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Einmal in den Keller gehen: Verbraucherzentrale lenkt Aufmerksamkeit auf das Heizen

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Von: Stefanie Nöcker

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Präsentieren die Ölfässer: Sebastian Witte (Klimaschutzbeauftragter der Stadt Arnsberg, l.) und Carsten Peters (Arnsberger Energieberater) (für Vollbild oben rechts klicken). © Stefanie Nöcker

Fossile Brennstoffe sind nicht unendlich verfügbar, belasten die Umwelt und durch die CO2-Bepreisung auch das eigene Portemonnaie. Noch sind sie jedoch die vorherrschende Energiequelle für Heizungen in NRW-Haushalten. Über 80 Prozent nutzen Öl oder Gas und verbrauchen eine beeindruckende Menge davon jährlich.

Arnsberg – Wie viel das ist, hat die Verbraucherzentrale NRW jetzt mit Unterstützung der Stadt Arnsberg im Rahmen der Aktion „Besser heizen – ohne Öl und Gas“ verdeutlicht.

Der private Heizverbrauch entspricht zehn großen Ölfässern. Das sind 3.000 Liter Heizöl im Jahr.

55 Prozent heizen mit Gas

Rund 25 Prozent aller Heizungsanlagen in Deutschland sind Ölheizungen. Noch mehr, nämlich rund 55 Prozent, heizen mit Gas. Vieles spricht jedoch dafür, dass sich die Bürger jetzt mit dem Einbau anderer, moderner Heiztechnologien befassen: ein zehnprozentiger Preisanstieg von Öl und Gas, das gesetzliche Verbot für veraltete Technik und die gleichzeitig attraktiven Fördermöglichkeiten für die Modernisierung. Das erläuterte der Arnsberger Energieberater Carsten Peters.

Um Haus- und Wohnungseigentümer beim Wechsel zu klimafreundlichen Technologien zu unterstützen, eröffnet die Verbraucherzentrale den Bürgern ab sofort mit ihrer Aktion ein breites Informations- und Beratungsangebot.

Einbau reiner Ölheizungen ab 2026 verboten

Das durchschnittliche Alter der rund eine Millionen Ölkessel in NRW beträgt 19 Jahre. Der Gesetzgeber sieht als eine Maßnahme zur Erfüllung der Klimaziele vor, dass in die Jahre gekommene Geräte ersetzt werden sollen.

Schon jetzt kennzeichnet der Schornsteinfeger Systeme, die älter als 15 Jahre sind, mit einem Energielabel als ineffizient. Ab 2026 ist der Einbau reiner Ölheizungen sogar komplett verboten.

Jetzt ist genau der richtige Moment – mit noch ausreichend Zeit – um sich in Ruhe über die individuell beste Heizmethode für die Zukunft Gedanken zu machen. Es gibt einige technisch ausgereifte und erprobte Lösungen mit nachhaltigen Energiequellen wie Sonne, Erdwärme oder erneuerbaren Brennstoffen.

Energieberater Carsten Peters

Und was machen nun die Eigentümer eines alten Ölbrenners? „Jetzt ist genau der richtige Moment – mit noch ausreichend Zeit – um sich in Ruhe über die individuell beste Heizmethode für die Zukunft Gedanken zu machen. Es gibt einige technisch ausgereifte und erprobte Lösungen mit nachhaltigen Energiequellen wie Sonne, Erdwärme oder erneuerbaren Brennstoffen“, erklärt der Arnsberger Energieberater.

Sorgfältige Planung ist wichtig

Er weist jedoch darauf hin: „Wichtig beim Austausch der Technik ist eine sorgfältige Planung. Neben der Energiequelle beeinflussen nämlich zahlreiche Faktoren, wie beispielsweise die Wärmedämmung des Hauses, die Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz des Systems.“

Dass Heizen mit fossilen Brennstoffen nicht mehr zeitgemäß ist, merken Verbraucher spätestens seit Beginn des Jahres auch am eigenen Geldbeutel. Mit der neuen CO2-Bepreisung ist der Preis für Öl und Gas deutlich angestiegen. Ein Beispiel: 2025 werden die Kosten bei einem Verbrauch von 3.000 Liter Heizöl im Jahr rund 540 Euro betragen, so der Energieexperte.

Finanzielle Anreize: Zuschuss von bis zu 50 Prozent

Dem gegenüber stehen finanzielle Anreize für den Umstieg auf klimaschonende Alternativen, denn wer jetzt umsteige, bekomme so gute Bedingungen wie noch nie. „Es gibt unterschiedliche Fördermöglichkeiten über Steuerersparnis oder einen Zuschuss für den Heizungsaustausch bis zu 45 Prozent“, erläutert Peters. In bestimmten Fällen könne der Bürger sogar einen Zuschuss von bis zu 50 Prozent erhalten. Zudem bestehe die Möglichkeit, über das Landesförderprogramm progres.nrw, zusätzliche Zuschüsse zu beantragen.

Der Arnsberger Klimaschutzbeauftragte Sebastian Witte ergänzt: „Moderne Heizungssysteme ohne fossile Brennstoffe sind ein Schlüsselelement auf dem Weg zu einem klimaneutralen Gebäudebestand. Noch nie war die Gelegenheit für einen Heizungsaustausch auf Grund der hervorragenden Förderbedingungen günstiger.“

Weitere Infos

unter www.verbraucherzentrale.nrw/besser-heizen. Es besteht die Möglichkeit einer persönlichen Beratung. Anmeldung dazu bei der Beratungsstelle Arnsberg unter Tel. 0 29 32/5 10 97 05 oder per E-Mail arnsberg.energie@verbraucherzentrale.nrw sowie unter Tel. 02 11/ 33 99 65 55.

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