650 Jahre Waldschenkung durch Graf Gottfried

Der Wald von heute im Mittelpunkt der Donatorenfeierlichkeiten in Arnsberg

+
Prof.Georg Winkel, Bürgermeister Ralf Paul Bittner, Dompropst Gerd Bachner und Friederike Fuchs (v. li.) bei der Feier des Donatorenmahls.

Neheim. Bilder des Waldes, an die Wände der Aula des Neheimer St. Ursula-Gymnasiums gestrahlt, empfingen die Gäste des Donatorenmahls der Stadt Arnsberg zur 650 Jahrfeier der Waldschenkung. Die Bäume gaben dem Raum eine ganz besondere Atmosphäre und wiesen gleichzeitig auf das Thema des Gastredners hin, das sich mit der Resilienz des Waldes beschäftigte.

Das Graf-Gottfried-Spiel vom Vormittag stand am Beginn des Abends. Die Kinder ernteten erneut viel Applaus und bekamen von Bürgermeister Ralf Paul Bittner zum Dank ein kleines Geschenk. Danach richtete der Bürgermeister das Wort an die Gäste, die die Aula bis zum letzten Platz gefüllt hatten. Er erinnerte daran, dass Graf Gottfried die Schenkung mit der Auflage verbunden hatte, seiner bei einem jährlichen geselligen Zusammensein zu gedenken. „Schon damals sollte die Wirtschaft durch die Schenkung gefördert werden“, so Bittner. Er richtete einen besonderen Dank an die Stadtförsterin Petra Trompeter und ihr Team für die Arbeiten im heimischen Wald. Einen eben solchen Dank richtete er an Friederike Braun, die als ehemalige kommisarische Schulleiterin der Graf-Gottfried-Schule viele Jahre die Graf-Gottfried-Spiele geleitet hatte. Zum Schluss seiner Rede verlas Bürgermeister Bittner die Schenkungsurkunde des Grafen Gottfried.

Dompropst Gerd Bachner, der zusammen mit Pfarrer Stephan Jung vorher die Messe in St. Johannes Baptist zelebriert hatte, zeigte sich in seiner kurzen Ansprache dankbar darüber, dass durch die Feierlichkeiten und das jährliche Grabbegängnis in Köln eine Verbundenheit und Freundschaft zwischen Arnsberg und Köln gewachsen sei. 

Der Gastredner an diesem Abend war Prof. Dr. Georg Winkel. Im Jahr 2017 wurde in eine Außenstelle des European Forest Institute in Bonn errichtet, er ist hier Leiter des Resilienz-Projektes. Resilienz beschreibt das Zurückgreifen auf die eigenen Kräfte – die eigene Funktion aufrecht zu erhalten, auch wenn extreme Störungen von außen wirken. „Der Wald war schon immer einem ständigen Wandel unterworfen und es gab schon immer ein enges Zusammenwirken zwischen Mensch und Wald. Durch den Klimawandel ist der Wald stark gefordert. Wald und Mensch müssen sich dem Klimawandel anpassen. Das Zusammenbringen zwischen Naturschutz und Nutzung ist unser Ziel. In unseren Wäldern in Deutschland wird viel eingeschlagen, aber es wächst auch viel nach. Oft ist die Frage - abholzen oder die Bäume alt werden lassen? Wobei alte Bäume für einen gesunden Wald notwendig sind. Alte Bäume mit Muldenhöhlen oder auch Totholz bieten kleinen und Kleinst-Lebewesen einen Wohnort. Auch sie tragen zur Gesundheit des Waldes bei. Beeren, Pilze und so weiter, die Früchte des Waldes sind nicht nur förderlich für das Gleichgewicht des Waldes, sie sind auch Teil seiner Ökonomie“, erklärte Prof. Winkel. „Unser Verhältnis zum Wald ist oft ein sehr enges. Er fördert Erholung und Gesundheit. Er fördert den Tourismus und dient auch als Bildungssektor.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare