Wiederbewaldung durch Kalamitätsschäden kostenintensiv

Waldbauern in Not: Verbände fordern finanzielle Hilfen zum Schutz des Ökosystems Wald

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Beim Termin in Arnsberg: (v.li.) Josef Schreiber (Bezirksverbandsvorsitzender); Jonas, Markus und Hidegard Ahshoff, Heidrun Buß-Schöne (Geschäftsführerin des Waldbauernverbandes NRW e.V.), Karsten Drews-Kreilman (WLV-Kreisgeschäftsführer Meschede), WLV-Präsident Hubertus Beringmeier, Klaus Bauerdick (Vorsitzender der Waldbauern-Bezirksgruppe Hochsauerland), Dr. Thomas Forstreuter (WLV-Hauptgeschäftsführer) auf einer von Kalamitätssschäden betroffenen Waldfläche.

Arnsberg/Hochsauerland - Das Verschwinden heimischer Wälder ist inzwischen vielerorts sichtbar. Vor allem in den vergangenen zwei Jahren verzeichnen zahlreiche Waldbestände in Folge von Trockenheit und Naturereignissen erhebliche Schäden, die sich etwa durch den Befall des Borkenkäfers, Buchenschleimfluss als Wundreaktion des Baumes und Laubverlust zeigen. Bei einem Vor-Ort-Termin in Arnsberg sprach der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband jetzt über die Sorgen und Nöte der Waldbauern.

„Die Wälder in Westfalen-Lippe werden durch die Waldbesitzer über Generationen hinweg nachhaltig bewirtschaftet. Sie bieten einer Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Als Ökosystem hat der Wald eine ebenso wichtige Bedeutung für die Umwelt, weil er unmittelbar auf Klima, Wasser und Boden wirkt. Gerade in den vergangenen Jahren zeigen die Wälder deutliche Folgen des Klimawandels. Um den Wald nun langfristig zu schützen, sind unsere Waldbauern dringend auf Hilfen angewiesen, denn die finanziellen Lasten sind allein von den Betrieben nicht zu stemmen“, weiß Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes. „Die Klimaschutzfunktion des Waldes geht uns alle an, man darf dieses Problem nicht Einzelwaldbesitzern überlassen“, so Beringmeier.

„Der Wald hat einen hohen Stellenwert für unsere bäuerlichen Familienbetriebe. Flächen müssen nun über Generationen wieder aufgeforstet werden – verbunden mit enormen Kosten, die von den Familien zu stemmen sind,“ hebt Josef Schreiber, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hochsauerland, die besondere Bedeutung des Waldes für die landwirtschaftlichen Betriebe in der Region hervor. 

"Die Waldbesitzer haben keine Mittel mehr, um die Wälder aufzuräumen"

Bezogen auf die beanspruchte Fläche und die Zahl der Mitglieder stellt die Bezirksgruppe Hochsauerland die größte Anzahl an Waldbauern in NRW. Deren Vorsitzender Klaus Bauerdick macht deutlich: „In den vergangenen Jahren stellt der Klimawandel den Wald auf den Kopf. Für die Waldbesitzer ist dies eine schwere Belastung. Erhebliche Einbußen aufgrund des schlechten Absatzes wirken sich negativ auf die Einkommen aus. Gleichzeitig müssen die Betriebe in finanzielle Vorleistung gehen, um Anpflanzungen für folgende Generationen machen zu können“, sagt Klaus Bauerdick.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband und der Waldbauernverband Nordrhein-Westfalen fordern deshalb die Bereitstellung von Landesmitteln, um Waldbesitzern langfristige Perspektiven zu bieten: „Die Waldbesitzer haben keine Mittel mehr, um die Wälder aufzuräumen. Wir hoffen, dass die neue Extremwetter-Richtlinie schnellstmöglich hilft, unsere Wälder zu klimastabilen Wäldern wieder aufzuforsten“, sagt Heidrun Buß-Schöne, Geschäftsführerin des Waldbauernverbandes Nordrhein-Westfalen e.V..

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