Verbaucherzentrale gibt Tipps

Einbußen durch Corona? Diese Rechnungen müssen vorerst nicht gezahlt werden

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Was tun, wenn das Geld knapp wird: Verbraucherzentrale rät zu guter Planung der Ausgaben.

Hochsauerland – Viele Haushalte müssen infolge der Corona-Pandemie finanzielle Einbußen verkraften. Bundestag und Bundesrat haben deshalb ein Gesetz beschlossen, das von der Corona-Krise betroffene Verbraucher unterstützt.

„Wer zum Beispiel seinen Job verloren hat oder in Kurzarbeit ist, muss ständige Rechnungen wie Strom, Gas, Wasser oder Telefon erst mal nicht zahlen. Auch bei der Miete gibt es von April bis Juni einen Zahlungsaufschub und Kreditraten werden gestundet“, erklärt Petra Golly, Leiterin der Arnsberger Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW. Um die Regelung in Anspruch nehmen zu können, muss man dem Energieversorger, dem Vermieter oder der Versicherung mitteilen, dass man nicht zahlen kann und belegen, dass die Ursache dafür Geldknappheit als Folge der Corona-Pandemie ist. Auch bei seiner Bank sollte man das tun, wenn man Raten nicht zahlen kann. „Wichtig ist aber, dabei im Auge zu behalten, dass man alle Zahlungen später nachholen muss“, betont Golly.

Was tun, wenn das Geld knapp wird?

„Deshalb ist eine gute Planung der Ausgaben notwendig.“ Was also tun, wenn das Geld knapp wird? Die Verbraucherzentrale NRW zeigt Möglichkeiten auf, stellt Musterbriefe und eine Checkliste zur Verfügung und gibt Tipps, worauf bei der Inanspruchnahme der Hilfen zu achten ist. 

Miete: Auch wenn es beruhigend ist, dass Mietern bis Juni nicht gekündigt werden darf, wenn sie bis zu drei Monatsmieten nicht zahlen: Man sollte sich nicht dazu verführen lassen, die Mietzahlung komplett einzustellen, um finanziell Luft zu haben. Denn die Mietzahlungen werden nur gestundet. Gezahlt werden muss am Ende trotzdem, spätestens bis Juni 2022. Das bedeutet, dass man in ein paar Monaten zusätzlich zur vollen Miete auch noch die Rückstände an den Vermieter zahlen muss. Daher sollte man versuchen, zumindest einen Teil der Miete zu bezahlen.

Nicht erlassen, nur aufgeschoben

Strom, Gas, Wasser, Telefon, Internet: Von diesen Leistungen der Grundversorgung soll wegen der Corona-Pandemie niemand abgeschnitten werden. Hier hat man für Verträge, die vor dem 8. März 2020 abgeschlossen wurden, ebenfalls die Möglichkeit, vorübergehend bis zum 30. Juni 2020 nicht zu zahlen. Darauf muss man sich aber ausdrücklich berufen und auch nachweisen, dass die Zahlungsschwierigkeiten aufgrund der Coronakrise bestehen. 

Man muss darlegen, dass der notwendige Lebensunterhalt durch die Coronakrise nicht mehr möglich wäre, wenn man zusätzlich für Strom, Gas, Wasser, Internet oder Telefon zahlen muss. Zu dem Anbieter/Versorger muss Kontakt aufgenommen werden, wenn man wegen der Coronakrise weniger Geld zur Verfügung hat und diese Dinge nur noch teilweise oder gar nicht mehr bezahlen kann. Die Verbraucherzentrale NRW bietet dazu einen Musterbrief zum kostenlosen Download an. Auch hier gilt: Die Zahlungen werden nicht erlassen, sondern nur aufgeschoben. „Tauschen Sie sich daher am besten mit den Anbietern auch bereits über Zeitpunkt und Art der Nachzahlung aus“, so die Verbraucherzentrale.

Kredite und Versicherungen

Kredite: Mit dem neuen Gesetz kann man für einen Raten- oder Immobilienkredit eine dreimonatige Stundung erhalten, wenn man Zins und Tilgung nicht mehr leisten kann. Das gilt für Darlehensverträge, die vor dem 15. März 2020 abgeschlossen wurden. Auch hier sollte man gegenüber der Bank erklären, dass man durch die Corona-Krise nicht mehr zahlen kann. Der Kredit wird dann entsprechend nach hinten verschoben. Ob eine Stundung für die Verträge überhaupt infrage kommt, kann man anhand einer Checkliste prüfen, die die Verbraucherzentrale online zur Verfügung stellt. Auf der Homepage findet man auch einen Musterbrief zur Beantragung.

Versicherungen: Dass man Beiträge aussetzen kann, gilt auch für Versicherungen, die vor dem 8. März 2020 abgeschlossen wurden, allerdings nur für Pflichtversicherungen. Das sind beispielsweise private Krankenvoll- und Pflegepflichtversicherung sowie die Kfz-Haftpflicht. „Kontaktieren Sie Ihren Versicherer“, rät die Verbraucherzentrale. Bei nicht verpflichtenden Policen wie Lebens-, Hausrat- oder Berufsunfähigkeitsversicherung gilt das Gesetz nicht. Hier kann man den Versicherer dennoch nach einer Stundung der Beiträge fragen. Einige Versicherungen haben dies schon von sich aus angeboten.

Zusätzliche staatliche Hilfen: Damit sich trotz der Zahlungsaufschübe kein Schuldenberg auftürmt, sollte man sich möglichst schnell nach staatlichen Hilfen erkundigen, wenn sich die berufliche Situation ändert und /oder einem das Geld ausgeht

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