu präsentieren. 

Körper(teile) und Organe werden gezeigt

Die Sammlung von Exponaten besteht aus konservierten menschlichen Körpern, Organen und Körperteilen. Gezeigt werde auch Föten in verschiedenen Entwicklungsphasen. Neben einer Beschreibung der Exponate auf kleinen Schildern wird zu jedem Exponat auf großen Roll-ups eine Erklärung abgegeben. Die gezeigten plastinierten Exponate sind eine Leihgabe der Firma Corcoran Laboratories aus Michigan in den USA. Sie hat die Exponate für die Dauer der Wanderausstellung zur Verfügung gestellt. 

Die Ausstellung „Echte Körper“ zeigt derzeit in der Festhalle an der Promenade unter anderem Bewegungsapparat und Anatomie des Menschen. Rund 200 Exponate sind dort noch bis Sonntagabend zu sehen.

Zum Abschluss der Ausstellung in Deutschland werden die Exponate wieder zurück gegeben, heißt es in einer Presseinformation. Sperling erklärte, dass die für die Ausstellungen notwendigen Erklärungen der Angehörigen in den USA vorliegen und es für Deutschland eine beglaubigte Abschrift der Dokumente gebe. „In den ersten drei Jahren hatten wir mit der Ausstellung keine Probleme“, erklärt Robert Sperling. Erst seit einem Jahr rege sich an einigen der geplanten Ausstellungsorten der Widerstand dagegen, zum Teil sind Ausstellungen bereits auch verboten worden. 

Stadt genehmigt Ausstellung unter Auflagen

„Es gibt hier einen Unterschied zu einer Kunstausstellung, wie zum Beispiel den Körperwelten vor einigen Jahren“, so das Ordnungsamt der Stadt Arnsberg. Die Behörde hatte am gestrigen Freitag die rechtlichen Vorgaben wie zum Beispiel die Einhaltung des Bestattungsgesetzes geprüft. Dabei stand vor allem der Aspekt der Wahrung der Totenwürde im Vordergrund, der nach behördlicher Prüfung aber nicht unterlaufen werde. Unter Auflagen, diese nicht zu missachten, wurde die Ausstellung in Arnsberg letztendlich genehmigt.

Die Ausstellung „Echte Körper“ ist Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr in der Festhalle an der Promenade in Arnsberg zu sehen. Eintrittskarten zum Preis von 15 Euro (ermäßigt 10 Euro sowie Gruppenrabatte) gibt es an der Tageskasse.

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