Wahrheit und Illusion

In der Ausstellung "Three Magi" zeigt die Niederländerin Viviane Sassen seit Freitag im Kunstverein Arnsberg Fotografien, Zeichnungen und Installationen aus ihren Projekten "Parasomnia" und "Flamaboya", die in verschiedenen Ländern Afrikas entstanden sind.

Geboren in Amsterdam, verbrachte Sassen einen Teil ihrer Kindheit in Ost-Afrika, wo ihr Vater als Arzt tätig war. Diese prägende Zeit hilft ihr, sich Afrika spielerisch anzunähern und eine persönliche Zuneigung zum Kontinent zu entwickeln. Viele Jahre später reist Sassen wieder durch Afrika und versucht ihre Erinnerungen und neue Erfahrungen durch das Medium der Fotografie aufzuarbeiten. Wiederum spielerisch, mit Kamera in der Hand, schafft sie durch neue Begegnungen und Gesprächen eine berührende Vertraulichkeit mit Menschen und Situationen, Farben und Kompositionen zu erreichen und damit eine eigenständige fotografische Position zu behaupten. "Die visuelle Sprache von Viviane Sassen ist prächtig und lebendig, ihre intensiven Farben und Kontraste wirken oft surreal. Jedes Motiv hat seine Geschichte, Wahrheit und Illusion und lässt sich nicht einfach entschlüsseln. Ob die Geschichte echt ist oder nicht, ob sie einer konkreten oder inszenierten Realität entstammt, bleibt offen und damit spannend, da Sassen gerne komponiert, aber auch oft spontan und intuitiv handelt", heißt es in der Ankündigung.

Sassen fotografiert vor allem Menschen – ohne dokumentarische Muster, Armut und Elend, aber auch ohne Realitätsverlust – sie interessiert sich für die Menschen, so wie sie sind, so wie wir sind. Die Gesichter der Menschen sind jedoch selten erkennbar: Sie verstecken sich im Schatten der Intimsphäre oder schauen weg.

Der Titel der Ausstellung "Three Magi" hat eine ambivalente Bedeutung. "Es bezieht sich sowohl auf ein Kunstwerk als auch auf den Titel der Ausstellung. Es gibt aber auch eine metaphorische Ebene nämlich zu der Geschichte zu den Drei Magiern aus dem Morgenlande, die Jesus Christus in der Krippe huldigten. ‘Magi’ heißt aber auch in der Landessprache von Simbabwe ‘Wasser’. Ein ebenfalls teures, kostbares Gut unserer Zeit", fasst Kunstverein Geschäftsführerin Kathrin Ueberholz zusammen.

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