Stadt stellt Ergebnisse der Elternbefragung vor

Viele Eltern sind unzufrieden mit Kita-Betreuungsangebot in Arnsberg

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Wie zufrieden sind die Eltern mit der Kinderbetreuung in Arnsberg? Darum ging es in der Elternbefragung.

Arnsberg. Wie zufrieden sind Arnsbergs Eltern mit der Kinderbetreuung ihrer nicht schulpflichtigen Kinder und wo wünschen sie sich Verbesserungen? Um Antworten auf diese Frage und andere Fragen zu bekommen, startete die Stadt Arnsberg 2018 eine groß angelegte Befragung von Eltern nicht schulpflichtiger Kinder. Jetzt wurden die Ergebnisse in der ehemaligen Realschule Neheim den Eltern und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Etwa 1500 Eltern aus dem Stadtgebiet Arnsberg hatten vergangenes Jahr an der Befragung teilgenommen. „Sie dient vor allem der Bedürfnisermittlung zum aktuellen und mittelfristigen Betreuungsbedarf für Kinder im noch nicht schulpflichtigen Alter“, erklärte Lena Dettmer, die für die Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung der Stadt Arnsberg verantwortlich ist.

Derzeit (Stand März 2018) besuchen mehr als 2350 Kinder eine Kindertageseinrichtung. Für die Befragung wurden die Eltern gebeten Angaben unter anderem zu ihrem aktuellen Wohnort, der Haushaltsgröße, der finanziellen Lage und zur Zufriedenheit der Betreuungsangebote zu machen. Sowohl die Fragebogen als auch die Auswertungen unterscheiden dabei zwischen Kindern unter und über drei Jahren. Die Ergebnisse zeigen, dass bei den Müttern und Vätern vor allem über die Schließzeiten während der Ferien und der Mittagszeiten Unmut herrscht. „Eine Bereitschaft für entsprechende Mehrangebote auch mehr zu zahlen, sei indes nicht oder nicht ausreichend vorhanden“, wie Dettmer anhand der ausgewerteten Fragebögen demonstrierte.

Auch die Suche und Zuteilung eines Kindergartenplatzes gestalte sich nach Angaben der Eltern als schwierig und könne die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stark beeinträchtigen. Hierzu meldeten sich auch während der Veranstaltung mehrere Eltern zu Wort und brachten Kritik und Lösungsvorschläge mit ein. Michael John, Jugendamtsleiter der Stadt Arnsberg zeigte sich positiv: „Wir glauben, dass wir durchaus schon an den Themen dran sind, die sich aus den Ergebnissen der Befragung ergeben haben.“ Bereits dieses Jahr sollen durch Neubauten und Erweiterungen von bestehenden Einrichtungen 127 neue Betreuungsplätze geschaffen werden.

 „An verfügbare Mittel gebunden“

Im März 2019 soll dann der Masterplan KiTa vorgestellt werden. „Auch wenn ich gerne einfach einen Schalter umlegen würde um alle Ihre Anliegen und Wünsche zu realisieren, sind wir doch zu gewissen Teilen an das Land NRW und die verfügbaren Mittel gebunden“, so John gegenüber den Eltern. Er erklärte auch, dass die Situation im Moment sehr unbefriedigend für alle Beteiligten sei und man als Stadt Arnsberg nicht auf jedes Einzelschicksal eingehen könne, aber darauf bedacht sei „in großen Schritten eine bedarfsgerechte Planung durchzubringen“. Auch eine mögliche einmalige Aussetzung der Erhöhung der Elternbeiträge oder die Prüfung weiterer Entlastungsmöglichkeiten sind bereits im Gespräch. Auf Dauer sollen vor allem die Überbelegungsplätze der Einrichtungen abgebaut und die Qualität der Kinderbetreuung verbessert werden.

Viele Eltern hatten sich in der Befragung auch negativ über die vorgegebenen Bring- und Holzeiten sowie über zu wenig Flexibilität bei den verschiedenen Betreuungsmodellen geäußert. Im Anschluss an die Veranstaltung hatten die etwa 60 Mütter und Väter noch die Gelegenheit sich mit den Vertretern der Stadt Arnsberg und dem Jugendamt in offenen Gesprächsrunden zu den Themen Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Flexibilität und Qualität der Kinderbetreuung auszutauschen.

Um die Herausforderungen in den nächsten Jahren zielgerichtet angehen zu können, soll die Elternbefragung künftig alle drei Jahre als Teil einer umfassenden Bedarfsfeststellung durchgeführt werden. Alle Ergebnisse der Befragung stehen online zur Verfügung unter: https://www.arnsberg.de/kindertagesbetreuung/index.php

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