Unternehmensverband präsentiert Ergebnisse der Konjunkturumfrage

Vorsichtiger Optimismus

Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage des Unternehmensverbandes stellten Egbert Neuhaus und Dr. Volker Verch in Neheim vor.

„Die Mehrheit der Betriebe ist zufrieden, aber die Lage ist unterschiedlich.“ So lautet die Bilanz des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte zur Konjunkturumfrage 2014/2015.

Die Ergebnisse stellten Egbert Neuhaus, Vorsitzender des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte, und Dr. Volker Verch, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte, in Neheim vor.

Rund ein Drittel der Mitgliedsunternehmen des Verbandes mit rund 29.000 Beschäftigten und mehr als 1000 Auszubildenden nahmen an der Konjunkturumfrage teil. Die gute Nachricht: Mehr als die Hälfte der teilnehmenden Betriebe bewertet die Geschäftserwartungen gleich gut oder sogar besser. Aber: 26 Prozent erwarten gleich schlechte, 13 Prozent schlechtere Geschäfte. Auch was die aktuelle Ertragslage angeht, so wird diese für 2015 von einem knappen Drittel als schlecht bewertet. Erwarteten zum Ende des Jahres 2013 noch über 80 Prozent der Unternehmen eine bessere oder gleiche Ertragslage, so ist dies nun nur noch bei rund 65 Prozent der Betriebe der Fall.

Das Inlandgeschäft wird insgesamt schlechter eingeschätzt als das Auslandsgeschäft. Das Exportgeschäft bewerten knapp 70 Prozent der teilnehmenden Betriebe durchaus positiv. Allerdings sieht ein Drittel der Unternehmen ein schlechtes Auslandsgeschäft auf sich zukommen. Neuhaus: „Die Ursache für die etwas optimistischere Einschätzung des Exportgeschäfts im Vergleich zum Vorjahr vermute ich darin, dass die Maßnahmen, die unsere europäischen Nachbarstaaten gegen ihre Wirtschaftskrisen eingeleitet haben, allmählich Wirkung zeigen. Das Vertrauen in den europäischen Markt steigt langsam wieder an.“

Qualifizierung der Fachkräfte

Auch nach der politisch brisanten Situation in Osteuropa hat der Unternehmensverband seine Mitglieder befragt. Hier sehen nur zehn Prozent starke Auswirkungen. Laut Unternehmensverband sei besonders die Maschinenbau-Branche betroffen. „Weltweite Krisen haben immer auch Auswirkungen auf unsere Unternehmen“, bewertet Dr. Volker Verch.

Einen besonderen Stellenwert nehmen in den Betrieben Ausbildung und Qualifizierung ein. In Zahlen bedeutet dies: 70 Prozent wollen ihr Ausbildungsplatzangebot nicht verändern, 18 Prozent wollen es steigern. Auch die Qualifizierung der Fachkräfte ist ein wichtiges Thema in den Unternehmen. 90 Prozent haben angegeben, dass sie Mitarbeiter in ihrer beruflichen Weiterbildung unterstützen. Der überwiegende Teil der Betriebe ermöglicht den Beschäftigten die Weiterbildung durch Freistellung von der Arbeit kombiniert mit finanzieller Unterstützung. Eine Ausbildung zu Beginn des Berufslebens reiche heute nicht mehr aus, so Egbert Neuhaus mit Blick auf das lebenslange Lernen. Übrigens: Entlassungen planen nur 11 Prozent der Unternehmen.

Denn auch das Thema Fachkräftemangel ist inzwischen in den Betrieben angekommen: 36 Prozent sehen laut Konjunkturumfrage schon jetzt einen Fachkräftemangel, 42 Prozent der Befragten erwarten 2015 einen Mangel an Fach- und Führungskräften. Auch die Attraktaktivität der Region spiele hierbei eine Rolle – verschiedene positive Initiativen seien hierzu inzwischen angelaufen.

Laut Egbert Neuhaus werde sich der fallende Ölpreis vermutlich wie ein Konjunkturpaket für die deutsche Industrie auswirken. Zum Zeitpunkt der Befragung im Dezember 2014 sei er nicht eingepreist gewesen. Er führe zu einer Nullinflation, was bei den Tarifverhandlungen auch berücksichtigt werden müsse.

Im Hochsauerlandkreis sind 120 Unternehmen mit 16.500 Beschäftigten im Unternehmensverband Westfalen-Mitte organisiert, insgesamt sind es rund 360 Betriebe mit circa 60.000 Mitarbeitern.

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