Sonntag, 25. Februar, ab 9 Uhr in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist Neheim

Vorbereitungen für TV-Gottesdienst zu Todestag von Franz Stock laufen

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Um die Kirche perfekt in Szene zu setzen und den Gottesdienst zu übertragen wurde einiges an Technik installiert.

Neheim. Bereits seit Freitagmittag ziehen die großen LKW des ZDF in der Neheimer Innenstadt alle Blicke auf sich. Sie stehen direkt neben der Pfarrkirche St. Johannes Baptist, denn von hier aus wird am Sonntagmorgen live der Gottesdienst anlässlich des 70. Todestages von Franz Stock am 24. Februar im deutschen Fernsehen übertragen. Zelebriert wird der Gottesdienst von Erzbischof Hans-Josef Becker, Erzbistum Paderborn.

Zahlreiche Kisten mit Kabeln und Scheinwerfern werden nach und nach in die Kirche gerollt, hier sind bereits einige Traversen aufgebaut, an denen die Beleuchtung für den Gottesdienst befestigt wird. Auch das Bühnenpodest für die Sänger – für die musikalische Gestaltung sorgt unter anderem ein Projektchor bestehend aus „Belacanto“ Höingen und „Der Neue Chor“ Neheim – ist am Freitagnachmittag bereits aufgestellt. Benjamin Krysmann, Theologe und Journalist sowie tätig bei der katholischen Fernseharbeit mit Sitz in Frankfurt, der die Neheimer bereits für die Telefon-Hotline zum Gottesdienst schulte, berichtet, dass in der Kirche vier bis fünf Kameras für die Übertragung aufgebaut werden. Er hat deutschlandweit schon einige TV-Gottesdienste von kirchlicher Seite betreut und weiß, dass der „Sauerländer Dom“ gute Bedingungen bietet, zum Beispiel durch den ebenen Boden und die helle Grundatmosphäre. Schön sei es auch, dass man um die Altarinsel herum gehen könne.

Die Aufbauarbeiten in der Kirche begleiteten auch Benjamin Krysmann (l.) und Pfarrer Stephan Jung.

Nach dem Aufbau am Freitag werde der Samstag der intensivste Tag sein. Dann laufen technische Generalprobe und Voraufzeichnungen. Der Regisseur, der sich zuvor ein Bild von der Kirche und dem geplanten Ablauf gemacht hat, wird seine Vision an Kamerateam und Bildmischer weitergeben, damit an den TV-Geräten auch die richtige Atmosphäre herüber kommt. Die eigentliche Übertragung dauert dann knapp 45 Minuten, alles – Predigt, Ansprachen, Lieder – muss dafür genau getimt sein. Für den reibungslosen Ablauf sind dann am Sonntag etwa 30 ZDF-Mitarbeiter vor Ort zuständig.

Neben dem französischen Generalkonsul aus Düsseldorf, Vincent Muller, Vertretern aus der heimischen Politik, darunter Staatssekretär Klaus Kaiser und MdEP Dr. Peter Liese werden auch Theresia Stock, die Schwester von Franz Stock sowie weitere Familienangehörige erwartet. Auch der Präsident der Les Amis de Franz Stock in Frankreich hat sein Kommen angekündigt, ebenso wie Regierungspräsident Hans-Josef Vogel. 

"Einer der ganz großen unseres Landes"

Regierungspräsident Hans-Josef Vogel.

Dieser würdigte die „herausragenden Leistungen“ Franz Stocks zu dessen 70. Todestag bereits in einer Stellungnahme am Freitag: „Wir feiern in diesem Jahr das 55-jährige Jubiläum des Élysée-Vertrags, der die deutsch-französische Freundschaft begründet. Der Vertrag wurde am 22. Januar 1963 von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle im Pariser Élysée-Palast unterzeichnet. Zuvor hatte es 400 Jahre lang im Schnitt alle 15 Jahre Krieg zwischen Deutschland und Frankreich gegeben. Der geistige Wegbereiter dieser neuen Freundschaft von Franzosen und Deutschen war ein Nordrhein-Westfale: Franz Stock aus Arnsberg, dessen 70. Todestag wir am 24. Februar 2018 begehen.“ Über das Leben und Wirken von Franz Stock sagt der Regierungspräsident: „Franz Stock wirkte im Paris der deutschen Besetzung als katholischer Priester. Er ging in die Pariser Nazi-Gefängnisse, redete mit den Gefangenen und Geiseln der Nazis. Er stellte heimlich Verbindungen zu ihren Familien her, schmuggelte Kassiber, brachte Bücher und Essen trotz Verbot und Gewaltandrohung der deutschen Gestapo. Franz Stock stand auf der Seite der zum Tode Verurteilten. Unter ihnen waren die Besten Frankreichs, die Angehörigen des französischen Widerstands. Er begleitete sie zu den Todespfählen der Hinrichtungsstätte auf dem Mont-Valérien. Er musste zusehen, wie sie ermordet wurden. Tausendfach. Die Ermordeten aber wussten, Franz Stock war bei ihnen. Er verriet ihren Angehörigen die Beerdigungsorte. Franz Stock informierte, tröstete, ermutigte ihre Familien und warnte andere französischen Widerstandskämpfer vor drohenden Gefahren.“ Abschließend betont Hans-Josef Vogel: „Franz Stock ist einer der ganz Großen unseres Landes. Die katholische Kirche hat zu Recht das Seligsprechungsverfahren eröffnet.“

Franz Stock und das, wofür er steht, sei „hochgradig aktuell“, betonte auch Benjamin Krysmann, „eine Figur, die uns viel zu sagen hat“, fügte er an. Zusammen mit Pfarrer Stephan Jung freut er sich auf viele Gottesdienstbesucher am Sonntag, 25. Februar. Auch wenn der Gottesdienst erst um 9.30 Uhr beginnt, wird darum gebeten, dass sich alle Interessierten bereits um 9 Uhr auf ihre Plätzen einfinden. „Damit alle die Ansagen und Einführungen mitbekommen. Außerdem wollen wir uns schon ein bisschen einsingen“, lädt Benjamin Krysmann ein.

Auch interessant: Eine neu konzipierte Wanderausstellung über Franz Stock ist derzeit in Neheim zu sehen.

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